So soll der Ersatzneubau aussehen. Die Grafik zeigt die Brücke aus nordwestlicher Sicht.
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So soll der Ersatzneubau aussehen. Die Grafik zeigt die Brücke aus nordwestlicher Sicht.

Bürger haben viele Fragen

Erster Plan für Neubau der Talbrücke liegt vor - „Kein vollumfänglicher Lärmschutz möglich“

  • Marcus Lotz
    VonMarcus Lotz
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Mit dem Ersatzneubau der Talbrücke bei Uttrichshausen steht dem ohnehin lärmgeplagten Ort eine Großbaustelle bevor. Kein Wunder also, dass sich viele Fragen bei der nun anberaumten Bürgerversammlung um den Lärmschutz drehten.

Uttrichshausen - Der Andrang war groß: Rund 100 Bürgerinnen und Bürger waren in der Mehrzweckhalle zusammengekommen, um den Ausführungen der Vertreter der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und bau GmbH (DEGES) zu lauschen. Gekommen waren Projektleiter Axel Keck, Projektmanager Verkehrsanlage Jens Kutzke, Projektmanager Konstruktiver Ingenieursbau Ingmar Biehler und für die Autobahn GmbH des Bundes der Leiter der Außenstelle Fulda, Peter Wöbbeking.

Projektleiter Keck stellte zunächst einige Eckpunkte des Projekts vor: Die neue Brücke soll 900 Meter lang und 33 Meter breit werden. Auf zwei getrennten Überbauten soll die Fahrbahnbreite 12,50 Meter je Richtung betragen. Die Zahl der Brückenfelder – also den Bereichen zwischen den Pfeilern – wird von 22 auf 14 reduziert. Die Höhe der Brücke soll weitgehend der des Bestandbaus entsprechen.

Durch die veränderte Pfeilerlage wird die Verlegung der Gemeindestraße zum Friedhof erforderlich. Während der Bauzeit wird die Zufahrt zum Friedhof über ein Provisorium sichergestellt. Die Zuwegung der Baustelle soll vorrangig über die Autobahn erfolgen, um das restliche Verkehrsnetz zu schonen.

Fulda: Ersatzneubau der Talbrücke - Lärmschutz gestaltet sich schwierig

Weil der Ersatzneubau als „erheblicher baulicher Eingriff“ im Sinne des Paragrafen 16 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes eingestuft wird, haben nach Auskunft der DEGES die Bewohnerinnen und Bewohner von insgesamt 204 Gebäuden einen Anspruch auf entsprechende Lärmvorsorge. Geplant ist die beidseitige Anbringung transparenter geneigter Lärmschutzwände mit einer Höhe von fünf Metern. Dennoch, das räumten die Vertreter von DEGES ein, sei damit kein vollumfänglicher Schutz vor Lärm möglich.

An 155 Gebäuden beziehungsweise 233 Wohneinheiten würden die Grenzwerte in der Nachtzeit überschritten. Die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Gebäude haben daher einen Anspruch auf passiven Lärmschutz. Welche Haushalte dies betreffe, werde noch veröffentlicht. Insgesamt betrachtet versprach Keck: „Die Lärmsituation wird sich wesentlich verbessern.“ Die Bauarbeiten sollen nur tagsüber, nicht nachts und immer nur an bestimmten Abschnitten der Brücke erfolgen. Der Baulärm werde an verschiedenen Messpunkten im Blick behalten. (Lesen Sie hier: Neue Brücke in Thalaubach - Naturschützer schlagen Alarm)

Martin Müller, Sprecher der BI Lärmschutz Talbrücke Uttrichshausen, Vorsitzender des Bauausschusses sowie selbst Anlieger, kritisierte, dass zahlreiche Haushalte auf passiven Lärmschutz angewiesen seien. Er stellte den anwesenden Vertretern zahlreiche Fragen, etwa, was alles unter passiven Lärmschutz falle. Jens Kutzke nannte hierbei unter anderem den Einbau von Schallschutzfenstern, Dämmung oder Lüftern sowie Mietminderungen als „allerletzte Maßnahme“.

Anwohner wünschen sich ein Bürgertelefon

Hinsichtlich etwaiger Verschmutzungen, etwa von Hausfassaden, Fahrzeugen oder Gärten versprach Kutzke: „Alles, was dreckig gemacht wird, wird auch wieder sauber gemacht.“

Der Ortsvorsteher von Uttrichshausen, Volker Röbig, wandte ein, dass aktiver Lärmschutz das Ziel sein müsse. Kutzke erwiderte, dass hierbei stets die Verhältnismäßigkeit nach den gesetzlichen Vorgaben gegeben sein müsse. So würde etwa eine Einhausung der Baustelle, um den Lärm zu minimieren, wie von Röbig angesprochen, eine „exorbitante finanzielle Aufwendung“ bedeuten, die nicht mehr verhältnismäßig sei.

Auch die anwesenden Bürgerinnen und Bürger hatten viele Fragen. So etwa, ob die Einrichtung eines Bürgertelefons möglich sei, falls es Probleme gebe – was bejaht wurde.

Am Ende bedankten sich sowohl der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Gerhard Müller, also auch Bürgermeister Mark Bagus für den konstruktiven Austausch.

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