Schloss Fasanerie: Un-Zu Ha-Nul Lee mit ihrer Installation „Telescoping“.
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Un-Zu Ha-Nul Lee mit ihrer Installation „Telescoping“.

13 Künstlerinnen und Künstler

Die Queen fährt Modelleisenbahn - Arbeiten zum Thema „Miniaturen“ auf Schloss Fasanerie

  • Alina Hoßfeld
    VonAlina Hoßfeld
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Ein überdimensionaler Tisch und eine Modenschau auf einer Modelleisenbahn: 13 Künstlerinnen und Künstler der Hochschule für Gestaltung Offenbach präsentieren im Museum auf Schloss Fasanerie ihre Arbeiten zum Thema „Miniaturen“.

Eichenzell - Drei Semester lang haben sich die Studenten der Hochschule für Gestaltung Offenbach im Lehrgebiet Experimentelle Raumkonzepte mit Miniaturen beschäftigt. „Die künstlerischen Arbeiten nähern sich auf sehr unterschiedliche Weise dem Thema Miniaturen, sodass es eine sehr abwechslungsreiche Ausstellung für den Besucher ist“, sagt Professor Heiner Blum von der Hochschule. Und auch Museumsdirektor Dr. Markus Miller ist überzeugt: „Die Begeisterung für die Arbeiten ist sehr groß.“

Fulda: „Miniaturen“-Ausstellung auf Schloss Fasanerie von 13 Künstlerinnen und Künstler

Eine der Installationen trägt den Titel „Fragmente (m)einer Kindheit“. Sie besteht aus einem überdimensionalen Holztisch, der unter anderem mit Obst, Eiern und Besteck bestückt ist. „Ich habe mir die Frage gestellt ‚Wann ist etwas eine Miniatur?‘“, sagt Studentin Viviane Niebling. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit den Erinnerungen und Wahrnehmungen der Kindheit auseinander. „Vieles nehmen wir als Kinder sehr groß wahr. Wenn wir älter werden, verändert sich diese Wahrnehmung der Welt“, erklärt sie. Um diese Veränderung zu zeigen, gibt es einen kleinen Hocker, der mittig unter den Tisch gestellt wird. „In der Mitte befindet sich ein Loch. Der Betrachter ist nun auf Augenhöhe“, sagt Niebling.

Neben dem überdimensionalen Tisch gibt es auch eine Kostüm- und Modenschau auf einer Modelleisenbahn. Un-Zu Ha-Nul Lee spielt dabei auf reale und fiktive Frauenfiguren der Geschichte und Gegenwart an – unter anderem fährt die Queen mit. (Lesen Sie hier: Prinz Philip besuchte 2005 überraschend Schloss Fasanerie)

Aus Honig geformte Teller und historische Briefmarken: Das gibt es auf Schloss Fasanerie zu sehen

Zudem sind in der neuen Ausstellung aus Honig geformte Teller mit Blüten zu finden. „Die Teller können sich nach einer Zeit auflösen, und die größten Fans der Blumen bringen das Material“, sagt Blum mit einem Lachen.

Studentin Isabell Ratzinger hat Postkarten mit Text und historischen Briefmarken versehen. Die darauf abgebildeten Köpfe der Reiter hat sie entfernt und durch Selbstportraits ersetzt.

Besuch

Die Ausstellung ist im Museum auf Schloss Fasanerie zu sehen und kann im Rahmen einer Schlossführung noch bis zum 5. September besucht werden. Die Führungen finden immer dienstags bis sonntags und an Feiertagen stündlich von 10 bis 17 Uhr statt. Tickets gibt es im Online-Shop unter schloss-fasanerie.de. 

Insgesamt gibt es 13 Arbeiten im Museum auf Schloss Fasanerie zu entdecken. Die Ausstellung findet begleitend zu der Sonderausstellung „Klein. Intim. Kostbar. – Porträtminiaturen europäischer Herrscherfamilien“ im Badehaus satt.

Arbeiten von den folgenden Künstlern sind zu sehen: Verdiana Albano: Tafelgold; Lena Bils: Mikroportraits; Anne Klausmann: Labyrinthe; Oleg Komarov: Serpentarium; Un-Zu Ha-Nul Lee: Telescoping; Leah Neumann: In der Schwebe; Viviane Niebling: Fragmente (m)einer Kindheit; Sonja Prochorow: Lanyards; Isabell Ratzinger: Briefmarken; Patricia Schellenberger: Relative (Groß-)Formate; Ron Wohler: Du dummes Mondgesicht!; Celia Zehetgruber: Zweiheit und Hannah von Eiff: Etwas, das die Leere füllt.

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