Welches der drei Gotteshäuser Pfarrkirche wird, wird am Sonntag bekanntgegeben: St. Paulus in Ziehers-Nord (von links), die Rabanus-Maurus-Kirche oder St. Peter (Liobakirche) in Petersberg?
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Welches der drei Gotteshäuser Pfarrkirche wird, wird am Sonntag bekanntgegeben: St. Paulus in Ziehers-Nord (von links), die Rabanus-Maurus-Kirche oder St. Peter (Liobakirche) in Petersberg?

Petersberg und Ziehers-Nord

Pfarreien fusionieren: Welche Kirche wird Pfarrkirche?

  • Sabrina Mehler
    vonSabrina Mehler
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St. Paulus, St. Peter oder Rabanus Maurus? Am Sonntag wird verkündet, welches Gotteshaus die neue Pfarrkirche wird und wie die künftige katholische Pfarrei von Petersberg und Ziehers-Nord heißen wird. Denn zum Anfang des kommenden Jahres werden St. Peter und St. Paulus miteinander verschmelzen.

Petersberg/Fulda - Wenn zwei Liebende heiraten, müssen sie sich auch entscheiden, welchen Namen sie annehmen – oder behalten – wollen. In diesem Fall: St. Peter, St. Paulus oder doch einen Doppelnamen? Am Ende könnte aber auch etwas ganz anderes herauskommen. Das Geheimnis wird erst am Sonntag während der beiden Gottesdienste in der Rabanus-Maurus- und der Kirche St. Paulus gelüftet – ebenso, welche Kirche neue Pfarrkirche wird. Drei Gotteshäuser stehen zur Auswahl: die Kirche St. Paulus in Ziehers-Nord sowie die Rabanus-Maurus-Kirche und die St. Peter geweihte Liobakirche in Petersberg.

St. Peter und St. Paulus fusionieren: Pfarreien wollen Namen bekanntgeben

Verraten will Pfarrer Togar Pasaribu vorab noch nichts. Im jüngsten Pfarrbrief hieß es aber schon mal: Die künftige Bezeichnung solle ein Name sein, „mit dem wir uns identifizieren, mit dem wir etwas verbinden und der uns verbindet.“ Die Gläubigen hatten zuvor die Chance erhalten, einen Namen vorzuschlagen; die Entscheidung fiel schließlich in den Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräten.

Der Name der neuen Pfarrei, die dann rund sechseinhalbtausend Gläubige umfasst, soll lange Bestand haben. Und deshalb denkt Pasaribu, der seit Mitte vergangenen Jahres für beide Kirchengemeinden Pfarrer ist, schon weiter in die Zukunft. Denn er glaubt: „Mit Blick auf den Prozess ,Bistum Fulda 2030‘ wird es sicher nicht bei dieser Größe bleiben. Daher müssen wir schauen, dass der Name auch in einem noch größeren Verbund Bestand haben kann.“

Aus 200 Pfarreien im Bistum Fulda sollen 45 werden

Tatsächlich sieht dieser pastorale Prozess vor, dass bis zu diesem Jahr aus derzeit rund 200 Pfarreien im Bistum nur noch etwa 45 XL-Pfarreien werden. Sinkende Gläubigenzahlen, zurückgehende Kirchensteuereinnahmen und ein wachsender Priestermangel und damit die Notwendigkeit, enger zusammenzurücken, sind nur einige Gründe dafür.

Termin

Die beiden Pfarreien St. Peter in Petersberg und St. Paulus in Ziehers-Nord werden zum 1. Januar 2021 eine neue gemeinsame Pfarrei bilden.

Am Sonntag, 28. Juni, werden nahezu zeitgleich um 10.30 Uhr in der Petersberger Rabanus-Maurus-Kirche und um 10.15 Uhr in der Fuldaer St.-Paulus-Kirche sowohl der neue Name der Pfarrei verkündet als auch der Standort der künftigen Pfarrkirche.

Die nun anstehende Hochzeit zwischen St. Peter und St. Paulus hält der Pfarrer für sinnvoll und führt unter anderem Synergieeffekte an. „Und es wird immer wichtiger, dass man gemeinsam denkt.“ Die Idee für die Zusammenlegung hatte bereits der frühere Pfarrer Jan Kremer angestoßen, der im Sommer 2018 sein Amt niedergelegt hat, um mit einer Frau zusammenzuleben. Denn die Zusammenarbeit zwischen den Katholiken in Petersberg und Ziehers-Nord ist seit Langem schon sehr eng: Es gibt gemeinsame Gottesdienste, gemeinsame Jugendaktionen, ein gemeinsames Zeltlager.

Gemeindemitglieder haben Weg zur Fusion begleitet

In den vergangenen Monaten hatten die Gemeindemitglieder in mehreren Foren intensiv den Weg zur Verschmelzung begleitet, die am 1. Januar gültig wird. Dann werden auch die beiden Pfarrgemeinderäte zusammengelegt, der Verwaltungsrat soll neu gewählt werden. „Bis dahin gilt es, die Frage zu stellen: Wie stellen wir uns als neue Pfarrei künftig auf? Und wie will die Kirche in Zukunft sein?“, sagt Pasaribu.

Der Zeitpunkt für die Bekanntgabe der künftigen Pfarrkirche und des neuen Namens ist übrigens klug gewählt: Denn nur einen Tag später, am Montag, 29. Juni, feiert die Kirche ein Hochfest, das den beiden Apostelfürsten Peter und Paulus gleichermaßen gewidmet ist.

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