Am 14. März wird in Fulda der Oberbürgermeister gewählt.
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Am 14. März wird in Fulda der Oberbürgermeister gewählt.

Wählergruppen wollen neutral bleiben

Oberbürgermeisterwahl in Fulda: Wingenfeld und Wulff erhalten keine Unterstützung von anderen Parteien

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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Ohne den Rückenwind anderer Parteien müssen Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) und Jonathan Wulff (SPD) bei der Fuldaer Oberbürgermeisterwahl um Stimmen kämpfen. Keiner der weiteren im Stadtparlament vertretenen Gruppen will eine Wahlempfehlung für den 14. März aussprechen.

Fulda - In knapp viereinhalb Wochen bestimmen die Bürger und Bürgerinnen ihren neuen Oberbürgermeister in Fulda. Die Wahl findet zeitgleich mit der Kommunalwahl statt. Ein CDU-Amtsinhaber und ein SPD-Herausforderer ringen ums Amt. Auf die Unterstützung weiterer Parteien oder Wählergruppen müssen beide verzichten.

Selbst die CWE will sich - trotz Zusammenarbeit im Stadtparlament - nicht auf Oberbürgermeister Wingenfeld festlegen. „Wir sprechen keine Wahlempfehlung aus“, macht Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzender Martin Jahn klar. Bei der CWE könne jeder abstimmen, wie er wolle. Eine Tendenz lässt sich jedoch erahnen, wenn Jahn über beide Bewerber spricht. Mit Oberbürgermeister Wingenfeld und der CDU habe man sich in den vergangenen Jahren „zusammengerauft“, sagt er und ergänzt: „Eine Wiederwahl von Dr. Wingenfeld würden wir nicht negativ sehen.“ Zwar sei das eine oder andere Thema „ausgefochten“ worden, man habe aber trotz manchmal unterschiedlicher Meinung vertrauensvoll zusammengearbeitet und Kompromisse gefunden.

Oberbürgermeisterwahl in Fulda: Heiko Wingenfeld und Jonathan Wulff ohne Rückenwind

Auch Jonathan Wulff könne kommunalpolitische Themen gut meistern, glaubt der CWE-Vorsitzende. Allerdings sei man bei vielen Sachthemen „von der SPD ziemlich weit entfernt“. Seiner Meinung nach machten die Sozialdemokraten zu viel Parteipolitik, die auf kommunaler Ebene meist fehl am Platz sei.

Über eine Wahlempfehlung haben sich die Grünen zwar Gedanken gemacht, sich aber dagegen entschieden, erklärt Stadtverbandsvorsitzender Walter Rammler: „Die Mitglieder sollen selbst schauen, mit welchem Kandidaten es die meisten Überschneidungen gibt.“ Fraktionschefin Silvia Brünnel erklärt mit Blick auf die vergangene Wahlperiode: „Die Zusammenarbeit mit Dr. Wingenfeld war vertrauensvoll und wertschätzend - und auch bei kontroversen Themen sachlich und respektvoll.“ Unterschiedliche Meinungen habe es bei den Themen Verkehrswende und Klimaschutz gegeben. Übereinstimmungen verortet Brünnel etwa bei den Themen Antisemitismus und Rassismus.

Walter Rammler: Mitglieder sollen schauen, mit welchem Kandidaten es die meisten Überschneidungen gibt

Jonathan Wulff schätze sie sehr als Fraktionsvorsitzenden der SPD. Er sei kompetent und bei Sitzungen bestens vorbereitet. Das Verhältnis sei von Wertschätzung und Vertrauen geprägt, so Brünnel. Inhaltlich würden beide Fraktionen beim sozialen Wohnungsbau und dem Ausbau von Ganztagsschulen übereinstimmen.

Auch von der FDP gibt es keine Empfehlung. Sibylle Herbert, Stadträtin und Vorsitzende des Stadtverbands, sagt: „Liberale wissen am besten selbst, wen sie wählen wollen.“ Nur einmal habe die FDP eine Empfehlung abgegeben, erinnert Herbert. Das sei 1998 gewesen, als die Freien Demokraten gemeinsam mit SPD und Grünen Professor Josef Dehler unterstützt hatten, der seinerzeit gegen OB Alois Rhiel angetreten war und mit 31 Prozent der Stimmen dem Amtsinhaber unterlegen war.

Stadträtin über Heiko Wingenfeld: Er sei menschlich und habe meist ein offenes Ohr

Auch wenn es keine Empfehlung gibt, sagt die Stadträtin über Heiko Wingenfeld: „Wir arbeiten im Magistrat gut zusammen.“ Er sei menschlich und habe meist ein offenes Ohr - „obwohl er mehr CDU ist als es vorher Oberbürgermeister Möller war“, findet sie. Dass Ideen von anderen Fraktionen oft weniger Gehör fänden, liege möglicherweise auch an seiner Fraktion. Wingenfelds Gegenkandidat Jonathan Wulff von der SPD sei honorig, menschlich und ein guter Fraktionsvorsitzender, urteilt Herbert.

Die Wählergruppe Links für Soziale Gerechtigkeit gibt zwar ebenfalls keine Wahlempfehlung. Fraktionsvorsitzende Karin Masche hat aber einen persönlichen Favoriten: Sie will Jonathan Wulff wählen und damit den Kandidaten unterstützen, der den Schwerpunkten der Fraktion am nächsten steht. Dazu gehöre der Wunsch nach Gründung einer kommunalen Wohnungsgesellschaft. Entsprechende Anträge ihrer Fraktion habe Oberbürgermeister Wingenfeld stets abgelehnt.

„Keine großen Unterschiede“ bei den Kandidaten sehen derweil die „Bürger für Osthessen“, sagt Fraktionsvorsitzender Anton Rummel. Aus Sicht der Steuerzahler sei es aber besser, wenn Wingenfeld Oberbürgermeister bliebe.

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