Thomas Bobke überreicht Pfarrerin Anke Mölleken die Fuldaer Rose.
+
Thomas Bobke überreicht Pfarrerin Anke Mölleken die Fuldaer Rose.

Arbeit im „Hafen“

Fuldaer Rose geht an Pfarrerin Anke Mölleken

  • Alina Komorek
    VonAlina Komorek
    schließen

Das Familienzentrum Lutherkirche, unter dem einige Projekte der evangelischen Gemeinde zusammengefasst sind, ist am Samstag für das soziale Engagement ausgezeichnet worden. Weil sich Pfarrerin Anke Mölleken in allen Bereichen einsetzt, erhielt sie die Fuldaer Rose.

Fulda - Fast hätte der Termin am Samstag, 20. November, nicht stattfinden können. Weil die Zahl der Corona-Fälle wieder stark ansteigt, haben sich die Beteiligten entschieden, die Übergabe der Fuldaer Rose an Pfarrerin Anke Mölleken in einem kleinen Rahmen zu feiern.

Unter strengen Corona-Regeln nimmt die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde deshalb die verglaste rote Rose vom stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Dr. Thomas Bobke entgegen. Die Auszeichnung hätte sie schon im vergangenen Jahr erhalten sollen – damals fiel die Veranstaltung auch schon pandemiebedingt aus. Umso mehr freuen sich diejenigen, die an der kleinen Feier im Stadtteil-Café am Gallasiniring in Fulda teilnehmen können. „Wir mussten mehrmals absagen“, erklärt Bobke. „Aber wir wollen jetzt die Wertschätzung gegenüber dem Ehrenamt zeigen – und gegenüber der Arbeit von Pfarrerin Anke Mölleken.“ (Lesen Sie auch: „Vorbildliches bürgerschaftliches Engagement“ - Landesehrenbrief für Stefan Ihrig)

Fulda: Pfarrerin Anke Mölleken für soziales Engagement ausgezeichnet

So hält im Anschluss Bernhard Lindner von der SPD die Laudatio auf die Empfängerin der Rose. „Als Anrede habe ich ,Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter‘ gewählt“, sagt er und spielt damit auf den Namen „Hafen“ an, unter dem die verschiedenen Projekte der evangelischen Kirche zusammengefasst werden. Er ordnet die Arbeit der Pfarrerin in den historischen Kontext der Kirchengemeinde ein: Weil mit der Säkularisierung durch Napoleon und durch die Industrialisierung viele Protestantinnen und Protestanten nach Fulda kamen, konnte sich die Gemeinde in der Barockstadt festigen.

„Und bei der Stadtteilarbeit sollten Menschen aus der Anonymität geholt werden – diese Arbeit griff Anke Mölleken auf“, sagt Lindner. „Ihr Engagement für die Kindertagesstätte, im Familienzentrum, der zentrale Treffpunkt um das warme Mittagessen herum“, seien Gründe gewesen, die Pfarrerin mit der Fuldaer Rose auszuzeichnen. Diese Auszeichnung falle durch die Verspätung von einem Jahr umso herzlicher aus: „Für diese Arbeit sprechen wir warmen Dank aus – das ist doch etwas Beeindruckendes, wenn vieles davon im Verborgenen passiert“, schließt der Laudator die Rede auf Mölleken ab.

Pfarrerin Anke Mölleken berichtet über die Arbeit als Hafen

Die Pfarrerin bedankt sich sichtlich erfreut für die Auszeichnung – diese gelte allen Mitgliedern des Teams und denjenigen, die die Feier zur Überreichung der Rose organisiert haben. „In letzter Zeit hatte ich viel mit der Martinsgeschichte zu tun“, erzählt die 37-Jährige. Denn in der Geschichte gehe es nicht nur darum, dass der Mantel dran glauben muss, den Sankt Martin mit dem Bettler teilt, sondern darum, dass er den Mann am Wegesrand überhaupt wahrnimmt.

„In diesem Jahr war mir das Wahrnehmen sehr wichtig“, berichtet die Pfarrerin. Wahrzunehmen, Menschen und ihre Bedürfnisse zu bemerken, sei ein wichtiger Aspekt der Hafenarbeit der Gemeinde. „Ein Hafen ist ein Ort, an dem Menschen stranden, wo sie festen Boden unter den Füßen erhalten, wo sie aber auch den Anker lichten und schließlich weitersegeln können.“ Dies, so findet die Pfarrerin, zeichne das Hafenteam aus. Denn alle, die jemanden zum Plaudern, eine warme Mahlzeit oder andere Unterstützung suchten, würden dort fündig.

Vor Anke Mölleken erhielten unter anderem 2019 Hildegard Hast vom Frauenbüro, 2018 Anja Listmann von der Bardoschule und 2017 der Förderverein Telefonseelsorge die Fuldaer Rose.

Das könnte Sie auch interessieren