Spatenstich vor dem denkmalgeschützten Gebäude mit den Investoren Michael und Eva Fladung (links), Jörg Sturm und Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler (Mitte).
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Spatenstich vor dem denkmalgeschützten Gebäude mit den Investoren Michael und Eva Fladung (links), Jörg Sturm und Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler (Mitte).

Wegweisendes Projekt

Nachhaltiges Haus für alle Generationen - 21 neue Wohnungen werden in Dipperz gebaut

  • Rainer Ickler
    VonRainer Ickler
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In der Ortsmitte von Dipperz entstehen 21 Wohnungen für junge Familien, Singles, aber auch für ältere Menschen und solche mit Handicap. Dr. Michael Fladung baut an der Stelle, wo Schwobs Hof stand, ein nachhaltiges Haus für alle Generationen.

Dipperz - Beim Spatenstich stellte der Investor aus Gersfeld (Fulda) das Projekt vor. Vor vier Jahren hat er das einstige landwirtschaftliche Gehöft, einen Dreiseithof, zusammen mit seiner Ehefrau Eva gekauft. Nachdem die Hochwasser-Problematik und Auflagen des Denkmalschutzes gelöst waren, konnte er mit der Planung beginnen. Das verschindelte Wohnhaus, das 1893 gebaut wurde, und Teile der Stallungen mussten erhalten bleiben. Ebenso war es Auflage des Denkmalschutzes, dass die U-Form des Bauernhofes beibehalten bleibt.

Nachdem die Gemeindevertretung ihre Zustimmung gegeben hatte, holte sich Michael Fladung mit den beiden Dipperzer Architekten Susanne Wartzeck und Jörg Sturm zwei anerkannte Planer mit ins Boot. „Sie haben einen Entwurf entwickelt, der gestalterisch, aber auch vom Nutzungskonzept hervorragend in die Ortsmitte passt“, sagt Fladung.

Fulda: Nachhaltiges Haus für alle Generationen in Dipperz - 21 Wohnungen

Nach intensiven Diskussionen, wie man das ehemalige landwirtschaftliche Gehöft nutzen könnte, entschied man sich dazu, unterschiedlich große Wohnungen zu planen. Das reicht von kleinen über mittelgroße bis hin zu Wohnungen für junge Familien. Ein Dutzend davon sind barrierefrei. Zudem wird die Tagespflege Hahner in das Gebäude einziehen und ihre Dienste anbieten. (Lesen Sie hier: Gewerbegebiet in Dipperz wird erweitert - Mehr als 200 neue Arbeitsplätze)

Michael Fladung hob bei der Vorstellung des Projektes die Nähe zur Natur und zur vorbeifließenden Wanne und die Ruhe hervor. Beim Bauen setzt er auf nachhaltige Lösungen. Das Gebäude soll kohlendioxid-neutral werden. Dies will er mit einer Fotovoltaik-Anlage, Stromspeichern und einer Nahwärmeheizung mit Pellets gewährleisten.

Die Materialien der schon abgerissenen Scheune liegen auf einem Haufen neben der Baustelle und sollen beim Neubau wiederverwendet werden. Zwei Schnellladestationen für E-Autos sind angedacht, dazu kommt noch eine öffentliche Ladestelle. Car-Sharing soll mit einem E-Auto für die Bewohner angeboten werden. Zudem werden im ehemaligen Schweinestall Boxen und Ladestationen für E-Bikes gebaut. Alle Handwerker, die das Gebäude hochziehen, seien aus der Region. Auch dies sei ein Zeichen für die Nachhaltigkeit.

Bürgermeister Vogler: „21 Wohnungen ein großer Gewinn“

Er habe zwar angesichts der Preissteigerungen für Materialien und der Lieferengpässe im Baubereich mit sich gerungen, den Gebäudekomplex jetzt zu bauen. Aber da es für ihn ein „Projekt mitHerzblut“ sei, realisiert er es. „Ich glaube, wir schaffen Möglichkeiten der Begegnung und ein Integrationsprojekt, das zukunftsweisend für die Gestaltung von Ortskernen sein kann“, ist er überzeugt. Er kündigte an, dass die Wohnungen nicht verkauft, sondern vermietet werden sollen.

Der Dipperzer Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler (parteilos) sagte, für die Gemeinde sei es toll, dass eine solche Investition umgesetzt werde. „Die geplanten 21 Wohnungen sind ein großer Gewinn.“ Es gebe schon Nachfragen, weil die Bagger auf dem Gelände stehen. Vogler freut sich, dass damit die Ortsmitte von Dipperz belebt werde und ein ehemaliges landwirtschaftliches Gehöft neu genutzt werde. Unterschiedliche Generationen werden zusammenleben. Dabei könnten Jung und Alt voneinander profitieren. „Ein Vorzeige-Projekt“, ist der Bürgermeister überzeugt.

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