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Aussendungsfeier in der Christuskirche: Pfadfinder geben Friedenslicht aus Bethlehem weiter

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Von: Norman Zellmer

Botschaft des Friedens: Pfadfinderin Susanne Ratmann (rechts) gibt das aus Wien in die Christuskirche gebrachte Friedenslicht an Familie Beintinger aus Fulda weiter.
Botschaft des Friedens: Pfadfinderin Susanne Ratmann (rechts) gibt das aus Wien in die Christuskirche gebrachte Friedenslicht an Familie Beintinger aus Fulda weiter. © Norman Zellmer

Aus Bethlehem in die Barockstadt und in die Pfarreien der Region: Bei einem ökumenischen Gottesdienst in der Christuskirche haben Pfadfinder das Friedenslicht weitergegeben. Mit der Geste soll Mut gemacht werden, sich für den Frieden einzusetzen.

Fulda - Vorsichtig tritt Susanne Ratmann – eine dünne, brennende Kerze in der Hand – im Seitengang der Christuskirche in Fulda an das Ende der Bankreihe heran, in der die fünfköpfige Familie Beintinger sitzt. Der Gottesdienst ist gerade vorübergegangen. Tochter Alva hält eine Laterne in der Hand und bedeutet Ratmann mit einem erwartungsvollen Blick, heranzutreten. Die erwachsene Pfadfinderin geht in die Hocke und führt langsam den Docht ihrer Kerze an den Docht von Alvas Teelicht – die Flamme springt über; das Licht wird weitergegeben.

Fulda: Pfadfinder verteilen Friedenslicht aus Bethlehem

Bei einer ökumenischen Aussendungsfeier in der Fuldaer Christuskirche ist am Sonntagnachmittag das Friedenslicht aus Bethlehem verteilt worden. Es war in der Geburtsgrotte Jesu entzündet worden. Diözesanjugendseelsorger André Kulla spannte in seiner Predigt einen Bogen von einer 3D-Kinobrille zum Friedenslicht: Jeder sei eingeladen, ein Mensch zu werden, der andere durch den liebenden Blick Gottes auf die Welt anschaut. „Wenn uns das gelingt, dann wird Friede in dieser Welt quasi dreidimensional, wirklich erfahrbar und spürbar.“

Zuvor war Pfarrer Jörg Scheer auf das Motto der diesjährigen Friedenslicht-Aktion „Frieden beginnt mit dir“ eingegangen: Ein jeder solle überlegen, was man dafür tun könne. „Rede so, dass du es verantworten kannst, dass dir ein Licht aufgeht, das dann auf andere überspringt und deine Taten inspiriert.“ Friede beginne mit jedem selbst und sei „in der Verantwortung aller, die Werte an andere weitergeben“.

Rund 300 Gläubige aus dem Bistum Fulda und der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck, Pfadfinder beider Konfessionen sowie Vertreter anderer Religionen nahmen an der Aussendungsfeier teil, um das Licht, das tags zuvor aus der österreichischen Hauptstadt Wien rund 700 Kilometer in einem Auto in die Barockstadt gebracht worden war, in die Pfarreien der Region zu tragen. (Lesen Sie auch: Bistum schafft für Ausbildungen neuen Campus am Fuldaer Dom)

Zur Aktion

Die Aktion Friedenslicht gibt es seit dem Jahr 1986. Der Österreichische Rundfunk hatte sie ins Leben gerufen. Verteilt wird das Licht in Deutschland ab dem dritten Advent von den Pfadfinderverbänden. Es soll die Hoffnung auf Frieden symbolisieren. Nach Fulda kommt das Licht seit 1999.

Ergänzt wurde der Gottesdienst von einer Aktion, bei der anwesende Gemeindemitglieder aufgerufen waren, auf die Glasflächen von in der Kirche aufgestellten Spiegeln aufzuschreiben, was ihnen Kraft im Leben schenkt, um selbst „Friedensbringer“ zu werden. Musikalisch umrahmt wurde die ökumenische Feier von den katholischen Musikern Karin Jahn aus Eichenzell und Frank Breitenbach aus Künzell.

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