Staatsanwältin nennt Details

Getötete Ärztin in Fulda: Verdächtiger schweigt weiter - So könnte die Anklage lauten

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  • Alina Hoßfeld
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Der Fall erschütterte die Region: Am 7. Dezember ist eine 35-jährige Ärztin mitten in Fulda umgebracht worden. Die Ermittlungen laufen weiter. Der dringend Tatverdächtige sitzt seit zwei Wochen in Untersuchungshaft und verweigert jegliche Aussage. Ob Anklage gegen ihn erhoben wird, entscheidet sich frühestens Mitte Januar. 

Update vom 22. Dezember, 7.09 Uhr: Dass eine 35-jährige Frau in der Fuldaer Innenstadt tot aufgefunden wurde – das ist nun gut zwei Wochen her: Die Ermittlungen dauern zwar an, erklärt Staatsanwältin Dr. Christine Seban im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie spricht aber bereits über eine Anklage-Erhebung.

„Ich werde die Akten inklusive der Zeugenvernehmungen am Mittwoch vorliegen haben. Es wird sich dann die Frage stellen, ob weitere Ermittlungen nötig sind“, erläutert Seban. Sprich, ob die Beweislast für eine Anklage ausreichend ist – Stand jetzt werde diese auf Mord lauten. Mit einer Anklageschrift rechne die Staatsanwältin „nicht vor Mitte Januar“.

Mord an Ärztin in Fulda - Tatverdächtiger schweigt weiterhin

Die 35-jährige Ärztin wohnte mit ihrem zweijährigen Sohn in einem Mehrfamilienhaus in Fulda. Am Tattag waren bereits Nachbarn befragt worden. In der Folge wurden weitere Zeugen gehört, sowohl aus dem Umfeld der Getöteten als auch aus dem Umfeld des tatverdächtigen 30-Jährigen.

„Wir befragen letztlich alle, die mutmaßlich etwas zu der Tat sagen können oder zu den vergangenen Wochen und Monaten“, erläutert Seban und bezieht sich dabei auf die Beziehung, die die Ärztin und der Tatverdächtige hatten.

„Außerdem gebe es noch zahlreiche Untersuchungsanträge. Kleidung wird beispielsweise untersucht“, erklärt Seban. Auch Speichermedien werden ausgewertet – unter anderem das Handy des Tatverdächtigen. Der mutmaßliche Mörder selbst, der in U-Haft sitzt, schweigt weiterhin. Mittlerweile steht ihm ein Pflichtverteidiger zur Seite. Auch dieser habe bereits erklärt, derzeit keinerlei Aussage zu machen, sagt die Staatsanwältin.

Update vom 15. Dezember, 13.29 Uhr: Bei einer Mahnwache gegen tödliche Gewalt an Frauen haben am Montagabend in Fulda etwa 60 Menschen an die getötete Ärztin erinnert.

„Erstickt oder verblutet“: Staatsanwältin aus Fulda nennt Details zum Fall der ermordeten Ärztin

Update vom 10. Dezember, 13.26 Uhr: Dr. Christine Seban, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Fulda, fasst im Video noch einmal die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft zu dem Fall in der Fuldaer Nikolausstraße zusammen. Dabei nennt Seban auch ein neues Detail zur Todesursache der 35-Jährigen: Die Schnitt/Stichverletzung am Hals habe zwar den Tod zur Folge gehabt, jedoch sei nicht klar, ob das Opfer verblutet oder erstickt ist. „Beides komm als Ursache in Betracht“, berichtet Seban gegenüber unserer Zeitung.

Staatsanwältin Dr. Christine Seban fasst die bisherigen Erkenntnisse zur ermordeten Ärztin in Fulda zusammen.

Update vom 9. Dezember, 17 Uhr: Es war Mord. Davon geht die Staatsanwaltschaft derzeit aus. Eine Beziehungstat. Der 30-jährige Mann, der am Montag, nur wenige Stunden nach dem Tod der Frau festgenommen wurde, ist der Ex-Freund der 35-Jährigen.

Mord in Fulda? - 35-jährige Ärztin hatte ihren Ex-Freund angezeigt

Es war eine Beziehung mit vielen Problemen, wie Staatsanwältin Dr. Christine Seban unserer Zeitung erklärt. Seit Ende 2019 waren die beiden ein Paar. Es gab Auf und Abs. Die 35-Jährige hat sogar „mehrere Anzeigen“ gegen den 30-Jährigen erstattet, berichtet Seban. „Wegen Körperverletzung, wegen Beleidigung und wegen Nachstellung“ - alles weil er „die Trennung nicht akzeptierte“. Die Anzeigen liegen demnach noch nicht lange zurück, „die Verfahren sind alle noch offen“.

Am Tatort - im Hinterhof eines Mehrfamilienhauses in der Nikolausstraße - wurden Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt.

Der Mann ist außerdem bereits dreifach vorbestraft, in einem Fall wegen Körperverletzung - allerdings nicht in Verbindung mit der 35-Jährigen. Das Paar hat sich laut der Staatsanwältin bereits im September oder Oktober getrennt. Seban spricht aber von einem „längeren Trennungsprozess“. Wegen der Auf und Abs in der Beziehung sei nicht klar, ob „er es als endgültig angesehen hat“.

Fulda: Getötete Ärztin war „für viele eine Freundin“

Sie haben nicht zusammen gelebt. Als der 30-Jährige sich am Montag widerstandslos festnehmen ließ, befand er sich in der Wohnung einer Bekannten seines Bruders, erklärt Seban. Zur Tat hat er bislang geschwiegen. „Er hat sich bisher überhaupt nicht geäußert“, sagt die Staatsanwältin, die einen Haftbefehl wegen Mordes beantragt hatte. Der Fuldaer sitzt in U-Haft.

Die 35-jährige Frau war Ärztin im Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda. Geschäftsführer Michael Sammet erklärt, das gesamte Krankenhaus sei „tief betroffen von dem unfassbar tragischen Verlust unserer langjährigen Mitarbeiterin“.

Sie war seit über 10 Jahren im Herz-Jesu-Krankenhaus tätig als Assistenzärztin und zuletzt als Fachärztin in der Chirurgie. Sammet beschreibt sie als „sehr kompetent, verantwortungsvoll, engagiert und vor allem fürsorglich“. Mit ihrer freundlichen, offenen Art wurde sie sehr geschätzt. Für viele war sie eine Freundin.

Am Montagmorgen war die Ärztin von der Arbeit auf dem Nachhauseweg, als dort - im Hinterhof ihres Wohnhauses in der Nikolausstraße - ihr ehemaliger Lebenspartner sie aufsuchte.

Getötete Ärztin: Sohn (2) war in der Wohnung, als seine Mutter getötet wurde

Ihr zweijähriger Sohn war in dem Wohnhaus, als seine Mutter im Hinterhof umgebracht wurde. „Er war mit seiner Großmutter in der Wohnung“, erläutert Seban. „Wahrscheinlich haben sie noch geschlafen.“

Das Kind habe viele Bezugspersonen. Ob es sich derzeit bei der Mutter des Opfers aufhält oder bei dem leiblichen Vater, das weiß Seban nicht, der Junge sei „gut untergebracht“.

Während der 30-jährige dringend Tatverdächtige nun in U-Haft sitzt, ermitteln die Behörden weiter: befragen Zeugen, werten Spuren und sichergestellte Speichermedien aus - und suchen nach der Tatwaffe, „einem scharfkantigen Gegenstand, vermutlich einem Messer“.

Denn laut Obduktion ist die 35-jährige Ärztin wegen eines Schnittes beziehungsweise eines Stiches im Halsbereich verstorben. Seban erklärt, die Frau hatte eine einzige Verletzung: Eine tiefe Schnittwunde am Hals, die an einiger Stelle tiefer und an der anderen Stelle weniger tief war, deshalb die Bezeichnung „Stich/Schnitt“. Die Verletzung, wahrscheinlich durch ein Messer, war „unmittelbar und innerhalb kürzester Zeit tödlich“.

Die Tatwaffe sei als Beweismittel wichtig, erklärt die Staatsanwältin, doch die Suche sei nicht einfach: „Die Tatwaffe könnte überall sein.“

Update vom 9. Dezember, 8.56 Uhr: Der Tatverdächtige war bereits am Montagvormittag in der Walahfridstraße in Fulda festgenommen worden. Das teilen die Staatsanwaltschaft Fulda und das Polizeipräsidium Osthessen am Mittwochmorgen mit.

Nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler suchte der Beschuldigte seine ehemalige Lebenspartnerin am Montagmorgen an deren Wohnanschrift in der Nikolausstraße auf. „Beim Aufeinandertreffen im Hinterhof verletzte er die 35-Jährige schließlich tödlich und ergriff die Flucht“, heißt es in der Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Nach Informationen unserer Zeitung war die 35-Jährige als Ärztin am Fuldaer Herz-Jesu-Krankenhaus beschäftigt. Sie hinterlässt einen zweijährigen Sohn.

Nach Leichenfund in Fulda: Frau durch Stich/Schnitt im Hals getötet

Inzwischen stehe das vorläufige Obduktionsergebnis fest: „Demnach wurde die Verstorbene durch einen scharfkantigen Gegenstand - vermutlich ein Messer - mit einem Stich/Schnitt im Halsbereich tödlich verletzt“. Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürften die Hintergründe der Tat in Zusammenhang mit der zurückliegenden Trennung stehen.

Der 30-Jährige wurde am Dienstagabend auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Fulda dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Fulda vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen Totschlags, sodass der Mann in eine hessische Vollzugsanstalt eingeliefert wurde.

+++ 19.15 Uhr: Der Tatverdächtige, der am Montag in Fulda festgenommen worden war, wurde am Dienstag um 18 Uhr einem Haftrichter vorgestellt, teilte Staatsanwältin Dr. Seban auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Das Ergebnis dieser Vorführung werde allerdings erst am Mittwochmorgen bekannt gegeben.

Leichenfund in Fulda: Polizei sucht im Sperrmüll nach Tatwaffe

+++ 14.54 Uhr: Im Zusammenhang mit dem Todesdelikt suchten die Ermittler am Dienstag im Stadtgebiet in Fulda nach Beweismitteln und nach der Tatwaffe - einem scharfkantigen Gegenstand. Das berichtet Polizeisprecher Patrick Bug. Unter anderem wurde laut dem Nachrichtenportal OsthessenNews Sperrmüll in der Walahfridstraße von mehreren Polizisten durchsucht.

Nach Informationen unserer Zeitung hinterlässt die getötete Frau einen zweijährigen Sohn.

Auf der Suche nach Beweismitteln und der Tatwaffe filzten die Ermittler auch Sperrmüll - wie hier in der Walahfridstraße in Fulda.

Schnittverletzungen an Leiche: Obduktion am Dienstag soll Todesursache klären

Bildergalerie: Tote Frau in Hinterhof gefunden

Die Ermittlungen haben begonnen: In der Nikolausstraße in Fulda wurde eine Frauenleiche gefunden.
Die Ermittlungen haben begonnen: In der Nikolausstraße in Fulda wurde eine Frauenleiche gefunden. © Hanna Wiehe
Die Polizei hat den Bereich um den Fundort der Leiche gesperrt.
Die Polizei hat den Bereich um den Fundort der Leiche gesperrt. © Hanna Wiehe
Die Frauenleiche wurde in einem Hinterhof gefunden. Die Ermittlungen laufen.
Die Frauenleiche wurde in einem Hinterhof gefunden. Die Ermittlungen laufen. © Fuldamedia
Die Polizei hat mit der Spurensicherung begonnen.
Die Polizei hat mit der Spurensicherung begonnen. © Fuldamedia
Die Frauenleiche wurde in einem Hinterhof in der Nikolausstraße gefunden.
Die Frauenleiche wurde in einem Hinterhof in der Nikolausstraße gefunden. © Hanna Wiehe

Update vom 8. Dezember, 10:50 Uhr: Wie Dr. Christine Seban, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Fulda, gegenüber unserer Zeitung bestätigte, wird heute die Obduktion an der Leiche der 35-Jährigen durchgeführt. Mit ersten Ergebnissen sei am Mittwoch zu rechnen.

+++ 16.59 Uhr: Laut der Polizei in Fulda ist von einem Tötungsdelikt auszugehen, „da am Körper der Verstorbenen Schnittverletzungen festgestellt wurden“. Das ergaben die Ermittlungen der Fuldaer Kriminalpolizei. Für die Spurensuche im Bereich des Leichenfundortes wurde außerdem eine Tatortgruppe des hessischen Landeskriminalamts hinzugezogen.

„Die Hintergründe der Tat sind derzeit noch unklar und Bestandteil der weiteren Ermittlungen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Polizeipräsidiums Osthessen und der Staatsanwaltschaft Fulda. Zur Klärung der genauen Todesursache habe die Staatsanwaltschaft eine Obduktion angeordnet. Diese werde voraussichtlich am morgigen Dienstag durchgeführt.

Bei der Toten handelt es sich nach Informationen unserer Zeitung um eine Ärztin des Herz-Jesu-Krankenhauses. Das Krankenhaus äußerte sich nicht zu dieser Information.

Frauenleiche in Fulda gefunden: Schnittverletzungen deuten auf Tötungsdelikt hin

Außerdem berichten die Beamten, dass es sich bei der Person, die am späten Vormittag im Fuldaer Stadtgebiet festgenommen wurde, um einen Mann aus Fulda handelt. „Ob gegen diesen ein dringender Tatverdacht zu begründen ist, müssen die weiteren Ermittlungen klären“, so die Polizei.

Zeugen, die in der Nacht zu Montag oder in den frühen Morgenstunden im Bereich der Nikolausstraße in Fulda verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben oder Hinweise auf den Täter geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium Osthessen unter Telefon (0661) 1050 in Verbindung zu setzen.

Die Polizei hat den Bereich um den Fundort der Leiche gesperrt.

+++ 14.33 Uhr: Die Polizei hat im Zusammenhang mit der Frauenleiche in Fulda eine Person festgenommen. Das bestätigte Polizeisprecher Dominik Möller auf Nachfrage. Die Festnahme sei am Montagmittag erfolgt.

Ob es sich dabei um einen Tatverdächtigen handelt, steht noch nicht fest. Auch das Motiv der möglichen Tat und die Hintergründe sind weiterhin unklar. Die Polizei spricht von dem Verdacht eines Tötungsdelikts.

Fulda: Frauenleiche in der Innenstadt gefunden - Kriminalpolizei im Einsatz

Erstmeldung vom 7. Dezember, 9.07 Uhr:

Fulda - Die Polizei ist in der Nikolausstraße in Fulda im Einsatz. „Der Bereich wurde abgesperrt und die Ermittlungen laufen“, sagte Patrick Bug, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen vor Ort. „Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass die Frau einer Straftat zum Opfer gefallen ist“, erklärte er.

Auf Nachfrage berichtet der Polizeisprecher gegenüber unserer Zeitung außerdem, dass das Todesopfer 35 Jahre alt war und in dem Mehrfamilienhaus gewohnt hat, hinter dem sie gefunden wurde.

Frauenleiche in Fulda gefunden: Polizei geht von Straftat aus

Um Hinweise zu finden, wird die Polizei eine umfangreiche Spurensuche durchführen und die Nachbarschaft befragen. Zudem werden Zeugen gesucht, die im Bereich Heinrichstraße/Nikolausstraße gegen 8 Uhr verdächtige Dinge beobachtet haben. Zeugen können sich beim Polizeipräsidium Osthessen unter Telefon (0661) 1050 melden.

Rubriklistenbild: © Felix Weigl (Video-Screenshot)

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