Der Tatort in Fulda-Neuenberg wurde weiträumig abgesperrt, um Spuren zu sichern und nach Beweisen zu suchen.
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Der Tatort in Fulda-Neuenberg wurde nach der Tat im Februar weiträumig abgesperrt, um Spuren zu sichern und nach Beweisen zu suchen.

Eifersucht als Motiv?

Bluttat in Neuenberg: Staatsanwaltschaft klagt 38-Jährigen wegen Mordes an

  • Eike Zenner
    VonEike Zenner
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Im Fall des Tötungsdelikts im Fuldaer Stadtteil Neuenberg hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage erhoben. Der Tatvorwurf lautet: Mord. Die Ermittlungsbehörde wirft dem mutmaßlichen Täter „niedrige Beweggründe“ vor und äußert sich auch zu Motiv.

Fulda - Vier Monate nach den tödlichen Schüssen auf einen 41 Jahre alten Mann in Fulda hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordverdachts erhoben. „Nach Abschluss der umfangreichen Ermittlungen ist der 38-jährige Angeschuldigte hinreichend verdächtig, seinen ehemaligen Freund, den er bereits aus Syrien kannte, am 15. Februar in Fulda-Neuenberg heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben“, heißt es in einer Presseerklärung der Staatsanwaltschaft.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der 38-Jährige am frühen Morgen des Tattages gegen 4.15 Uhr durch die geschlossene Autoscheibe drei gezielte Schüsse auf das Opfer abgegeben. Zwei verfehlten den 41-Jährigen, das dritte Projektil traf das Opfer in der linken Gesichtshälfte und drang in den Schädel ein. Dies führte, so die Staatsanwaltschaft, „in engem zeitlichen Zusammenhang zum Tod des Opfers aufgrund eines zentralen Regulationsversagens“.

Fulda: Nach Bluttat in Neuenberg - Anklage wegen Mordes

Der mutmaßliche Täter habe „die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers, welches sich gerade auf dem Weg zur Arbeitsstelle befunden haben soll, zur Begehung der Tat bewusst und in feindseliger Willensrichtung handelnd ausgenutzt“.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Eifersucht bei dem Verbrechen eine zentrale Rolle gespielt hat. Der 41-Jährige habe vermutet, dass seine Ehefrau ein Verhältnis mit dem Getöteten hatte und dies als „so schwerwiegende Ehrverletzung empfunden haben, dass er sich aufgrund seines Rollenverständnisses und seines daraus resultierenden Herrschaftsanspruches über seine Familie als berechtigt zur Tötung des Tatopfers angesehen“ habe.

Video: Leiche mit Schussverletzung in Fulda gefunden

Der mutmaßliche Täter war wenige Tage nach der Tat in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Er sitzt in Untersuchungshaft und hatte zuletzt zu den Vorwürfen geschwiegen. In der Region hatte die Tat für großes Entsetzen gesorgt. Täter und Opfer stammen aus Syrien und waren miteinander befreundet.

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