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Polizei in Fulda legt Kriminalstatistik vor: „Historische Bestmarke“ bei Aufklärung von Straftaten

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Von: Andreas Ungermann

Das Polizeipräsidium Osthessen hat die jährliche Kriminalstatistik vorgestellt.
Das Polizeipräsidium Osthessen hat die jährliche Kriminalstatistik vorgestellt. © Robert Michael/dpa; privat

„Gute Zahlen“ hat der Präsident des Polizeipräsidiums Osthessen, Günther Voß, während seiner letzten Pressekonferenz zur Kriminalstatistik vorgestellt. Die Straftaten gingen um 1356 (7,3 Prozent) auf 17.315 zurück. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote auf über 70 Prozent an.

Fulda - „Die Menschen in Osthessen leben in einer der sichersten Regionen Hessens, das belegen die Zahlen erneut“, sagte Polizeipräsident Günther Voß bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2021 in Fulda.

Osthessens ranghöchster Polizist vermeldete zum 20-jährigem Bestehen des Präsidiums Rekordzahlen: die Zahl der Straftaten auf dem Tiefststand, die Aufklärungsquote erstmals über der 70-Prozent-Marke. Die Häufigkeitszahl – sprich: die Zahl der Straftaten gerechnet auf 100.000 Einwohner – liegt mit 3858 deutlich (nämlich 27,8 Prozent) unter dem Landesdurchschnitt von 5340. Insgesamt jedoch seien in Osthessen im Vergleich zum Landestrend keine besonderen Auffälligkeiten zu verzeichnen.

Polizei in Fulda legt Kriminalstatistik vor: „Historische Bestmarke“ bei Aufklärung

Das Polizeipräsidium kann mit seiner Aufklärungsquote von 70,6 Prozent nochmals eine Steigerung um 0,9 Prozentpunkte zum Vorjahr vorweisen. Damit seien die Ergebnisse der vergangenen Jahre „erneut verbessert und eine historische Bestmarke erreicht“ worden. Im Vergleich aller Polizeipräsidien liege die osthessische Polizei mit diesem Wert als eines der ersten hessischen Präsidien über der 70er-Marke und bereits zum dritten Mal in Folge auf dem Spitzenplatz in Hessen.

Immer wieder wurde während der Vorstellung der Zahlen eines deutlich: Die Corona-Pandemie spiegelt sich auch in der Statistik zu den Straftaten in Osthessen wider. So sei die Polizei bei etwa 150 Versammlungen und Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Pandemie und den Corona-Maßnahmen im Einsatz gewesen.

Das Polizeipräsidium Osthessen hat die jährliche Kriminalstatistik vorgestellt.
Das Polizeipräsidium Osthessen hat die jährliche Kriminalstatistik vorgestellt. © Andreas Ungermann

„Angefühlt hat es sich aber, als wäre das täglich gewesen“, konstatiert Voß. Zudem seinen etwa die Fallzahl bei der häuslichen Gewalt angestiegen. Wenngleich die Vermögens- und Fälschungsdelikte im 2021 gegenüber 2020 rückläufig gewesen sei, so sei innerhalb dieses Deliktfelds die Zahl der gefälschten Impfausweise beziehungsweise der Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse in 25 beziehungsweise 20 Fällen hinzugekommen.

Zahlen im Überblick

19 Straftaten gegen das Leben, darunter 5 Morde, registrierte das Polizeipräsidium Osthessen 2021 (Aufklärungsquote: 88,5 Prozent; 2020: 21 Taten, 85,7 Prozent Aufklärungsquote).

542 Sexualdelikte wurden in den Kreisen Fulda, Vogelsberg und Hersfeld Rotenburg bekannt (92,3 Prozent; 2020: 493 Taten, 92,3 Prozent Aufklärungsquote).

2739 „Rohheitsdelikte“ wie Raub oder räuberische Erpressung erfassten die Ermittler in Osthessen (92,1 Prozent; 2020: 2866 Taten, 92 Prozent Aufklärungsquote).

1709 Körperverletzungen waren zu verzeichnen (94,2 Prozent; 2020: 1882 Taten, 93,9 Prozent Aufklärungsquote).

931 Freiheitsberaubungen, Nötigungen und Bedrohungen schlugen 2021 zu Buche (90,5 Prozent; 2020: 856 Taten, 90,6 Prozent Aufklärungsquote).

3862 Diebstahlsfälle bearbeitete die Polizei (39,2 Prozent; 2020: 4372 Taten; 35,6 Prozent Aufklärungsquote).

3881 Vermögens- und Fälschungsdelikte stehen in der Statistik (80,5 Prozent; 2020: 5061 Taten, 82,8 Prozent Aufklärungsquote).

4166 sonstige Straftaten wie Erpressung, Hausfriedensbruch, Brandstiftung und Sachbeschädigung verzeichnete Polizei (61,5 Prozent; 2020: 3656 Taten, 57,3 Prozent Aufklärungsquote).

1519 Rauschgiftdelikte fielen in Osthessen im vergangenen Jahr auf (96,3 Prozent; 2020 1518 Taten, 94,9 Prozent Aufklärungsquote).

Sorgen bereiten dem Polizeipräsidenten und dem Leiter der Kriminaldirektion Martin Nickl die weiterhin die zunehmenden „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ sowie der Straftaten gegen ältere Menschen. Hier häufe sich weiterhin der Trickbetrug per Telefon durch „falsche Polizeibeamte“, den klassischen Enkeltrick oder Schockanrufe. 350 solcher Telefonate seien im vergangenen Jahr gemeldet worden. 25 vollendete Straftaten stellte das Polizeipräsidium fest.

Video: Rückblick auf 2020 - Polizeipräsident Günther Voß stellt Osthessens Kriminalstatistik

Hier setzen sie weiterhin auf die in den vergangenen Jahren etablierten Präventionsprogramme „Digital Natives“ und „Senioren sind auf Zack“. Dankbar zeigten sich Voß und Nickl über neue Einsatzausstattungen wie verbesserte Schutzausrüstungen und Body-Cams. Denn die Zunahme der Gewalt gegenüber Polizeibeamten sei besorgniserregend, stellten sie fest.

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