Im Mordprozess um eine getötete Ärztin in Fulda haben Polizisten von ihrer Ermittlungsarbeit berichtet.
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Im Mordprozess um eine getötete Ärztin in Fulda haben Polizisten von ihrer Ermittlungsarbeit berichtet.

Weitere Zeugen berichten

Polizisten erklären im Mordprozess in Fulda: Blut der getöteten Ärztin klebte an seiner Kleidung

  • Jessica Vey
    vonJessica Vey
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Im Mordprozess um eine getötete Ärztin in Fulda haben Polizisten von ihrer Ermittlungsarbeit berichtet. An den Schuhen, an der Jacke und am Auto des Angeklagten haftete Blut, erklärten die Beamten. 

Fulda - Der 31-jährige Rumäne soll seine Ex-Freundin, ebenfalls eine Rumänin, die seit zehn Jahren als Ärztin am Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda gearbeitet hatte und Mutter eines zweijährigen Jungen war, im Dezember in Fulda getötet haben. Er bestreitet die Tat. Am vierten Prozesstag wurden nun mehrere Polizisten vernommen.

Der Angeklagte war am Tattag, dem 7. Dezember, mittags in der Fuldaer Walahfridstraße festgenommen worden – in der Wohnung einer Bekannten seines Bruders, wo er sich häufiger aufgehalten haben soll. Er sei müde, er wolle sich schlafen legen, habe er zu ihr gesagt. Die Bekannte selbst habe noch im Bett gelegen. Dies gab sie gegenüber der Polizei an. Die Beamtin, die sie vernommen hat, wurde am Dienstag am Landgericht in Fulda als Zeugin gehört.

Fulda: Polizisten sagen im Mordprozess aus - Blut der getöteten Ärztin klebte an seiner Kleidung

Bevor der Angeklagte sich schlafen gelegt hat, zog er wohl Schuhe und Jacke aus. An ihnen wurden später Blutspuren festgestellt – Blut, das der Getöteten zugeordnet werden konnte. Dass es die Kleidung des 31-Jährigen war, habe die Bekannte bestätigt, erklärte die Polizistin. Auch an seinem Auto fanden die Ermittler Blutspuren. Sogar ein Messer war unweit des Tatortes gefunden worden, in der Nähe einer Kindertagesstätte. An diesem fand man jedoch keine Spuren – kein Blut, keine DNA. Auf das Messer war man vor Gericht nicht näher eingegangen. Nach der Tat erklärten die Ermittler immer wieder, von der Tatwaffe gebe es keine Spur. Die Frau war aufgrund einer tiefen Schnitt- beziehungsweise Stichverletzung innerhalb von zwei Minuten verblutet.

Kurz vor ihrem Tod hat die 35-Jährige im Hinterhof ihres Wohnhauses Fotos gemacht: von einem Fahrzeug, das in der Hofeinfahrt stand. Die Fotos wurden vor Gericht gezeigt: Zwar war der Fahrer des Autos nicht eindeutig zu erkennen, das Foto war etwas verpixelt. Doch laut den Beamten handele es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Angeklagten.

Polizisten sagen im Mordprozess aus: Er habe sie geschlagen und ihr Auto mehrmals angefahren

Das Foto war um 7.55 Uhr geschossen worden – um 7.58 Uhr war der erste Notruf eingegangen. Mitarbeiter einer Wohnungsbaugesellschaft hatten in dem Hinterhof Kaffee getrunken, als sie die schwer verletzte Frau entdeckten. Die Ärztin habe die Fotos von dem Auto des Angeklagten wohl gemacht, um zu dokumentieren, dass der Angeklagte – ihr Ex-Freund – sich ihr näherte. Sie hatte nur zwei Wochen zuvor ein Annäherungsverbot vor Gericht erwirkt. Dem hatte er zugestimmt. Um 8.05 Uhr, kurz nach der Tat, habe der Angeklagte seinen Bruder angerufen. Was sie gesprochen haben, konnten die Beamten nicht herausfinden. Der Bruder macht von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Die Frauenleiche wurde in einem Hinterhof in der Nikolausstraße gefunden.

Die Polizisten berichteten außerdem von mehreren Zeugenaussagen von Bekannten und Freunden der Getöteten. Sie habe Angst vor ihrem Ex-Freund gehabt. Er habe sie geschlagen, er habe ihr Auto mehrmals angefahren, er habe sie kontrolliert und sei extrem eifersüchtig. Immer wieder habe sie versucht, den Kontakt abzubrechen. Er habe sie immer wieder angerufen und ihr Nachrichten geschickt – auch in der Tatnacht.

Video: Prozess um getötete Ärztin in Fulda: Ex-Freund wegen Mordes vor Gericht

Sie hatte Nachtschicht im Herz-Jesu-Krankenhaus. In dieser Nacht habe er die Ärztin 117-mal angerufen. Das ergaben die Auswertungen der Handys. Er habe ihr außerdem geschrieben, sie belüge und verspotte ihn. Um 3 Uhr nachts schrieb er, „dass sie sich gut fühlen soll, solange sie noch kann“, las der Vorsitzende Richter Josef Richter im Gerichtssaal aus dem Chatverlauf vor.

Um 6.29 Uhr sei der Angeklagte auf dem Parkplatz des Herz-Jesu-Krankenhauses gewesen, das hätten GPS-Auswertungen ergeben. Um 6.52 Uhr ging ein letzter Anruf an sie. Um 7.35 Uhr habe die Ärztin ihre Arbeitsstelle verlassen. Laut Staatsanwaltschaft sei er ihr bis nach Hause gefolgt. Um circa 8 Uhr war die 35-Jährige tot. (Lesen Sie hier: Ex-Mann sagt im Mordprozess um getötete Ärztin in Fulda aus: „Er wollte ihr schaden“).

Prozess um getötete Ärztin in Fulda: Urteil wird Mitte Juli erwartet

Der Prozess wird nun aufgrund von Urlaubszeiten von Verhandlungsteilnehmenden mittels sogenannter Schiebetermine fortgesetzt. Mit Zeugenaussagen geht es voraussichtlich erst Ende Juni weiter. Ein Urteil in dem Mordprozess wird Mitte Juli erwartet.

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