US-Autor Noah Gordon ist gestorben. Peter Scholz erinnert sich an eine Begegnung in Boston.
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US-Autor Noah Gordon ist gestorben. spotlight-Chef Peter Scholz erinnert sich an eine Begegnung in Boston.

Stück in Fulda inszeniert

„Der Medicus“-Autor Noah Gordon ist gestorben - Musicalszene in Fulda erinnert sich

  • Anke Zimmer
    VonAnke Zimmer
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Noah Gordon war fast 60, als sein wohl international bekanntestes Buch erschien. Aus „Der Medicus“ wurde eine Trilogie, die Millionen Menschen auf der Welt fesselte. In Fulda wurde eine Musicalversion inszeniert. Nun trauern seine Fans um ihn. Peter Scholz erinnert sich.

New York/Fulda - Den Tod des 95-Jährigen bestätigte am Dienstag der Verlag Penguin Random House unter Berufung auf die Literaturagentur Mohrbooks in der Schweiz, die den Schriftsteller vertrat. Gordons Familie schrieb auf Facebook, er sei am Montag zu Hause gestorben. Erst kürzlich habe der Bestseller-Autor noch mit Freude seinen Geburtstag gefeiert.

Er sei dankbar für das lange und fruchtbare Leben gewesen, das er geführt habe. „Noahs Leben und Werk haben das Leben von Millionen von Lesern auf der ganzen Welt berührt. Sein Werk lebt weiter“, heißt es in dem Post.

Fuldaer Musical-Szene trauert um US-Autor Noah Gordon

Der am 11. November 1926 in Worcester im US-Bundesstaat Massachusetts geborene Gordon hatte sich schon früh für Literatur interessiert. Doch der Sohn jüdischer Eltern sollte Medizin studieren, um finanziell abgesichert zu sein. Ein Semester am College hielt er durch, dann schrieb er sich, ohne seinen Eltern davon zu erzählen, für Journalismus ein. Die Laufbahn als Reporter – er arbeitete zunächst bei seiner Heimatzeitung „The Worcester Telegram“ und dann als Wissenschaftsjournalist beim „Boston Herald“ – ebnete ihm schließlich den Weg zum Schriftsteller.

Peter Scholz erinnert sich

„Ich hatte die Freude und Ehre, Noah Gordon in Boston persönlich kennenlernen zu dürfen. Ich besuchte ihn und seine Frau in dem Altersruhesitz, in dem er jetzt friedlich verstorben ist. Noah war ein enorm warmherziger, interessierter und geduldiger Mensch. Ich schenkte ihm einen Bildband über Fulda, und er schaute sich alles Bilder ganz interessiert und begeistert an.

Ich hatte ihm sechs Stunden am Stück von unserer Vision eines „Medicus“-Musicals erzählt. Ich muss sehr überzeugend gewesen sein, denn er ist dabei eingeschlafen. Seine Frau sagte damals, ich solle ihn nicht wecken. Wir haben dann Tee getrunken, und als Noah wieder aufgewacht war, gingen wir was essen. Es fühlte sich sehr vertraut und persönlich an. Für dieses Treffen war und bin ich sehr dankbar. Ich habe seiner Familie bereits kondoliert und bin mir sicher, dass Noah einen liebevollen und friedvollen Abschied im Kreise seiner Familie hatte.“

Peter Scholz ist Geschäftsführer der Fuldaer Musicalproduktionsfirma spotlight. Einer der großen Erfolge des Unternehmens ist „Der Medicus“.

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Noah Gordon: Erster Roman in 1965 - Dann Großer Durchbruch mit Medicus

Gordons erster Roman, „Der Rabbi“ (1965) hielt sich 26 Wochen auf der Bestsellerliste der „New York Times“. Der große Erfolg gelang ihm aber mit „Der Medicus“, der 1986 erschien. Darin macht sich der Waisenjunge Rob Cole im 11. Jahrhundert auf den Weg von England ins persische Isfahan, um bei dem berühmten Arzt Ibn Sina Medizin zu studieren.

Es folgten die Fortsetzungen „Der Schamane“ (1992) und „Die Erben des Medicus“ (1995). Die „Medicus“-Verfilmung unter Regie von Philipp Stölzl kam 2013 in die Kinos. Das Fuldaer Musicalunternehmen spotlight sicherte sich die Bühnenrechte. 2016 erlebte „Der Medicus“ im Schlosstheater der Barockstadt seine Uraufführung. (mit dpa-Material)

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