Das Modehaus Schneider auf dem Uniplatz in Fulda bleibt erhalten.
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Das Modehaus Schneider auf dem Uniplatz in Fulda bleibt erhalten.

Nach Insolvenzverfahren

Aufatmen im Modehaus Schneider in Fulda: AppelrathCüpper führt alle 16 Filialen weiter

  • Volker Nies
    vonVolker Nies
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Gute Nachricht für den Einzelhandelsstandort Fulda: Das Modehaus Schneider am Uniplatz wird fortgeführt. Der Mutterkonzern AppelrathCüpper will bundesweit alle 16 Filialen erhalten – darunter das Traditionshaus in Fulda.

Fulda - Mitte April, wenige Wochen nach Beginn des Corona-Lockdowns für den Handel, kam die Schreckensnachricht: Der Kölner Damenmode-Filialist AppelrathCüpper (AC), seit Juli 2017 Inhaber des Modehauses Schneider, meldete für das Unternehmen und alle Filialen Insolvenz an. Die Kette kündigte an, sie wolle sich sanieren und am Markt bleiben. Diese Zusage löst AC nun ein: Am Mittwochnachmittag teilte der Konzern mit, er werde alle Geschäfte erhalten - auch das Traditionshaus am Uniplatz in Fulda.

Modehaus Schneider in Fulda bleibt erhalten - „Erleichterung und Freude“ bei der Geschäftsführerin

„Diese Nachricht nehmen wir mit Erleichterung und Freude auf“, sagt Modehaus-Schneider-Geschäftsleiterin Cordula Bollbuck. „Wir freuen uns sehr, auch wenn der Standort Fulda von Anfang an auf einer relativ sicheren Seite stand.“ Sehr erfreulich sei auch, dass es keine Kündigungen gebe und somit alle 60 Mitarbeiterinnen und die zwei Mitarbeiter in Fulda an Bord bleiben.

„Damit bleibt auch viel Beratungskompetenz erhalten. Wir sind ein gutes Team“, sagt Bollbuck. Die Klarheit über die Zukunft des Unternehmens in Fulda sei auch für die Kundinnen wichtig: „Es gab doch eine starke Verunsicherung, wie lange es das Modehaus noch geben werde. Diese Unsicherheit hat jetzt keinen Grund mehr.“ Die Kundenfrequenz sei noch nicht wie im Vorjahr, aber sie wachse beständig.

Modehaus Schneider

Erna Schneider gründete das Modehaus 1938. Ihre Tochter Karin Ahrens übernahm die Leitung 1990. Mit 3000 Quadratmetern Verkaufsfläche in 1a-Lage entwickelte sich das Haus zum größten Damenmode-Anbieter der Region. Zum 1. Juli 2017 übernahm AppelrathCüpper das Modehaus, Inhaberin der Immobilie blieb die Familie Ahrens.

Trotz Insolvenzverfahren: Mutterkonzern AppelrathCüpper blickt zuversichtlich in die Zukunft

Die Unternehmenszentrale in Köln erklärt, es gebe eine Vielzahl von Gründen, warum AppelrathCüpper trotz des noch laufenden Insolvenzverfahrens schon jetzt mit Zuversicht nach vorn blicke. Dazu trage das positive Feedback und die mittlerweile wieder konstante Frequenz der Kundschaft bei.

Die Verhandlungen mit den Vermietern seien zudem in Summe positiv ausgegangen. „Die Vermieter haben erkannt, dass der Markt und der stationäre Einzelhandel sich nicht mehr in der gleichen Situation befinden wie zuvor”, erklärte AC-Finanzchef CFO Heinrich Ollendiek. „Den größten Beitrag aber haben die konstant motivierten und engagierten Mitarbeiter im gesamten Unternehmen geleistet. Uns eint der optimistische Blick in die Zukunft.“ Aktuell startet das Unternehmen die Marketingkampagne: „Wir feiern die Frauen!“

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