Im Landkreis Fulda wurde in den vergangenen Jahren der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen vorangetrieben.
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Im Landkreis Fulda wurde in den vergangenen Jahren der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen vorangetrieben.

Im Kampf gegen Klimawandel

Immer mehr Photovoltaik-Anlagen im Landkreis Fulda - Fridays-For-Future-Ortsgruppe beteiligt sich

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Die Installation von Photovoltaik-Anlagen ist ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel. Im Landkreis Fulda ist man in den vergangenen Jahren mit dem Ausbau voran gekommen. Einen kleinen Beitrag dazu leistete auch die Fridays-For-Future-Ortsgruppe.

Fulda - Steht eine Dachsanierung in der Stadt Fulda an, wird ein Gebäude neu errichtet oder Liegenschaften erweitert, dann wird grundsätzlich die Möglichkeit geprüft, eine Photovoltaik-Anlage zu installieren. Das erklärt Monika Kowoll-Ferger, Pressesprecherin der Stadt Fulda, auf Nachfrage unserer Zeitung. Bereits in den vergangenen Jahren habe die Stadt Fulda den Ausbau solcher Anlagen vorangetrieben. Wie es dazu gekommen ist, erklärt Kowoll-Ferger ebenfalls: Die lokale Fridays-For-Future-Gruppe habe unter anderem angeregt, die Solarenergie auszubauen.

In einer Pressemitteilung erklärte die Ortsgruppe ebenfalls, in der Kommunalpolitik in der vergangenen Zeit einiges bewegt zu haben. „Wir konnten in Gesprächen mit der Stadt Fulda erreichen, dass auf den Dächern öffentlicher Gebäude in viel schnellerem Tempo Solarenergie ausgebaut wird“, hieß es vonseiten der Ortsgruppe. Die Anregung aus der Dialogrunde mit der lokalen Fridays-For-Future-Gruppe habe die Stadt schließlich zum Anlass genommen und Anstrengungen weiter verstärkt, sagt Kowoll-Ferger. (Lesen Sie hier: Weltweiter Klimastreik: Fridays For Future protestieren bei Fahrrad-Demo in Fulda)

Fulda: Immer mehr Photovoltaik-Anlagen im Kreis - Fridays-For-Future-Ortsgruppe beteiligt sich

Dazu sei eine sogenannte „interne Potenzialanalyse“ zum Einsatz von Photovoltaik-Anlagen an städtischen Schulen und Kindergärten durchgeführt worden. Mit Hilfe dieser habe man mögliche Standorte für Photovoltaik-Anlagen geprüft und bewertet. „Die Ergebnisse dieser Prüfung fließen in den kommenden Jahren in die Planungen der Stadt Fulda ein“, sagt die Pressesprecherin.

Erste Photovoltaik-Anlagen seien bereits vor mehreren Jahren etwa an der Freiherr-vom-Stein-Schule installiert worden. Weitere Solarenergie-Anlagen befinden sich laut der Pressesprecherin auf dem Neubau der Kita Pippi Langstrumpf in Sickels, auf der Kita Weltentdecker am Aschenberg, auf der Sturmiusschule und auf dem Jugendclub Fulda Galerie. Für die kommenden Jahre prüft die Stadt Fulda unter anderem die Installation von Anlagen auf der Hauptfeuerwehr Fulda Mitte, im Tiergarten in Neuenberg (Wirtschaftsgebäude und Multifunktionsgebäude), auf dem Bürgerhaus Bronnzell, auf dem Anbau der Kita Sonnenschein am Aschenberg, auf dem Deutsch-Amerikanischen Sportzentrum und auf der Ferdinand-Braun-Schule anzubringen.

Solarenergie: Gemeinden im Landkreis sind mit Photovoltaik-Anlagen gut aufgestellt

Die Photovoltaik-Anlagen auf der Kita Weltentdecker, der Kita Neubau Sickels, dem Jugendclub Fulda Galerie sowie der Sturmiusschule erzeugen eine Jahresleistung von insgesamt etwa 96 000 Kilowatt pro Stunde. Das entspricht einer CO2-Einsparung von ungefähr 50,3 Tonnen im Jahr.

Doch nicht nur die Stadt Fulda, auch die Gemeinden im Kreis, sind im Hinblick auf Solarenergie gut aufgestellt. So verzeichnet etwa die Gemeinde Dipperz sieben Gebäude, auf denen sich Anlagen befinden. Die erste besteht seit 2009. „Die CO2 -Einsparung seit der Inbetriebnahme der gemeindlichen Anlagen beträgt etwa 1000 Tonnen“, berichtet Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler (parteilos).

Solarenergie

In Fulda wurden im vergangenen Jahr 108 Solaranlagen neu installiert. Dies entspricht einem Zuwachs von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine Analyse des Solaranlagen-Preisvergleichs Selfmade Energy im Anlagenregister der Bundesnetzagentur zeigt, dass das Wachstum in Fulda unter dem Durchschnittswert aller deutschen Städte liegt (6,4 Prozent). Die Gesamtzahl der auf den Dächern von Fulda installierten Solaranlagen beträgt aktuell 2421. Das fortgesetzte Wachstum verdeutlicht, dass immer mehr Hausbesitzer ihr Dach nutzen, um Ihren eigenen Solarstrom zu erzeugen.

In einer Umfrage unter den Nutzern des Solar-Preisvergleichs von Selfmade Energy nannten die Käufer von Photovoltaik-Anlagen den Wunsch nach mehr Klimaschutz (79 Prozent) sowie die Senkung der Stromkosten (64 Prozent) als die wichtigsten Gründe für die Anschaffung ihrer Anlage. 39 Prozent gaben an, dass sie beabsichtigen, mit ihrem selbst erzeugten Solarstrom ein Elektroauto aufzutanken.

In der Gemeinde Flieden wiederum befinden sich seit mehr als zehn Jahren Anlagen auf Gebäuden – etwa auf dem Dorfgemeinschaftshaus Schweben, dem Sporthaus Schweben sowie dem Vereinshaus des Kleintierzuchtvereins Rückers. „Die Dächer der Liegenschaften wurden seitens der Gemeinde jeweils an Bürgergesellschaften und Vereine verpachtet“, sagt Bürgermeister Christian Henkel (CDU).

Video: So funktioniert eine Photovoltaik-Anlage

Die Stadt Hünfeld hat sich für einen anderen Weg entschieden, berichtet Helmut Käsmann, Pressesprecher der Stadt Hünfeld, eine „effiziente technische Lösung“. Insgesamt betreiben die Stadtwerke vier Solarparks auf Flächen am Bauhof und in den Industriegebieten mit Solarpanels, die aufgeständert sind und sich jeweils zum Sonnenlicht drehen, sagt Käsmann. Dadurch werde die Energieausbeute um rund 30 Prozent gegenüber starren Anlagen erhöht.

Die Gesamtleistung betrage rund 453 Kilowatt mit einer Jahresstrommenge von 640 000 Kilowattstunden. Dies entspreche einer maximalen Minderung der CO2-Belastungen von rund 760 Tonnen CO2 gegenüber Strom aus älteren Kohlekraftwerken. Darüber hinaus betreiben die Stadtwerke den Bürgersolarpark Hünfeld mit einer Gesamtleistung von 111 Kilowatt, bei dem die Hünfelder Bürger Anteilseigner werden konnten, so Käsmann. Der Strom wird in das Netz der Stadtwerke Hünfeld eingespeist.

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