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Nach zwei Jahren Corona-Pause: Haimbacher Motorrad-Gottesdienst feiert 60-jähriges Jubiläum

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Pater Arul Maria Nathan Raj segnete die Motorräder.
Pater Arul Maria Nathan Raj segnete die Motorräder. © Toni Spangenberg

Rücksichtnahme im Straßenverkehr, verantwortungsvolles Fahren und das Vermeiden von Unfällen standen am Samstag im Fokus des diesjährigen Motorrad-Gottesdiensts in Haimbach.

Haimbach - Rund 300 Biker haben sich am Samstagnachmittag vor der Sankt Markus Kirche in Fulda-Haimbach versammelt. Dabei unterschied sich der Gottesdienst in mancherlei Hinsicht von denen der vergangenen Jahre.

„1988 feierten wir den ersten Motorrad-Gottesdienst, damals noch etwas chaotisch“, blickt Markus Wagner, Mitorganisator des Events, auf dessen nunmehr 60-jährige Geschichte zurück. Ursprünglich sollte das Jubiläum bereits im ersten Corona-Jahr 2020 gefeiert werden. Doch die Pandemie zwang die Veranstalter zu einer zweijährigen Pause.

Dass der Gottesdienst in diesem Jahr stattfinden konnte, sei ebenfalls bis zuletzt unsicher gewesen. Denn aufgrund der Pandemie entschieden sich die Organisatoren für einen Gottesdienst unter freiem Himmel. Die Bedingung hierfür: gutes Wetter. (Lesen Sie auch: Mobilitätstage legen erfolgreichen Start hin: Bürgermeister Wehner hofft auf lange Tradition)

Fulda: Motorrad-Gottesdienst mit 300 Bikern in Haimbach

Haimbachs Pfarrer Markus Schneider begleitete das christliche Event während der vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte. Ausgerechnet zum Jubiläum musste er jedoch, ebenfalls pandemiebedingt, eine Auszeit einlegen. Aufgrund seiner Covid-Erkrankung hielt erstmals Pater Arul Maria Nathan Raj, Schneiders rechte Hand, den Gottesdienst, der musikalisch von der Singgruppe Haimbach begleitet wurde.

„Einer, der von links kommt, nimmt einem anderen die Vorfahrt. Ein anderer schnappt jemandem den Parkplatz vor der Nase weg. Da wechselt ein Motorradfahrer ohne Rücksicht auf den Gegenverkehr den Fahrstreifen“, begann Raj seine Predigt. „Sind wir nicht alle in Versuchung, es dem Täter heimzuzahlen?“, fragte er die anwesenden Biker.

Im Korso fuhren die Biker von Haimbach nach Fulda, wo sie sich auf dem Domplatz versammelten.
Im Korso fuhren die Biker von Haimbach nach Fulda, wo sie sich auf dem Domplatz versammelten. © Toni Spangenberg

In Situationen wie diesen dürfe man sich nicht von Emotionen leiten lassen, sondern müsse sich selbst fragen: Wann habe ich zuletzt Fehler gemacht und war froh, dass mir ein anderer vergeben hat?“ Der heutige Tag, sei Anlass, das eigene Verhalten zu überdenken. (Lesen Sie auch: Main-Kinzig-Kreis: 20.000 Kilometer nach China - Mammuttrip auf dem Motorrad)

Segen für sichere Fahrt: Biker fahren im Korso zum Fuldaer Dom

Um für eine allseits sichere Fahrt zu sorgen, segnete Raj anschließend - in der Tradition Schneiders - alle Motorräder. Dann starteten die Biker ihren Korso zum Fuldaer Dom.

Ihre Fahrt führte sie durch Oberrode, Kleinlüder, Großenlüder, Bimbach, Lütterz, Lüdermünd, Kämmerzell, Horas und schließlich durch den Weimarer Tunnel und das Paulustor zum Domplatz. Dort versammelten sie sich zum Abschlussgebet, in dem Pater Raj appellierte: „Fahre nur so schnell, wie dein Schutzengel fliegt.“ (von Toni Spangenberg)

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