Revision angekündigt

Lebenslang für Ärztin-Mörder - Staatsanwältin: „Wie Tat durchgeführt wurde, war besonders verwerflich“

Der Angeklagte im Prozess um die ermordete Ärztin in Fulda muss lebenslang hinter Gitter. Der 31-jährige Ex-Freund des Opfers wurde am Donnerstag vor dem Landgericht wegen Mordes schuldig gesprochen. Sein Verteidiger hingegen hat angekündigt, gegen das Urteil in Revision zu gehen.

+++ 18.25 Uhr: Staatsanwältin Dr. Christine Seban hat sich nach dem Abschluss des Prozesses noch einmal zur Verhandlung geäußert. „So wie es die Kammer dargestellt hat, fand ich, dass es besonders verwerflich war, die Tat - in dem Wissen, dass der kleine Sohn zu Hause ist und dass sie alleinerziehend war - so gezielt durchzuführen.“

Der Angeklagte selbst hatte während der Verhandlung mehrfach seine Unschuld beteuert. Sein Verteidiger, Axel Küster, hat angekündigt, gegen das Urteil in Revision gehen zu wollen. „Bei den niedrigen Beweggründen folge ich dem Gericht nicht. Und die Heimtücke: Ich sehe das jetzt nicht so planvoll, wie das Gericht es gesehen hat. Wir wissen nun wirklich nicht, was in der Nacht passiert ist.“ Vieles an dem Fall sei noch unklar und lasse Interpretationsspielraum, sagte Küster nach der Verhandlung.

Update vom 15. Juli, 12.26 Uhr: Das Landgericht Fulda sieht es als erwiesen an, dass der Mann die 35-jährige Ärztin am 7. Dezember 2020 ermordet hat. Dafür wurde er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Der 31-Jährige wurde wegen Mordes schuldig gesprochen.

Das Gericht hat außerdem die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Dadurch ist eine Entlassung nach 15 Jahren nur im Ausnahmefall möglich. Das Gericht kam mit seinem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft und des Anwalts der Nebenklage, Knut Hillebrand, nach. Verteidiger Axel Küster hatte auf Freispruch plädiert.

Fulda: Ärztin-Mörder muss lebenslang hinter Gitter

Erstmeldung vom 15. Juli, 10.39 Uhr: Fulda - Im Prozess um die ermordete Ärztin in Fulda wird am heutigen Donnerstag (12 Uhr) das Urteil erwartet. Angeklagt ist der Ex-Freund der Frau, ein 31-jähriger Rumäne.

Fotostrecke: Urteil im Fall der getöteten Ärztin gefallen

Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.  © Jonas Wenzel
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.  © Jonas Wenzel
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.  © Jonas Wenzel
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.  © Jonas Wenzel
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.  © Jonas Wenzel
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.  © Jonas Wenzel
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.  © Jonas Wenzel
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.
Heute wurde im Landgericht das Urteil im Fall der getöteten Ärztin aus Fulda gefällt.  © Jonas Wenzel

Der Mann soll die 35-jährige Ärztin am 7. Dezember 2020 an ihrer Arbeitsstelle in Fulda abgepasst haben, ihr bis nach Hause gefolgt sein und sie im Innenhof eines Mehrfamilienhauses in der Fuldaer Nikolausstraße mit einem Stich getötet haben.

Die Bluttat hatte die Region Fulda erschüttert - aber auch überregionale Medien hatten berichtet. Viele Augen sind deshalb am Donnerstag auf das Landgericht Fulda gerichtet, wo gegen Mittag das Urteil erwartet wird.

Die Ärztin war im Dezember 2020 tot in einem Hinterhof in der Fuldaer Nikolaussstraße gefunden worden.

Die Staatsanwaltschaft Fulda fordert für den Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen. Sie beantragte auch die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld.

Oberstaatsanwältin Dr. Christine Seban geht davon aus, dass der Angeklagte die Trennung nicht akzeptiert hat und aus Eifersucht und Kränkung zugestochen hat. Die Verteidigung hatte aus Mangel an Beweisen auf Freispruch plädiert.

Video: Leiche in Fulda entdeckt - Ärztin (35) tot

Mit dem Urteil am Donnerstag findet ein langer Prozess seinen Abschluss: Zeugen schilderten die Minuten nach der Tat, Polizisten berichteten von ihrer Ermittlungsarbeit und ein Psychiater legte ein Gutachten zur Schuldfähigkeit des Angeklagten vor. Der Angeklagte beteuerte vor Gericht immer wieder, er sei unschuldig - auch in seinem Schlusswort. (lio, dpa)

Rubriklistenbild: © Jonas Wenzel

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