Ein Musiker mit Akkordeon, einer mit Gitarre und ein weiterer von der Gefängnisseelsorge Hünfeld und Fulda stehen in einem Fußballtor
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Die Musiker von „Divine Concern“, einem Musikprojekt der Gefängnisseelsorge Hünfeld und Fulda.

Musikprojekt „Divine Concern“

Kampf gegen Rassismus: Bischofskonferenz zeichnet Gefängnisseelsorge Hünfeld und Fulda aus

Die Deutsche Bischofskonferenz hat drei Projekte für ihr Engagement im Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit mit einem Preis geehrt. Den zweiten Platz erreichte die Gefängnisseelsorge Hünfeld und Fulda.

Fulda - Der vierte Katholische Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ist am 8. Juni bei einem Online-Fest verliehen worden. Geehrt wurden die Preisträger vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing. Insgesamt drei Preisträger wurden für ihr herausragendes, vom christlichen Glauben getragenes Engagement geehrt.

Der mit 5.000 Euro dotierte erste Preis wurde dem Organisationsteam des „Ostritzer Friedensfestes“ zugesprochen. Zweite Preise (jeweils 2.500 Euro) erhielten die Katholische Gefängnisseelsorge an den Justizvollzugsanstalten Hünfeld und Fulda für das Musikprojekt „Divine Concern“ sowie das Projekt „Verlorene Orte“, das der Malteser Integrationsdienst Wuppertal mit der Evangelischen Kirchengemeinde Wuppertal-Heckinghausen und dem Sozialdienst Katholischer Frauen Bergisch Land e. V. durchführt. Bereits im März waren die Preisträger - darunter das Fuldaer Projekt - bekanntgegeben worden.

Fulda: Kampf gegen Rassismus - Preis der Bischofskonferenz für Gefängnisseelsorge

Bei der Verleihung warnte Bischof Bätzing vor jeder Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit: „Der Kampf gegen Hass und Vorurteile braucht einen langen Atem. Vor fast zehn Jahren erschütterte die Aufdeckung der rassistischen Mordserie des sogenannten ‚Nationalsozialistischen Untergrunds‘ (NSU) unsere Gesellschaft. Seitdem gab es viele weitere Opfer menschenfeindlicher Gewalt zu beklagen, ob in Halle oder Hanau. Die Namen der Opfer sind uns Mahnung und Verpflichtung, gegen jede Form des Rassismus aufzustehen!“

Gott sei Dank gebe es in Kirche und Gesellschaft Menschen, die laut und deutlich die Stimme erheben, wenn Mitmenschen wegen ihrer Herkunft oder Hautfarbe herabgesetzt werden. An die Preisträger gerichtet, sagte Bischof Georg Bätzing: „Sie zeigen, dass es möglich ist, sich den Bedrohungen des Rassismus mit klarer Haltung und Kreativität, ja sogar mit Heiterkeit, entgegenzustellen und viele zu begeistern. Sie verbinden Menschen gerade auch dort, wo zunächst vielleicht nur Trennendes gesehen wurde.“

Gabriele Erpenbeck, langjährige Vorsitzende des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Interkulturellen Woche, schilderte die besonderen Bedingungen, unter denen das Musikprojekt „Divine Concern“ mit Inhaftierten arbeitet und Verständigung ermöglicht.

Bischof Georg Bätzing: Fremdenfeindlichen Haltungen etwas entgegenstellen

Auf Anregung der Migrationskommission verleiht die Deutsche Bischofskonferenz seit 2015 alle zwei Jahre den Katholischen Preis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Mit dem Preis werden Personen und Gruppen ausgezeichnet, die sich in Deutschland aus dem katholischen Glauben heraus im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus und für ein respektvolles Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft engagieren. Der Preis soll dazu beitragen, das kirchliche Zeugnis gegen jede Form der Menschenverachtung zu stärken. Im Jahr 2021 sind über 60 Bewerbungen und Vorschläge beim Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz eingegangen. (kom)

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