Die Milseburghütte (im Vordergrund) soll neu gebaut werden. Derzeit klagt die HGON gegen die Pläne. Eine Mediation soll zu einer Lösung führen.
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Die Milseburghütte (im Vordergrund) soll neu gebaut werden. Derzeit klagt die HGON gegen die Pläne. Eine Mediation soll zu einer Lösung führen.

Mediation läuft

Brandbrief der Montagssänger: Landrat bietet Treffen an - Weiter Ringen um Zukunft der Milseburghütte

  • Rainer Ickler
    VonRainer Ickler
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  • Jessica Vey
    Jessica Vey
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Für die Montagssänger war die Milseburghütte wie eine zweite Heimat. Jeden Montag kamen sie dort zusammen um zu singen – bis die Hütte 2019 geschlossen wurde. Nun soll es ein Treffen mit dem Landrat geben. 

Hofbieber - Bereits seit Oktober 2019 sind die Türen der Hütte auf der Milseburg im Kreis Fulda verschlossen. Tausende waren damals gekommen, um sich von dem 136 Jahre alten Gebäude zu verabschieden – auch die Montagssänger sangen dort ein letztes Mal, bevor sie in eine Kneipe nach Hofbieber-Allmus ausweichen mussten.

60 bis 80 Sängerinnen und Sänger nahmen den Aufstieg auf den 835 Meter hohen Rhönberg jeden Montag in Kauf, um drei Stunden lang miteinander zu singen.

Fuldas Landrat bietet Montagssängern Treffen an - Fragen zur Zukunft der Milseburghütte

„Knapp 40 Jahre lang war das für uns eine liebgewordene Tradition. Jeder Montag wurde herbeigesehnt und selbst Kälte, Regen, Sturm, Glatteis und sonstige Wetterkapriolen konnten uns nicht daran hindern, hinauf auf die Milseburg zu wandern“, schreiben die Montagssänger in einem Brief, der unserer Zeitung vorliegt. Darin wenden sie sich an Landrat Bernd Woide (CDU) und den Hofbieberer Bürgermeister Markus Röder (parteilos).

Bei der Schließung der Hütte sei den Sängern von den Verantwortlichen „immer wieder glaubhaft versichert worden, dass eine baldige Renovierung beziehungsweise Rekonstruktion der Hütte vorgenommen wird“. Der einhellige Tenor im Oktober 2019 war: „Ein solches Kleinod wie die Milseburghütte, 135 Jahre bestehend, kann und darf nicht verschwinden.“ Die Sänger sprachen sich für eine „behutsame Sanierung“ aus. (Lesen Sie hier: Ringen um Neubau der Milseburghütte)

Gut 40 Jahre lang haben sich jeden Montag 60 bis 80 Sängerinnen und Sänger in der Milseburghütte getroffen, um gemeinsam zu singen.

Der Landrat selbst erhielt zunächst über unsere Zeitung Kenntnis von dem Brandbrief. Mittlerweile ist es im Landratsamt eingetroffen. Er plant nun einen gemeinsamen Termin mit den Montagssängern und Hofbiebers Bürgermeister, in dem er den Sachstand und die Hintergründe zur Milseburghütte sehr gerne erläutern möchte, heißt es aus dem Landratsamt. Man sei in der Termin-Abstimmung.

Mediationsverfahren zur Milseburghütte bislang ohne Ergebnis

Aktuell stecken Kreis, Gemeinde, Regierungspräsidium und die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) in einem Mediationsverfahren, was bisher ohne Ergebnis verlief. Es gibt seit November eine Genehmigung mit bestimmten Auflagen vom Regierungspräsidium Kassel zum Abriss und Neubau der Hütte.

Gegen diese Genehmigung hat die HGON geklagt. Ein eigens eingesetzter Güterichter versucht per Mediation, eine Lösung zu erreichen, mit der alle Seiten leben können. Das bedeutet aber auch, dass in dieser Zeit hinsichtlich des Hüttenneubaus nichts passiert.

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