Die neue Radbrücke in den Fulda-Auen ist offiziell für die Fahrradfahrer freigegeben.
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Die neue Radbrücke in den Fulda-Auen ist offiziell für die Fahrradfahrer freigegeben.

Projekt zum Hessentag

Neue Radbrücke in den Fulda-Auen ist jetzt in Betrieb - Bauwerk soll Fahrradfahrer und Fußgänger trennen

Nach etwa 13 Monaten reiner Bauzeit ist die neue Radbrücke Rosenau in den Fulda-Auen jetzt für Fahrradfahrer freigegeben.

Fulda - Die Stadt Fulda gibt offiziell die Radbrücke Rosenau, die das Herzstück des neuen Geh- und Radwegkonzepts in der Fulda-Aue bildet, für die Fahrradfahrer frei. Stadtbaurat Daniel Schreiner sowie die Vertreter der beteiligten Planer und Baufirmen sind sich einig, dass in den gut zwei Jahren vom Beginn der Planung bis zur Freigabe ein „außergewöhnliches Bauwerk“ gelungen sei, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Die Objekt- und Tragwerksplanung durch das Büro Werner Sobek (Stuttgart) stehe für eine besondere architektonische und bauliche Qualität, betonte Schreiner.

Die neue Radbrücke soll durch ihre Anbindung an die hessischen Fernradwege R1, R2 und R3 die unterschiedlichen Verkehrsströme in den Fulda-Auen besser trennen. „Im kompletten Abschnitt zwischen der Wiesenmühle und der Hornungsbrücke gibt es nun separate Wege für Menschen, die gemütlich zu Fuß unterwegs sind, und für solche, die mit dem Rad oder Inline-Skatern schneller fahren möchten“, erklärt die Stadt.

Fulda: Neue Radbrücke ist jetzt in Betrieb - Bauwerk soll Verkehr sicherer machen

In der Vergangenheit habe es auf der stark frequentierten Strecke oft Kollisionen und Beinahe-Unfälle gegeben. Insbesondere die rund 25 Jahre alte Holzbrücke südlich der Bardostraße, die zur ersten Fuldaer Landesgartenschau 1994 entstanden war, sei mit ihrer rechtwinkligen Verkehrsführung ein Nadelöhr und Gefahrenpunkt. Künftig soll diese Holzbrücke Fußgängerinnen und Fußgängern vorbehalten sein, während die neue Radbrücke Rosenau für alle Verkehrsteilnehmer auf Rädern und Rollen gedacht ist.

Der aus Fulda stammende Projektleiter innerhalb der Werner Sobek AG, Diplom-Ingenieur Andreas Hoier, betonte, das Brückenbauprojekt habe ihm „ganz besonders am Herzen“ gelegen. Der Entwurf sehe „ein weit spannendes, elegant zurückgenommenes Band vor, das sich mit leichten Bögen in die Auenlandschaft eingliedere“. Von der Brücke aus seien die Uferzonen und Wasservögel erlebbar. Der Eingriff in die Natur sollte laut Hoier minimal sein, deshalb sei eine „filigrane Brücke“ entworfen worden. „Lediglich kleine Fundamente aus Beton, unterhalb der Grasnarbe, bilden einen minimalen Eingriff in die Auenwiese“, erläuterte Hoier.

Die Brücke ist ingesamt rund 85 Meter lang, davon entfallen 45 Meter auf die eigentliche Fuldaquerung und beiderseits jeweils 20 Meter auf die sogenannten Vorlandbrücken, heißt es. Die gut vier Meter breite Fahrbahnplatte besteht aus einer dünnen Betondecke. Alle Brückenteile seien fugenlos miteinander verbunden. Unter dem Handlauf der Brücke werde in Kürze ein schmales LED-Band eingelassen. Durch die blendfreie Beleuchtung werde die Lichtemission auf ein Minimum reduziert.

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Lob gab es vom Stadtbaurat für die engagierten Mitarbeiter im Tiefbauamt sowie für die übrigen an dem Projekt beteiligten Unternehmen: die Firma Laudemann aus Sontra als Hauptauftragnehmer (Gründung und Betonarbeiten), die Stahlbauexperten der Firma Rädlinger, die Firma Schramm (Petersberg-Böckels) für die filigran geschwungenen Handläufe aus Holz oder die Firma Küllmer aus Fulda für den Radwegbau in der Fulda-Aue und die Anbindung der Brücke. Veit Küllmer (Geschäftsführer Küllmer Straßenbau) und Arnd Brüßler (Prokurist Firma Laudemann) betonten die reibungslose Zusammenarbeit – trotz der kurzen Bauzeit von nur 13 Monaten.

„Wir wollten zum Hessentag fertig sein – das hätten wir geschafft“, sagte Stadtbaurat Schreiner. Wegen Corona musste das Landesfest abgesagt werden. Die Stadt Fulda profitiere dennoch von den Hessentagsprojekten, zu denen die Radbrücke und die Neugestaltung der Radwege gehört. „Das insgesamt mit rund drei Millionen Euro kalkulierte Gesamtprojekt wurde vom Land Hessen mit rund zwei Millionen Euro aus Mitteln zur Förderung der Nahmobilität gefördert“, erklärt die Stadt. Den entsprechenden Förderbescheid hatte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir Anfang August 2020 in Fulda übergeben. (lea)

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