Bei der Übergabe des Gebäudes (von links): Stadtbaurat Daniel Schreiner, Fördervereins-Vorsitzender Stefan Grauel, Pfarrer Markus Agricola und Pfarrerin Tina Oehm-Ludwig.
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Bei der Übergabe des Gebäudes (von links): Stadtbaurat Daniel Schreiner, Fördervereins-Vorsitzender Stefan Grauel, Pfarrer Markus Agricola und Pfarrerin Tina Oehm-Ludwig.

Übergabe an Förderverein

Aussegnungshalle am Alten Horaser Friedhof wird Herzstück im neuen „Park der Stille“

Die Stadt Fulda hat die frisch renovierte Aussegnungshalle auf dem Alten Horaser Friedhof an einen Förderverein übergeben. Dieser soll dafür sorgen, dass der ehemalige Friedhof bald zu einem „Park der Stille“ wird.

Fulda - Er liegt etwas versteckt am Hang des Kalvarienbergs, doch wenn man den Ort erst einmal gefunden hat, steht man inmitten einer grünen Oase: Die Rede ist vom Alten Horaser Friedhof. Selbst vielen Einheimischen ist das idyllische Gelände, das von der Marienstraße aus kaum zu sehen ist, unbekannt. Doch das könnte sich bald ändern: Der Alte Friedhof, auf dem nach 1996 keine Beisetzungen mehr stattfanden, soll zu einem „Park der Stille“ werden und an die geplante touristische Spaziergang-Route „Bonifatiusstieg“ angebunden werden.

Jetzt wurde das frisch renovierte „Herzstück“ des künftiges „Parks der Stille“, die unter Denkmalschutz stehende frühere Aussegnungshalle, von der Stadt Fulda an den Förderverein „Park der Stille“ Fulda-Horas e.V. übergeben. Gleichzeitig wurde damit das Startsignal für die künftige kulturelle Nutzung des Gebäudes und des Geländes gegeben. 

Fulda: Herzstück für neuen „Park der Stille“ - Aussegnungshalle am Horaser Friedhof

Fuldas Stadtbaurat Daniel Schreiner skizzierte noch einmal die Entstehungsgeschichte der Aussegnungshalle, die 1951 durch die Stadt Fulda errichtet wurde. Später wurde der Friedhof in Richtung Bahnlinie erweitert, die Aussegnungshalle rückte damit mehr in die Mitte des Areals. (Das könnte Sie auch interessieren: Liebesschlösser in den Fuldaauen werden entfernt - Paar kämpft für sein Schloss)

Die Bürgerinnen und Bürger der ursprünglich eigenständige Gemeinde Horas, die bereits 1938 als Stadtteil nach Fulda eingemeindet worden war, hatten noch bis 1996 den Alten Friedhof als Begräbnisstätte nutzen können. Zwar gibt es aus dieser Zeit immer noch Gräber, die auch gepflegt werden, jedoch laufen die Ruhe- beziehungsweise Liegezeiten in den nächsten Jahren nach und nach aus. Die Pläne sehen vor, dass die Grabsteine, sofern die Familien dies wünschen, auch im „Park der Stille“ erhalten bleiben – schließlich besitzen die Steine über die individuelle Erinnerung an die jeweiligen Verstorbenen hinaus auch einen Wert als Zeugnisse der Handwerkskunst ihrer Entstehungszeit. Ein besonderes Zeitdokument sind zum Beispiel auch die Grabsteine der im Zweiten Weltkrieg bei einem Luftangriff getöteten Menschen aus Horas.

„Park der Stille“ in Fulda - Förderverein plant Meditationsveranstaltungen und kleine Konzerte

Die ehemalige Aussegnungshalle wurde bis 2017 noch durch das Friedhofsamt der Stadt Fulda genutzt, danach stand sie leer. Um die ehemalige Friedhofsanlage sowie das baufällig gewordene Gebäude nicht dem Verfall preiszugeben, wurden verschiedene Ideen entwickelt, das Gelände neu zu nutzen. So entstand die Idee zum „Park der Stille“. Als Impulsgeber und Motor erwies sich der gleichnamige Förderverein, der sich 2018 bildete. (Lesen Sie hier: Fuldaer Hessentagspaar ist Einheitsbotschafter in Hessen)

Symbolisch übergab der Stadtbaurat dem Vereinsvorsitzenden, Stefan Grauel, die Schlüsselgewalt für das Gebäude und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass es Verein gelingen möge, das Gebäude mit Leben zu füllen. In einem zweiten Schritt werde nun noch die Freifläche für die kommende Nutzung als „Park der Stille“ und als Station des „Bonifatiusstiegs“ hergerichtet.

Stefan Grauel dankte für die enge Kooperation mit der Stadt Fulda und für die Übergabe des Gebäudes. Zugleich führte er noch einmal aus, was der Verein sich künftig im Gebäude, das auch eine kleine Teeküche sowie eine behindertengerechte Toilette erhielt, an Aktivitäten vorstellen kann, die der Würde des Ortes gerecht werden: Meditationsveranstaltungen, kleine Konzerte, Lesungen, Kunstausstellungen, Malprojekte mit Kindergärten und Schulen oder auch die Möglichkeit, in aller Ruhe seelsorgliche oder palliativ-orientierte Gespräche zu führen – dies alles sind Ideen, die jetzt mit Leben gefüllt werden müssen.

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