Polizei
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In Osthessen werden zusätzliche Polizisten eingestellt. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Straftaten. (Symbolbild)

Ministerium zufrieden

Weniger Straftaten, aber mehr Beamte: Polizei will Sicherheitsgefühl erhöhen

  • Volker Nies
    VonVolker Nies
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Die osthessische Polizei erhält Verstärkung: Das Land hat dem Präsidium mit Wirkung ab August elf zusätzliche Stellen zugewiesen. Schon in den vergangenen Jahren wuchs die Zahl der Polizisten in Osthessen – obwohl die Zahl der Straftaten sinkt.

Fulda - Die Trends sind auffällig gegensätzlich: Die Zahl der Vollzugsbeamten – also der Beamten im Außeneinsatz – in Osthessen ist von 2010 bis 2020 um 82 oder zwölf Prozent gestiegen. Rechnet man die elf Vollzugsbeamten hinzu, die jetzt gekommen sind, ergibt sich ein Zuwachs von fast 14 Prozent. Mitte des vergangenen Jahrzehnts stagnierte die Beamtenzahl etwas, aber im Trend ging sie kontinuierlich nach oben – wie in allen Präsidien in Hessen.

Währenddessen ist die Zahl der Straftaten in Osthessen stark gesunken – von 2010 bis 2020 um 4100 oder 18 Prozent. Seit 2017 wächst die Zahl wieder leicht, aber sie bleibt deutlich unter dem Niveau von Anfang des Jahrzehnts.

Fulda: Osthessen bekommt mehr Polizisten - obwohl es weniger Straftaten gibt

Braucht die osthessische Polizei dann überhaupt mehr Beamte? „Ja“, sagt Polizeipräsident Günter Voß. „Im vergangenen Jahr wurden die zusätzlichen Stellen vor allem zur personellen Stärkung des Wach- und Wechselschichtdienstes bei den Polizeistationen und der Kriminalpolizei eingesetzt.“

Zudem sei bereits in den vergangenen Jahren die Kriminalitätsbekämpfung mit der Einrichtung einer Operativen Einheit Fulda, eines Kommissariats für Auswerte- und Analyseaufgaben, einem Kriminaldauerdienst (KDD) und eines Fahndungs- und Observationskommissariats gestärkt worden.

„Mit den zusätzlichen Stellen setzen wir in diesem Jahr den Schwerpunkt personeller Verstärkung bei den Ermittlungsdienststellen der Kriminalpolizei und der polizeilichen Präsenz vor Ort“, erklärt Voß.

Dennoch: Wenn die Zahl der Straftaten sinkt, bedeutet das dann nicht weniger Arbeit für die Polizei? Das hessische Innenministerium sieht keinen Widerspruch, sondern eine Verbindung zwischen beiden Entwicklungen: „Ihre Beobachtung ist richtig, dass mit der deutlichen personellen Verstärkung der hessischen Polizei sukzessive weniger Straftaten registriert wurden. Die durch die personelle Verstärkung einhergehende erhöhte polizeiliche Präsenz hat offensichtlich eine positive Wirkung auf die Anzahl der erfolgten Straftaten.“

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Zugleich habe die hessische Polizei die Aufklärungsquoten deutlich verbessert – und dies, obwohl die Anzahl der Straftaten abgenommen habe. „Die Kriminalstatistik zeigt: Nie zuvor war die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, in Hessen so gering wie heute und zugleich das Risiko für Verbrecher, geschnappt zu werden, so hoch wie heute.“ Diese positive Entwicklung gehe einher mit der erfolgten Stärkung der hessischen Polizei, erklärt das Innenministerium.

Gleichzeitig hätten sich aber auch neue Herausforderungen für die Polizei ergeben: „Cyberkriminalität ist ein Beispiel. Mit einem speziellen Studiengang werden hierfür Spezialisten innerhalb der Polizei ausgebildet“, berichtet das Ministerium. Die Polizei leiste auch viel Präventionsarbeit, um Kriminalität zu verhindern und das subjektiv empfundene Sicherheitsgefühl der Bürger zu erhöhen.

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