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Neue Dachmarke für Fuldas Museen? Stadt will Vermarktung erleichtern

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Von: Sabrina Mehler

Kinder-Akademie, Umweltzentrum, Vonderau Museum: Bisher sind Fuldas Museen und Ausstellungsräume auf sich allein gestellt, wenn es um Marketing geht.
Kinder-Akademie, Umweltzentrum, Vonderau Museum (Bild): Bisher sind Fuldas Museen und Ausstellungsräume auf sich allein gestellt, wenn es um Vermarktung geht. © Sabrina Mehler

Kinder-Akademie, Umweltzentrum, Vonderau Museum: Bisher sind Fuldas Museen und Ausstellungsräume auf sich allein gestellt, wenn es um Öffentlichkeitsarbeit, Werbemaßnahmen und Pädagogik geht. Deshalb soll eine Dachmarke geschaffen werden, um Ressourcen zu bündeln.

Fulda - In Frankfurt zählt das „Museumsufer“ mit seinen rund 30 Häusern zu den wichtigsten internationalen Museumsstandorten, in Berlin gehört die „Museumsinsel“ zu den bedeutendsten Museumskomplexen Europas, und in Bonn haben sich die einzelnen Sammlungen unter der Marke „Museumsmeile“ zusammengeschlossen, um ihre Kräfte zu bündeln. In Fulda hingegen sind die verschiedenen Einrichtungen – wenn auch mit viel Unterstützung durch die Stadt – weitgehend auf sich alleine gestellt. Das könnte sich bald ändern.

Die Idee, eine „Dachmarke Fulda“ zu schaffen, geht auf einen Antrag der CDU-Fraktion zurück, die ein neues Konzept für die Vermarktung der Fuldaer Museen gefordert hatte. Ziel müsse unter anderem sein, eine gemeinsame Stelle für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing zu schaffen, mit deren Hilfe sich die Einrichtungen bei ihrer Außendarstellung abstimmen können.

Fulda: Neue Dachmarke für Museen? Stadt will Vermarktung erleichtern

Bei Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) traf der Vorschlag auf fruchtbaren Boden: „Wir sollten eine solche Dachmarke unbedingt anstreben, um die Fuldaer Museen gemeinsam vermarkten zu können.“ Derzeit betreibe jede Einrichtung für sich einen großen Aufwand, beispielsweise bei der Unterhaltung eigener Social-Media-Kanäle.

Bei dem Vorhaben sollen laut dem Ansinnen der CDU zum einen die städtischen Museen einbezogen werden – darunter natürlich das Vonderau Museum, aber auch die Ausstellungsräume im Stadtschloss, das Umweltzentrum, die Kinder-Akademie, das derzeit noch in der Entstehung begriffene Franz-Erhard-Walther-Museum sowie das Feuerwehrmuseum, das künftig um eine THW-Ausstellung erweitert werden soll.

Hinzu könnte in Zukunft zusätzlich die angedachte Dauerausstellung für jüdisches Leben am Stockhaus kommen. Auch das Dommuseum könnte in die Dachmarke integriert werden, sollte sich das Bistum zu einer Kooperation entscheiden. (Lesen Sie hier: Jerusalemplatz und Areal der früheren Synagoge - Stadt will jüdische Gedenkorte neu gestalten)

Video: Diese Museen in Deutschland sollten man 2022 besuchen

Auf Anfrage betont die Stadt, dass die einzelnen Häuser nach außen weiterhin als selbstständige Einheiten auftreten werden. Vielmehr gehe es darum, die „zentralen Dienste“, also insbesondere die Öffentlichkeitsarbeit, aber auch die Bereiche Verwaltung, Magazine und Museumspädagogik zu bündeln.

Durch die Dachorganisation, deren Arbeitstitel derzeit „Fuldaer Museen“ lautet, könne „das breite Angebot der Stadt“ nach außen deutlich werden, während gleichzeitig nach innen Synergieeffekte genutzt werden können, erklärt der städtische Pressesprecher Johannes Heller.

Die Fuldaer Museen sind sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen beliebt: Wie Heller berichtet, zählte das Vonderau Museum im Jahr 2019 in der Dauerausstellung 11.728 Besucher, in den Sonderausstellungen 10.269 und im Planetarium 14.898. In den Historischen Räumen im Stadtschloss waren es im selben Zeitraum 38.417 Besucher. Die Dachmarke könnte der Museenlandschaft, vor allem nach der Corona-Pandemie, noch mal neuen Auftrieb geben.

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