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Wo ist es für Radfahrer gefährlich? Polizei und ADFC warnen vor riskanten Stellen in Fulda

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Von: Sophie Brosch

Das Mahnrad steht an der Kreuzung der Petersberger Straße/Zieherser Weg, wo der Unfall geschah.
Das Mahnrad steht an der Kreuzung der Petersberger Straße/Zieherser Weg, wo der Unfall geschah. © Daniela Petersen

Autofahrer nehmen zu wenig Rücksicht, Fahrradfahrer sind zu unvorsichtig – immer wieder kommt es auch in Fulda zu Unfällen mit Radfahrenden. Wer sich falsch verhalten hat, wird hinterher oft hitzig diskutiert. Wo ist es in Fulda öfter brenzlig und warum?

Fulda - In der Petersberger Straße in Fulda erinnert ein weißes Fahrrad an den tödlichen Unfall vom 11. September 2015, bei dem ein Lastwagenfahrer beim Abbiegen einen 56-jährigen Radfahrer übersehen und überfahren hatte. Der Kraftfahrer wurde damals vom Gericht wegen fahrlässiger Tötung verwarnt.

Ob er den Unfall wirklich hätte verhindern können, war allerdings auch nach dem Prozess noch fraglich. Der Radfahrer hatte sich vermutlich im toten Winkel des Lkw befunden. (Lesen Sie hier: Kurven bald Rikschas durch Fulda? IG „barrierefreies Fulda“ hofft auf Unterstützung)

Fulda: Polizei und ADFC warnen - Diese Stellen sind für Radfahrer riskant

Dominik Möller, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen, nennt auch die Kreuzung von Petersberger Straße und Baugulfstraße als gefährliche Stelle für Radfahrer. „Dort ereigneten sich zwischen 2018 und 2020 insgesamt vier Fahrradunfälle, wobei sich eine Person leicht und drei Personen schwer verletzten“, berichtet er.

Prävention

Die Polizei empfiehlt – zusätzlich zum vorausschauenden Fahren – verschiedene Maßnahmen, um Unfälle oder Verletzungen mit Fahrrädern, Pedelecs und E-Bikes zu verhindern. Dazu zählen das Tragen von Helm und Kleidung, mit der man gut sichtbar ist. Gerade bei Pedelecs soll man sich mit der Technik vertraut machen. „Achten Sie auf eine angepasste Geschwindigkeit und fahren Sie nur so schnell, wie Sie ihr Fahrrad oder Pedelec beherrschen können“, rät die Polizei. Mit einem Pedelec sei man schneller als mit einem „normalen“ Fahrrad und werde daher von anderen Verkehrsteilnehmern unterschätzt.

Das Polizeipräsidium Osthessen bietet am Samstag, 7. Mai, ab 10 Uhr in Fulda ein Fahrsicherheitstraining für Pedelec-Fahrer an. Menschen ab 50 Jahren können mit dem Regionalen Verkehrsdienst Fulda den sicheren Umgang mit ihren eigenen Pedelecs in verschiedenen Verkehrs- und Gefahrensituationen üben. Anmeldung unter Angabe von Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse per E-Mail.

Im Jahr 2020 ereigneten sich laut aktueller Verkehrsunfallstatistik der Polizei insgesamt 123 Unfälle im Landkreis Fulda, an denen Radfahrende beteiligt waren. „Dabei wurden 77 Personen leicht, 29 Personen schwer und zwei Menschen tödlich verletzt“, sagt Dominik Möller. Diese Unfälle hätten sich an verschiedenen Stellen im Landkreis ereignet.

Aufruf

Sind Ihnen persönlich im Landkreis Fulda weitere Stellen aufgefallen, an denen es häufiger zu Unfällen mit Radfahrern kommt? Teilen Sie gerne Ihre Erfahrungen und Gedanken dazu mit uns per E-Mail an lokales@fuldaerzeitung.de.

Video: Straßenverkehr: So riskieren Radfahrer ihren Führerschein

Das sogenannte Mahnrad wurde an der Unfallstelle vom ADFC aufgestellt. Es soll alle Verkehrsteilnehmer daran erinnern, vorausschauend zu fahren und aufeinander zu achten. „An bestimmten Kreuzungen, wie zum Beispiel in der Petersberger Straße / Zieherser Weg, wird es öfter brenzlig“, schildert der Kreisvorsitzende des ADFC Fulda, Wolf-Ulrich Schlösser, seine persönlichen Eindrücke.

Auch in Kreisverkehren setzten manche Autofahrer zu riskanten Überholmanövern an. „Außerdem habe ich das Gefühl, dass die vorgegebenen Abstände zu Radfahrern im Straßenverkehr nicht eingehalten werden.“ Besonders Stadtbusse überholen Radfahrende laut Schlösser oft sehr knapp.

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