Bei der Veranstaltung „fulda.mobil. erleben“ sind zwei Tage lang unterschiedlichste Mobilitätsanbieter in der Innenstadt präsent. (Symbolfoto)
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Bei der Veranstaltung „fulda.mobil. erleben“ sind zwei Tage lang unterschiedlichste Mobilitätsanbieter in der Innenstadt präsent. (Symbolfoto)

Autos, E-Bikes und mehr

Mobilitätstag in Fulda: Innenstadt wird im April zum Ausstellungsort für neuste Trends

  • Volker Nies
    VonVolker Nies
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Dem Handel und der Gastronomie in der Innenstadt einen Schub geben, Neuheiten rund um das Thema Mobilität vorstellen und zeigen, wie verzahnt Mobilität und Stadt heute sind – das ist das Ziel der Veranstaltung „fulda.mobil.erleben“ am 23. und 24. April in der Innenstadt.

Fulda - Veranstalter sind die im Verein City Marketing organisierten Innenstadt-Händler und die Mediengruppe Parzeller, in der auch unsere Zeitung erscheint. Gemeinsam wollen sie ein Wochenende lang moderne Autos und moderne Mobilitätskonzepte präsentieren – und zwar so, dass es Spaß macht, sich mit Autos und Konzepten zu beschäftigen, und es Spaß macht, in die Innenstadt von Fulda zu kommen.

„Jede gute Veranstaltung, die die Menschen wieder in die Innenstadt lockt, gibt uns Rückenwind“, freut sich Edi Leib von City Marketing. „Wir sind froh, dass wir das Event mit dem erfahrener Partner Parzeller auf die Beine stellen können.“

Ein Wochenende lang sollen alle Plätze und Straße zwischen Bahnhof und Altstadt, zwischen Bonifatiusplatz und Löherstraße belebt werden. „City Marketing und Parzeller wollen die ganze Stadt in Bewegung bringen. Unsere Planungen beginnen gerade erst, und wir haben schon viel positive Resonanz erfahren“, sagt Haldun Tuncay, Geschäftsführer der Mediengruppe Parzeller. (Lesen Sie auch: Wasserstoff-Busse und Schnelllade-Stationen: Fuldaer Kreistag will mehr „saubere Mobilität“)

Fulda: Händler und Parzeller veranstalten Mobilitätstag in der Innenstadt

Die Grundidee der Veranstaltung ist, verschiedenste Mobilitätsanbieter zwei Tage lang in die Innenstadt zu holen. „Die Autohändler beispielsweise sind nicht in der Innenstadt angesiedelt. Wenn sie gemeinsam Neuheiten präsentieren, sind sie aber ein Magnet. Das haben wir in den vergangenen Jahren bei den Autojournal Autotagen erlebt, also unserer kleinen IAA in Osthessen“, erklärt Tuncay. Die Autotage fanden bis 2018 erst im jährlichen, dann im zweijährlichen Rhythmus auf dem Messegelände statt. Zuletzt zogen sie 25.000 Besucher an zwei Tagen an.

Diese Frequenz soll jetzt in die Innenstadt gelenkt werden – so wie ein Teil der jüngsten IAA in der Münchner Innenstadt stattfand. Die Idee von City Marketing und Parzeller: Die Fuldaer Autoshow bekommt nicht nur einen neuen Standort, sondern auch ein ganz neues Konzept: „Die Autohändler aus der Region werden an eigenen Ständen in der Innenstadt ihre aktuellen Modelle zu den Themen Zukunftstechnologien, E-Mobilität und Fortschritt vorstellen“, kündigt Tuncay an. Auch Fahrräder und E-Bikes werden von Händlern präsentiert. (Lesen Sie auch: Künstliche Intelligenz im Straßenverkehr: Fast 10 Millionen Euro Förderung für Roboterautos aus Fulda)

Es wird aber mehr geben als nur Mobilität auf zwei und vier Reifen: In einem oder in zwei Bereichen soll das das Konzept „Autofreie Innenstadt“ vorgestellt werden, bei dem die Parkflächen für Autos gesperrt werden und durch gemütliche Sitzgelegenheiten und Pflanzen ersetzt werden, die zum Verweilen einladen.

Mobilitätstrends in der Innenstadt: Autofreie Flächen für Fahrradhändler

Zusätzlich werden auf den gesperrten Flächen Fahrradhändler ihre Produkte vorstellen. Womöglich werden auch autonome City-Fahrzeuge vorgestellt, die in der Region entwickelt werden. Auch ein Blaulichtbereich, in dem die – in der Corona-Pandemie stark strapazierten – Rettungsdienste ihre Fahrzeuge präsentieren, ist denkbar.

City-Marketing-Sprecherin Edi Leib freut sich: „Zwischen Bahnhof, Bonifatiusplatz und Löherstraße können die Besucher bei einem ausgiebigen Stadtbummel die Mobilität in allen Facetten erleben.“ Die Tatsache, dass sich die Veranstaltung auf die ganze Innenstadt erstrecken wird, sorgt für eine erhöhte Besucherfrequenz in allen Teilen der City und zugleich für eine gute Verteilung der Besucher an verschiedene Orten. Während der Veranstaltung fährt ein E-Bus als Shuttleservice durch die Stadt. Dass sich die Menschen verteilen, könnte auch für die Eindämmung der Pandemie wichtig sein, von der niemand weiß, wo sie Ende April stehen wird.

„Von der weitläufigen Verteilung der Ausstellungsorte in der Innenstadt profitieren die Einzelhändler und Gastronomen überall in der Stadt, die während der Pandemie lange Zeit gezwungen waren, ihre Unternehmen geschlossen zu halten“, sagt Edi Leib. Bei der Veranstaltung soll kein spezielles Catering angeboten werden, damit die Gastronomie gestärkt wird. (Lesen Sie auch: Knittel wird 150: Fuldaer Unternehmen will jetzt auf E-Fuels setzen)

Mobilitätstag in Fulda: Grünen-Fraktion äußert Kritik

Die Grünen-Fraktion in Fulda äußert sich aber schon kritisch zu der Veranstaltung: „Eine solche Ausstellung hat in der Fußgängerzone nichts zu suchen. In Zeiten, in denen selbst die Veranstalter der IAA verstanden haben, dass Mobilität in Zukunft nicht mehr allein vom Auto abhängig ist, ist eine solche Veranstaltung in der Innenstadt ein Zeichen der Rückwärtsgewandtheit“, sagte Ernst Sporer.

Edi Leib und Haldun Tuncay halten entgegen: „Herr Sporer kennt unser neues Konzept offenbar nicht. Wir setzen bei fulda.mobil.erleben bewusst nicht allein auf das Auto. Selbst die jüngste IAA fand zum Teil in Fußgängerzonen statt.“ Leib ergänzt: „Das Auto gehört zum Alltag dazu. Das wird sich so schnell nicht ändern. Gleichwohl überlegen nehmen wir Zukunftskonzepte in den Blick. Das eine schließt das andere nicht aus.“

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