Kiefer- und Brustkorbknochen wie diese sind in großer Anzahl in einer Mulde im Gerloser Wald zu finden.
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Kiefer- und Brustkorbknochen wie diese sind in großer Anzahl in einer Mulde im Gerloser Wald zu finden.

Beim Spaziergang

Mysteriöser Fund im Gerloser Wald: Vater und Tochter stoßen auf Knochen-Ansammlung

  • Bernd Götte
    VonBernd Götte
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Spaziergänger haben um die Jahreswende eine Ansammlung von Wildknochen im Gerloser Wald bei Gläserzell entdeckt. Der Fund erscheint auch dem Forstamt mysteriös.

Gläserzell - Sieben Schädel von Wildschweinen und etliche andere Knochenrelikte entdeckten die neunjährige Anouk und ihr Vater Ralf Götte, als sie in einer Waldsenke nahe bei Gläserzell spielten. Besonders irritierte sie ein Sportpfeil, der zwischen den auf einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern verstreuten Knochen lag. Sie wandten sich darauf an das zuständige Forstamt Fulda.

Eine hieb- und stichfeste Erklärung kann Forstamtsleiter David Nöllenheidt zwar nicht liefern, aber eine wahrscheinliche Vermutung: Er glaubt, dass die Knochen nicht von vor Ort erlegten Tieren stammen, sondern dort nachträglich abgelegt worden sind. Dem dortigen Jagdpächter sei jedenfalls nichts bekannt. (Lesen Sie auch: Kurioser Fund in Unterfranken: Stinkende Tierhäute vor Feuerwehrhaus abgelegt)

Fulda: Mysteriöser Fund im Wald - Spaziergänger entdecken Knochen und Pfeil

Nöllenheidt glaubt, dass jemand das erlegte Wild privat verarbeitet und die nicht verwertbaren Reste im Wald entsorgt hat – ein Fall von illegaler Müllentsorgung. Solche Fälle gebe es immer wieder mal, berichtet Nöllenheidt. So seien sogar schon ein in einer Plastiktüte verpackter toter Hund in den Wäldern rund um Fulda und Michelsrombach gefunden worden.

Als Motiv vermutet der Forstamtsleiter, dass sich Jäger und Tierhalter die Kosten für die Entsorgung der Tierkadaver sparen wollten. Grundsätzlich sei dies aber nicht erlaubt. Manche Waldbesitzer hätten wegen solcher Vorfälle schon Anzeige erstattet.

„Vielleicht glauben die Leute, was aus dem Wald kommt, kann man auch dort wieder zurückbringen“, erklärt Nöllenheidt. Dadurch könnten aber Krankheiten wie zum Beispiel die Schweinepest verbreitet werden.

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