Die Milseburghütte (Archivbild).
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Seit Ende September 2019 ist die Hütte nicht mehr bewirtet und verschlossen (Archivbild).

Kommt es zu Einigung?

Zoff um Neubau der Milseburghütte: Außergerichtliche Streitschlichtung soll im März stattfinden

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Erst nach einer Mediation, also einer Vermittlung, die im März stattfinden soll, können der Landkreis Fulda und die Gemeinde Hofbieber sagen, ob überhaupt und unter welchen Bedingungen der Neubau der Milseburghütte realisiert werden kann.  

Hofbieber/Fulda - Tausende von Wanderern passieren auf ihrem Weg zum Milseburggipfel seit nunmehr 15 Monaten die geschlossene Hütte und fragen sich, wie es weitergeht. Nachdem die Hessische Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie (HGON) wegen naturschutzrechtlicher Bedenken gegen den Neubau Klage eingereicht hat, schlug das zuständige Verwaltungsgericht in Kassel eine Mediation vor. Der Termin wird in der ersten Märzhälfte stattfinden.

Die HGON ließ durch ihren Anwalt dem Gericht schon Ende vergangenen Jahres mitteilen, dass sie diesen Vorschlag unterstützt. „Wir befürworten diese Mediation, um eine Lösung mit der Gemeinde Hofbieber und dem Regierungspräsidium Kassel zu erreichen“, erklärte Reinhard Kolb für die HGON. Er hofft, dass beide Seiten aufeinander zugehen und sich einigen können. „Das ist mein Wunsch“, sagt er.

Mediation zum Neubau der Milseburghütte: Landkreis Fulda hofft auf eine Lösung

Ähnlich sehen es Kreis und Gemeinde Hofbieber, die das Projekt gemeinsam umsetzen wollen. „Der Landkreis Fulda erachtet diesen Weg als sinnvoll und hat kein Interesse an einer Hängepartie. Es macht keinen Sinn, eine jahrelange juristische Auseinandersetzung in Kauf zu nehmen. Und das kann auch nicht im Interesse der Klägerin sein. Die Bevölkerung erwartet, dass jetzt eine Lösung gefunden wird. Der Landkreis hält die naturschutzrechtlichen Konflikte für lösbar“, erklärt Kreis-Pressesprecherin Leoni Rehnert. Das Verfahren sei bereits an den Güterichter abgegeben worden, der die Mediation moderieren wird. Ein Termin ist nach Informationen unserer Zeitung in der ersten Märzhälfte angesetzt.

Vieles deutete am 25. November vergangenen Jahres auf den Wiederaufbau der Hütte auf den Fundamenten des bestehenden Gebäudes hin, als die Obere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums die Genehmigung für den Abriss und den Neubau der Hütte nach einem langen Verfahren erteilt hatte. Doch nur zwei Tage später, am 27. November, reichte die HGON Klage beim Verwaltungsgericht Kassel ein. Die Befürchtung der Naturschützer: Dass mit dem Neubau ein touristischer Magnet entsteht und die Hütte größer als geplant wird. Zudem befürchten sie, dass in einem zweiten Abschnitt die Hütte doch mittels einer Bohrung und die Verlegung von unterirdischen Leitungen für Wasser und Abwasser durch das Gestein voll erschlossen wird. (Lesen Sie hier: Streit um Milseburghütte: Landrat Woide reagiert - „Vorwurf der HGON entbehrt jeder Grundlage“)

Milseburghütte: Naturschützer reichten Klage ein

Diese Vorwürfe wiesen sowohl Landrat Bernd Woide (CDU) als auch der Hofbieberer Bürgermeister Markus Röder (parteilos) zurück. Die Gemeinde Hofbieber ist die Eigentümerin des Areals und auch der Hütte. Sie sagten, diese Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage. Die Hütte müsse modern geplant werden. Denn wenn eine Bewirtung in einer neuen Hütte angeboten werde, müssten Hygiene und Brandschutz gewährleistet sein. Seitdem ruhen alle Aktivitäten.

Die Milseburghütte ist in die Jahre gekommen. Seit gut fünf Jahren stand fest, dass etwas passieren muss. Die Frage lautete: Sanierung oder Ersatz-Neubau? Landkreis und Gemeinde Hofbieber entschieden sich 2018 für einen Ersatz-Neubau auf den alten Fundamenten. Der Antrag auf den Bau und damit auf Befreiung von Vorgaben des Naturschutzes wurde im Frühjahr 2020 gestellt.

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