Jana Koch-Zeißig, Björn Henkel (Mitte) und Björn Amadeus Kahl beim „Ort der guten Nachrichten“.
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Pfarrerin Jana Koch-Zeißig und Pfarrer Björn Henkel (Mitte) mit dem Rotkehlchen freuen sich über den zweiten Platz beim Verkündigungspreis. Ihnen gratuliert Laudator Björn Amadeus Kahl.

Evangelische Gemeinde

„Ort der guten Nachrichten“ der Christuskirche erhält Stiftungspreis: Zweiter Platz für Riesen-Rotkehlchen

  • Sabrina Mehler
    VonSabrina Mehler
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Schlechte Nachrichten gab es im vergangenen Jahr genug: Das hat sich auch die evangelische Christusgemeinde in Fulda gedacht und initiierte deshalb den „Ort der guten Nachrichten“. Für diese kreative und Mut machende Aktion wurden die Organisatoren am 25. Juni mit einem Stiftungspreis gewürdigt.

Das Riesen-Rotkehlchen hatte im vergangenen Corona-Jahr für viel Aufsehen in Fulda gesorgt: Die Kunst-Installation hing nicht nur lange Zeit im Altarraum der Christuskirche, sondern tourte auch durch Fulda und machte unter anderem Station am Uniplatz. Wer gute Nachrichten hatte, der durfte sie an das Rotkehlchen anheften. Diese Idee fand die Bergmoser + Höller Stiftung so originell, dass der „Ort der guten Nachrichten“ mit dem zweiten Platz des alljährlich vergebenen Verkündigungspreises ausgezeichnet wurde.

Dabei geht es darum, Initiativen zu würdigen, die es schaffen, die „Sehnsucht nach Gottes Wort“ zu wecken und die Freude am Glauben lebendig zu halten, erklärte Christiane Nolting, Vorsitzende des Kuratoriums, gestern in der Orangerie. Der Preis solle nicht nur den Preisträgern Rückenwind geben, sondern auch andere Christen motivieren.

Fulda: „Ort der guten Nachrichten“ der Christusgemeinde erhält Stiftungspreis

Die Laudatio für alle drei Preisträger hielt Björn Amadeus Kahl, der 2014 an der Castingshow „Voice of Germany“ teilgenommen hatte und heute als Künstler und Produzent tätig ist und vom Glauben und der Liebe Gottes singt. Bevor er eine Kostprobe seines Talents mit dem Lied „Dieses schöne Leben“ gab, erklärte er: „Wir wissen, wie gut uns Dankbarkeit tut – und wie schnell wir den Sinn für die großen und kleinen Dinge im Leben verlieren.“ Genau dies habe die Initiative „Ort der guten Nachrichten“ aufgegriffen.

Dabei verlas Kahl einige der Nachrichten, die die Fuldaer hinterlassen hatten – sie reichten von der Freude über zwölf Lämmchen im Heimattiergarten bis hin zum Pfingstgottesdienst, der im Auto erlebt wurde. „All dies sind kurze Nachrichten, die berühren“, sagte Kahl.

„Ort der guten Nachrichten“ in Fulda - denn schlechte Nachrichten gab es im Pandemie-Jahr genug

Pfarrerin Jana Koch-Zeißig und Pfarrer Björn Henkel stellten noch einmal die Idee hinter ihrem Projekt vor: Man habe den Menschen Hoffnung geben und sie inspirieren wollen – insbesondere in einer Zeit, in der es viele schlechte Nachrichten gegeben habe. Um diese Intention zu unterstützen, hatte die Christusgemeinde Partner mit ins Boot geholt – neben der Stadt Fulda, dem Vonderau Museum, dem Evangelischen Kirchentag mit Sitz in Fulda, der IHK Fulda, dem Diakonischen Werk und dem Kooperationsraum Fulda Mitte-West auch unsere Zeitung. (Lesen Sie hier: Christuskirche Fulda wird für „Ort der guten Nachrichten“ mit Preis ausgezeichnet)

Der Preis

Der Preis wird von der 2010 in Aachen gegründeten Bergmoser + Höller Stiftung vergeben. Der Stiftung geht es um „ein mutiges, kreatives und zeitgemäßes christliches Glaubenszeugnis an der Basis der Gesellschaft“. Sie macht Mut für ein entschlossenes Glaubenszeugnis, für Experimente und ungewöhnliche Aktionen und für ökumenische Gemeinsamkeit im Bekenntnis zu christlichen Werten. Die Konfession spielt dabei keine Rolle.

Dazu vergibt die Bergmoser + Höller Stiftung einmal im Jahr den Verkündigungspreis an Einzelne, Gruppen, Initiativen oder Gemeinden, die auf kreative Weise die Frohe Botschaft des christlichen Glaubens in ein weitgehend atheistisches Umfeld bringen.

Den ersten, mit 5000 Euro dotierten Preis belegte die Idee einer mobilen modularen Kirche der Kirchengemeinde Brannenburg im Landkreis Rosenheim. Der „Ort der guten Nachrichten“ der evangelischen Christuskirche in Fulda wurde mit dem zweiten Platz und einem Preisgeld in Höhe von 3000 Euro ausgezeichnet, gefolgt von der „Pop Up Church“ der Nordkirche in Hamburg (2000 Euro Preisgeld).

Auf dem Instagram-Account „Fuldaer Zeitung“ waren jeden Samstag gute Nachrichten und verschiedene Videos mit Persönlichkeiten und Initiativen der Stadt und der Region veröffentlicht worden.

Alle Nachrichten wurden nicht nur an der Identifikationsfigur des Rotkehlchens befestigt, sondern auch auf der Webseite gute-nachrichten.diakonie-fulda.de/ gesammelt. Mittlerweile hat das Rotkehlchen seinen Platz in einer Sammlung von Corona-Zeitfundstücken im Vonderau Museum gefunden.

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