In diesem Wahlkampf gilt: Abstand halten statt Haustür-Klinken putzen. Deshalb will Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld an den kommenden Samstagen alle 24 Fuldaer Stadtteile erwandern.
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In diesem Wahlkampf gilt: Abstand halten statt Haustür-Klinken putzen. Deshalb will Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld an den kommenden Samstagen alle 24 Fuldaer Stadtteile erwandern.

Erste Etappe nach Lüdermünd

Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld startet in den Wahlkampf - Zu Fuß in alle Stadtteile

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Jetzt ist er in den Wahlkampf gestartet: Zu Fuß will der 47-Jährige alle 24 Stadtteile erwandern. Beim ersten Termin ging’s mit seinen zwei Söhnen sowie digital begleitet von Bürgern in den sozialen Netzwerken vom Stadtschloss bis nach Lüdermünd.

Fulda - Wer unter den widrigen Corona-Pandemie-Bedingungen den Kontakt zu seinen potenziellen Wählerinnen und Wählern halten will, muss sich etwas einfallen lassen: Deshalb hat Dr. Heiko Wingenfeld – ein begeisterter und erfahrener Jakobsweg-Pilger – am Wochenende die Wanderschuhe geschnürt: Gemeinsam mit seinen beiden Söhnen, 13 und 14 Jahre alt, startete der erste Teil der „Fulda-Tour“.

„Ich will wissen, wo der Schuh drückt – ob auf einem Spielplatz ein Spielgerät fehlt oder irgendwo der Kanaldeckel klappert“, erklärt Wingenfeld. An insgesamt sieben Samstagen will der Bewerber ums Oberbürgermeisteramt die Stadtteile per pedes erkunden. Ursprünglich hatte er auf Begegnungen und einen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern gehofft. „Das ist derzeit leider nicht machbar“, sagt der Oberbürgermeister. Weil er angesichts der immer noch hohen Corona-Inzidenz im Kreis Fulda kein Risiko eingehen möchte, habe er allen abgesagt, die mitwandern oder ihn unterwegs treffen wollten. Interessierte Bürger und Bürgerinnen konnten ihn trotzdem begleiten: digital über die Sozialen Medien.

Fulda: Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld startet in den Wahlkampf

Auf Facebook und Instagram veröffentlichte Wingenfeld Fotos von seiner Landpartie: vom in die Jahre gekommenen Hartplatz der Gläserzeller Schule, vor dem Kämmerzeller Ortsschild oder bei der Wanderpause auf der Ruhebank. Schon im Vorfeld hatten ihn Fuldaer per E-Mail auf Orte aufmerksam gemacht, die er sich anschauen solle. Der Gläserzeller Ortsbeirat ließ ihm ein Schreiben zukommen, das ihn an bestimmte Plätze dirigierte: zum Bürgerhaus zum Beispiel, an dem die Holzfassade abblättert, und zum Bauwagen, den die Jugendlichen gern als Treffpunkt nutzen.

Es ist in diesem Jahr ein völlig anderer Wahlkampf, als Heiko Wingenfeld ihn kennt: „Vor sechs Jahren habe ich Hausbesuche gemacht, Gesprächstermine mit Vereinen wahrgenommen und an Diskussionsveranstaltungen teilgenommen“, erinnert er sich. Doch so bedauerlich die derzeitige Situation auch sei: „Digital ist ein Wahlkampf ebenfalls machbar.“ Die Wanderungen in die Stadtteile seien hervorragend geeignet: „Man nimmt die Dinge beim Wandern und wenn man vor Ort ist, ganz anders wahr“, erläutert er.

Heiko Wingenfeld will alle 24 Stadtteile erwandern

Ein paar Hindernisse gab es allerdings: Weil die Fulda über die Ufer getreten war, musste der ursprünglich angepeilte Wanderweg geändert werden. Daher ging es bei der Rochuskapelle bei Kämmerzell durch den Wald: „Dabei gab es einiges zu entdecken, den Weg kann ich empfehlen“, unterstreicht Wingenfeld. Weil das Trio unterwegs immer wieder Fotos für die Internetgemeinde schoss, sich viel anschaute und auch mal eine wohlverdiente Pause machte, dauerte es länger als gedacht: Nach rund fünf Stunden kam gegen 17 Uhr endlich das Ortsschild von Lüdermünd in Sichtweite. „Ich ziehe für unseren ersten Termin eine positive Bilanz“, sagte Wingenfeld am Ende der ersten Tour. Einen Wunsch für die nächsten Wanderungen hat er trotzdem: „Ich hoffe, dass es bald etwas mehr Möglichkeiten zur persönlichen Begegnung geben wird.“

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