Drei Fälle in der Region

Nach Mord an Ärztin (35): Mahnwache und Kerzenmeer auf dem Fuldaer Universitätsplatz (mit Video)

  • Hanna Wiehe
    vonHanna Wiehe
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Etwa 50 bis 60 Menschen haben am Montagabend an einer Mahnwache teilgenommen. Erinnert wurde an die getötete 35-Jährige – und an alle Frauen, die Opfer von Gewalt geworden sind.

Fulda – „Schockiert, entsetzt und traurig“ seien sie angesichts der Tat am Montag vergangener Woche, erklärten die Veranstalter. Eingeladen zur Mahnwache hatte die Feministische Initiative Fulda.

Am 7. Dezember war eine 35-jährige Ärztin aus Fulda tot im Hinterhof ihres Wohnhauses aufgefunden worden. Sie ist nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Fulda und einer durchgeführten Obduktion an einer Schnitt- beziehungsweise Stichverletzung in den Hals gestorben. Ein 30-jähriger Mann - der Ex-Freund des Opfers - sitzt in U-Haft. Zur Tat geäußert hat er sich bislang nicht.

Bildergalerie Mahnwache am Universitätsplatz

Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.
Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.  © Hanna Wiehe
Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.
Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.  © Hanna Wiehe
Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.
Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.  © Hanna Wiehe
Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.
Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.  © Hanna Wiehe
Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.
Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.  © Hanna Wiehe
Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.
Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.  © Hanna Wiehe
Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.
Nachdem in der letzten Woche eine 35-jährige Ärztin ermordet wurde, fand am Fuldaer Universitätsplatz am Montagabend eine Mahnwache statt.  © Hanna Wiehe

Nach Mord an Ärztin (35): Mahnwache und Kerzenmeer auf dem Fuldaer Universitätsplatz

117 betätigte Femizide gab es im vergangenen Jahr in Deutschland“, sagte Veranstalterin Lena Limpert in ihrer Rede. Sie erinnerte auch an die drei Fälle in der Region: in Bad Salzschlirf, Künzell und nun Fulda. Hinzu kämen etwa 200 Fälle von versuchtem Mord oder Totschlag. „Das bedeutet: Jeden Tag kommt es zu einem versuchten Mord oder Totschlag, an jedem dritten Tag wird eine Frau getötet.“

Für jede der 117 getöteten Frauen hatten die Veranstalter eine Grabkerze auf dem Uniplatz entzündet. Auch eine Gedenkminute für die getötete 35-Jährige wurde gehalten.

Eine weitere Rede hielt Aileen Huck, die ebenfalls für die Feministische Initiative Fulda sprach. „Alle 45 Minuten wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner körperlich verletzt“, sagte sie. Diese Gewalt sei in der Gesellschaft verankert – „sie kennt kein Herkunftsland“, betonte Huck.

Mahnwache am Fuldaer Uniplatz: Redner sprechen von Gewalt gegen Frauen

Sie forderte außerdem den Stopp des sogenannten Victim Blaming, also den Opfern die Schuld für die Tat zuzuschieben. Dies geschehe auch durch Fragen wie „Warum ist sie bei ihm geblieben?“ oder „Warum hat sie niemandem davon erzählt?“. Huck forderte jeden dazu auf, einzuschreiten, wenn er oder sie übergriffiges Verhalten oder sexualisierte Kommentare mitbekommen. Eine Kultur des Schweigens gebe der Gewalt Raum.

Als dritte Rednerin des Abends sprach Vanessa Hüfner vom Jugendwerk der AWO Nordhessen. „Gewalt ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem“, betonte sie. Zu oft werde sexualisierte Gewalt verharmlost – Femizide seien nur die Spitze des Eisbergs.

Hüfner machte in diesem Zusammenhang auf das sogenannte Catcalling aufmerksam – verbale sexuelle Belästigung, die in Deutschland keine Straftat sei. Es gebe international, und auch in Fulda, Gruppen, die mit Kreideaktionen darauf aufmerksam machen: Sie schreiben die Belästigung mit Kreide auf die Stelle auf Straße oder Gehweg, an der sie passiert ist.

Hüfner rief abschließend alle Frauen und queere Menschen auf, gegen Gewalt zusammenzustehen: „Keine ist allein, kein Mädchen, keine Frau, keine mehr!“

Rubriklistenbild: © Hanna Wiehe

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