„Leuchtturm-Projekt“

Neuerungen in der Landkreis-App - schneller und sicherer

Über „ein Leuchtturm-Projekt“ in der Digitalisierung hat sich jüngst der hessische Digitalstaatssekretär Patrick Burghardt informiert. Die neueste Version der App des Landkreises Fulda wurde im Verlagshaus Parzeller präsentiert. Sie wird in den kommenden Tagen in den App-Stores zu finden sein.

Fulda - Die neue Version der Landkreis-App für den Landkreis Fulda kommt mit einer Reihe Highlights daher, die ihre Nutzung nicht nur für die Nutzer komfortabel machen, sondern auch für die Mitarbeiter im Kreishaus selbst. „Die neue Funktion führt zu einer deutlichen Entlastung der Servicestellen“, sagte Sebastian Müller, ehemals Leiter des Projektes Landkreis-App, der auch in seiner neuen Funktion als Landtagsabgeordneter gern aus dem Nähkästchen plauderte.

Fulda: Neuerungen in der Landkreis-App - schneller und sicherer

„Und eine Entlastung ist dringend nötig“, so Müller, der dabei auf die angespannte Personalsituation in den öffentlichen Verwaltungen abzielte. Auf diese Projekt-Erfahrungen Müllers will Staatssekretär Patrick Burghardt nach eigenem Bekunden zukünftig im hessischen Landtag setzen. (Lesen Sie hier: Landkreis Fulda erhält 2,43 Millionen Euro für „Digitales Bauamt“)

„Jetzt habe ich endlich einen geeigneten Sparringspartner, mit dem ich das Thema Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung nach vorn bringen kann“, so Burghardt, der die App des Landkreises Fulda als „gute und kluge Lösung“ bezeichnete, die unbedingt ausgebaut werden sollte.

Im Parzeller Verlagshaus wurde die neue Landkreis-App vorgestellt.

Die Erweiterung der App des Landkreises wurde von der OBCC (Mediengruppe Parzeller) realisiert. Eine ihrer wichtigsten Neuerungen sei ein Systemwechsel, der die Geschwindigkeit der App deutlich erhöhe, erklärte Harald Ziegler, Entwicklungsleiter der OBCC bei der Präsentation. Daneben werde ein neuer Standard beim Datenschutz gesetzt.

Ein weiterer Schwerpunkt bei der Erneuerung habe in der Systemintegration gelegen, die laut dem Geschäftsführer der OBCC, Walter Lorz, zu den Besonderheiten des Gesamtprojektes gehört. So handele es sich bei der Landkreis-App nicht nur um eine App als solche. „Wir sprechen hier über ein hochintegratives technisches Konstrukt, über das Bestandssysteme der Kreis-Verwaltung mittels Schnittstelle angebunden wurden.“

Im Ergebnis könnten sogenannte Workflows abgebildet werden, die durchgängig digital seien, so Lorz. Bei vielen anderen Lösungen würden digitale Formulare in analogen Workflows, sprich von den Verwaltungen ausgedruckt, in physischen Ordnern enden. Wie diese Integration konkret aussieht, präsentierten Barbara Ambros und Paulina Baier vom Landkreis Fulda anhand eines praktischen Beispiels. Konkret ging es dabei um eine Funktion zum Hochladen von Dokumenten.

„Wir sprechen hier über ein hochintegratives technisches Konstrukt“

So kann der Nutzer die für ein Fachverfahren im Bereich Arbeit und Soziales notwendigen Unterlagen via App übermitteln. Diese Unterlagen landen direkt im Dokumenten-Management der Kreisverwaltung. Und nicht nur das: „Durch entsprechende Systemeinstellungen gehen die Dokumente direkt an den zuständigen Sachbearbeiter“, wie Fachdienstleiter Jürgen Stock (Landkreis) ergänzte. Nicht zu vergessen sei an dieser Stelle, dass sich die Kunden einige Fahrten zum Kreishaus sparen könnten.

Erich Limpert äußerte als Fachdienstleiter Informationstechnik im Landkreis, dass es noch einige Wünsche an Funktionsbausteinen gibt. Auf dem Wunschzettel ganz oben stünden die Upload-Funktion in anderen Fachverfahren, über die die Download-Zahlen der App und die Nutzungsintensität weiter gesteigert werden könnten. Aktuell wurde die Anwendung rund 13.000-mal aus den Stores geladen.

Wichtig wäre zudem, und da sprach Limpert dem Staatssekretär aus dem Herzen, eine Anbindung an das Bürgerportal und das damit verbundene Bürgerkonto zu schaffen. Über diesen Weg könnte der App-Anwender eine Vielzahl von Verwaltungsleistungen mit einer einzigen Anmeldung online in Anspruch nehmen.

„Damit aus unserer Wunschliste Realität wird, bedarf es entsprechender Fördermittel seitens des Landes“, so Erich Limpert, der mit seiner Forderung nicht nur den Staatssekretär, sondern auch den Landtagsabgeordneten Sebastian Müller adressierte. Genau am Erfüllen dieser Forderung werden sich Staatssekretär und Landtagsabgeordneter dann messen lassen müssen. „Es ist das Rathaus in der Hosentasche“, wie es Burghardt zusammenfasste, den vor allem auch das Zusammenspiel aller Kommunen im Landkreis Fulda bei der App beeindruckte.

Neue Landkreis-App ist fester Bestandteil des Unterrichts an der Konrad-Zuse-Schule

Konsens herrschte bei der Einschätzung, dass die Landkreis-App mit dem weiteren Ausbau Modell-Charakter habe. Nicht nur in technischer Hinsicht. Und nicht nur für Hessen. So verwies Walter Lorz darauf, dass die App fester Bestandteil des Unterrichts an der Konrad-Zuse-Schule sei. Dort lernten die Auszubildenden im Bereich Verwaltungsfachangestellte anhand der App von Beginn an die Funktionen der digitalen Dienstleistungen des Landkreises Fulda kennen. Und somit auch den Umgang mit diesen. Für die beiden Politiker war das neu.

Damit die App auch an anderer Stelle Schule macht, bot Lorz seitens der OBCC an, die direkte Zusammenarbeit mit dem GovTechCampus Deutschland in Berlin zu suchen, den die hessische Landesregierung mit initiiert hat. Ein erster Kontakt wurde dazu bereits über Staatssekretär Burghardt hergestellt. Gut möglich, dass die Technologie zur Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung aus Fulda über diesen Weg einen entscheidenden Beitrag dazu liefert, weitere Leuchttürme zu bauen. (sur)

Rubriklistenbild: © Suria Reiche