In einer Umfrage unter Fuldaer Bürgern vor der morgigen Oberbürgermeister-Wahl ging es darum, was sie tun würden, wenn sie Stadtoberhaupt wären.
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In einer Umfrage unter Fuldaer Bürgern vor der morgigen Oberbürgermeister-Wahl ging es darum, was sie tun würden, wenn sie Stadtoberhaupt wären.

Umfrage in der Stadt

„Wenn ich Oberbürgermeister wäre...“: Das würden Bürger in Fulda als Erstes ändern

Ob Heinrich Heine mit „Ach wenn ich nur der Schemel wär …“ oder Rio Reisers „König vonDeutschland“ – immer wieder wird darüber sinniert wie es wäre, jemand anderer zu sein. 

Fulda - In einer Umfrage unter Bürgern aus Fulda vor der morgigen Oberbürgermeister-Wahl ging es darum, was sie tun würden, wenn sie Stadtoberhaupt wären. (Lesen Sie hier: Oberbürgermeister-Wahl in Fulda: Jonathan Wulff und Heiko Wingenfeld gehen in Wahlkampf-Endspurt).

Der Fuldaer Ulrich Goßmann (76) hat da klare Vorstellungen. Er würde die Corona-Impfsituation anders angehen: „Wir müssen sinnvoll impfen und nicht nach Altersklasse.“ Ein weiterer Punkt, den er als Stadtoberhaupt Fuldas angehen würde: Regelmäßig fielen ihm die dreckigen Straßen in der Innenstadt auf.

Umfrage in Fulda: „Wenn ich Oberbürgermeister wäre...“

Strengere Corona-Maßnahmen in der aktuellen Pandemie wünscht sich auch Tugce Kodaman (30), die gerade von Berlin nach Lauterbach gezogen ist. „Wäre ich Oberbürgermeisterin, würde ich dafür sorgen, dass das Ordnungsamt und die Polizei härter durchgreifen. Immer wieder sieht man Menschen in Gruppen zusammen. Kein Wunder, dass die Zahlen nicht runtergehen“, sagt sie energisch. Als Jurastudentin wünsche sie sich zudem eine juristische Bibliothek in der Barockstadt.

Martin Suleymanov (21) aus Fulda fehlen kulturelle Angebote in der Innenstadt. Dafür würde er das leerstehende Galeria-Kaufhof-Gebäude nutzen und zu einem Kulturzentrum umwandeln. „Dort sollen Kunst, Musik, Theater und Sport ein neues Zuhause finden. Sogar Platz für Konzerte wäre dort genug.“

Video: Wingenfeld und Wulff diskutieren beim Forum der Fuldaer Zeitung

Marcel Liebig (27) aus Niesig und Petra Day (64) aus Künzell ist die Parkplatzsituation ein Dorn im Auge, vor allem die am Gemüsemarkt. „Man findet dort absolut keinen Parkplatz“, beklagt Day. Deshalb schlägt sie vor, Zeitspannen einzuführen. Zudem würde sie die Mieten für Wohnungen in Fulda senken. „Wohnungsmieten sind hier viel zu hoch, das ist sehr schade. Sie sollten wieder bezahlbar werden.“

Dem schließt sich die Eichenzellerin Marita Krenzer-Reuen (65) an: „Ich würde die Mieten für die kleinen Läden, die unsere Stadt so lebens- und liebenswert machen, senken.“ Zudem wünsche sie sich, dass die Friedrichstraße zur Fußgängerzone und die Stadt somit verkehrsberuhigter wird. Auch einen Ausbau der Fuldaer Radwege würde sie als Oberbürgermeisterin vorantreiben.

Was Fuldaer Bürger in der Stadt ändern würden

Apropos Verkehr: Andreas Hauschild (44) aus Berlin, der seit Jahren aus beruflichen Gründen regelmäßig in Fulda ist und die Stadt deshalb ziemlich gut kennt, stört sich an einer Sache: dem Busfahrplan. „Der Fahrplan ist, gelinde gesagt, eine absolute Katastrophe. Ich würde deshalb als Oberbürgermeister dafür sorgen, dass die Busse zu sinnvollen Uhrzeiten und vor allem regelmäßig fahren.“ Besonders an den Wochenenden kämen oft lange Wartezeiten aufgrund der Fahrzeiten zustande.

Durch die Pflanzung junger Bäume in der gesamten Bahnhofstraße fehle ihm „ab und zu ein schattiges Plätzchen“ und Grün in der Innenstadt. Dies würde er als Oberbürgermeister umgehend ändern. Abgesehen davon müsse sich seiner Meinung nach in Fulda gar nicht so viel ändern, da ihm die Stadt insgesamt sehr gut gefällt. (Lesen Sie hier: Fazit nach dem FZ-Forum: Fuldas Oberbürgermeister-Kandidaten Wulff und Wingenfeld sind zufrieden).

Die Ärztinnen Lisa Schulte und Viktoria-Anna Nteli (beide 32) sind erst vor Kurzem von Freiburg und Frankfurt nach Fulda gezogen. Sie finden, dass mehr Geld in die medizinische Versorgung fließen sollte: „Wir würden beide erst einmal die Krankenhäuser finanzieren.“ Nteli würde als Oberbürgermeisterin auch für mehr Wohnraum direkt in der Innenstadt sorgen. „Es ist schwierig, eine kleine Wohnung im Zentrum von Fulda zu finden“, sagt sie. (Leon Weiser, Alina Komorek und Celina Lorei)

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