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SPD will Minihäusern den Weg ebnen: Gemeindevertretung stimmt Antrag zu

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Von: Marcus Lotz

Tiny House
Kleine Häuser auf Rädern – ein Konzept auch für die Gemeinde Neuhof? (Symbolfoto) © Alexander Heinl/dpa

Die SPD möchte den Weg frei für den Bau sogenannter Minihäuser machen. Einen entsprechenden Antrag hat die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung angenommen – es gab aber auch Gegenstimmen.

Neuhof - Die SPD-Fraktion schlug vor, vom Gemeindevorstand prüfen zu lassen, ob Baulücken in der Gemeinde im Kreis Fulda durch Minihäuser bebaut werden könnten. Die Fraktionsvorsitzende Petra Hartung begründete den Antrag damit, dass Minihäusern ein großes Potenzial zugesprochen werde. So könnten die kompakten Bauten die Flächenversiegelung verringern, seien ökologisch und ressourcenschonend, platzsparend sowie verhältnismäßig gut bezahlbar.

Auf Baulücken könnten Minihäuser „als Zwischennutzung ein guter Kompromiss zwischen Grundstücksbesitzern und der Gemeinde sein“. Als Zielgruppe sieht die SPD junge Erwachsene, die temporär nach einem günstigen Eigenheim suchen sowie ältere Menschen, die ihre Wohnfläche nach dem Auszug der Kinder verkleinern möchten. (Lesen Sie hier: Kunstrasen in Neuhof soll 2022 entstehen - Veränderungen am Stadion)

Fulda: Minihäuser in Neuhof - Gemeindevertretung stimmt Antrag zu

„Die Häuser könnten gerade für junge Paare eine Alternative sein, die etwas Eigenes haben wollen, aber nicht wissen, wie die berufliche Entwicklung verläuft und wo sie in ein paar Jahren sind“, führte Hartung aus. „Hier bietet es sich an, solche Kleinsthäuser auf Flächen zu errichten, die gar nicht ins Eigentum der Häuslebauer übergehen müssen.“

Besonders viel Flexibilität böten Minihäuser auf Rädern, die transportabel seien. Hier solle geprüft werden, ob auch solche Häuser erlaubt werden sollten, denn einen „Campingplatz-Charakter“ möchte die SPD vermeiden. Zudem könnte zur Auflage gemacht werden, dass Minihäuser als Erstwohnsitz angemeldet werden müssen, um sicherzustellen, dass Wohnraum geschaffen wird und die Flächen nicht für Ferienhäuser genutzt werden. Ebenso sollten die erlaubten Haustypen- und Formen sowie eine Mindestpachtzeit der Bauplätze festgelegt werden.

Dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Josef Benkner, waren das zu viele Einschränkungen: „Wir sollten das sehr liberal handhaben und schauen, wie sich diese Geschichte entwickelt. Wenn das aus dem Ruder laufen sollte, können wir immer noch Einschränkungen festlegen.“ Sollte die SPD nicht auf zu starre Regelungen bestehen, könnte seine Fraktion den Antrag mittragen. Dagegen hatten die Sozialdemokraten nichts einzuwenden. „Wir sind da flexibel. Wenn man etwas nicht will, kann man das festschreiben, man kann es aber natürlich auch lassen.“

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Bürgermeister Heiko Stolz (CDU) wies darauf hin, dass das Konzept der Minihäuser im Prinzip bereits gelebte Praxis sei. „Diese Tiny-Häuser unterliegen derselben baurechtlichen Genehmigungspflicht wie ein normales Haus. Wir hatten in der Gemeinde bereits vereinzelt solche Anträge, die dann auch genehmigt worden sind.“

Dies könne auch bei Baulücken so gehandhabt werden: „Wenn sich der Eigentümer des Grundstücks und der Bauwillige einig sind und einen Erbbaurechtsvertrag schließen, dann kann jeder ein Tiny-Haus beantragen, das Grundstück pachten und dort bauen.“ Stolz stellte vor diesem Hintergrund fest: „Baurechtlich gesehen ist diese Prüfung, die der Antrag vorsieht, kein Hexenwerk.“

Dennoch gab es bei der anschließenden Abstimmung mehrere Gegenstimmen aus den Reihen der Anwesenden: 26 Mitglieder der Gemeindevertretung votierten für den Antrag, 7 waren dagegen.

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