Der Krankenwagen für Babys mit seinem Wärme-Inkubator sorgt für einen sicheren Transport von Neugeborenen.
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Der Krankenwagen für Babys mit seinem Wärme-Inkubator sorgt für einen sicheren Transport von Neugeborenen.

Sonderfahrzeug des DRK

Rettung für die Kleinsten: In Fulda ist jetzt ein Krankenwagen speziell für Neugeborene unterwegs

  • Alina Komorek
    vonAlina Komorek
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Sie sind besonders klein und brauchen deshalb extra viel Schutz: Neugeborene und Säuglinge, die medizinische Hilfe benötigen, werden mit einem Sonderfahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes transportiert, das auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist.

Fulda - Er ist ausgestattet mit einer speziellen Federung, die Erschütterungen abfängt, einem Inkubator, der eine Temperatur von 37 Grad hält, und mit Geräten, die klein genug sind, um Neugeborene und sogar Frühchen zu beatmen und zu überwachen: Der Baby-Krankentransportwagen (Baby-KTW) wurde von der Stadt, dem Kreis, dem DRK Fulda und dem Fuldaer Klinikum vorgestellt, wegen der Corona-Pandemie in einer Live-Schalte. Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion in der Kinderakademie Fulda berichteten Vertreter von der Zusammenarbeit.

Ab sofort wird der Wagen unterwegs sein, sobald ein Baby schnell ins Krankenhaus muss oder bei Komplikationen in einer Spezialklinik versorgt werden muss. Er steht im Katastrophenschutzzentrum in Neuenberg und wurde im Rahmen der Rettungsdienstbeauftragung vom Landkreis Fulda angeschafft.

Neu in Fulda: Krankenwagen für Neugeborene ist auf Bedürfnisse der Kleinsten abgestimmt

„Wir sind für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger der Region verantwortlich“, sagte Christoph Schwab, Vorstandsvorsitzender des DRK, in einem Videobeitrag. „Mit den Spezialisten der Kinderstation des Klinikums sind wir rund um die Uhr einsatzbereit.“ Sobald der Baby-KTW gebraucht wird, packe der Notfalldienst die Trage und den Inkubator ein und fahre mit dem Fachpersonal von der Kinderstation zum Einsatzort.

Für die Kinderstation sprach in einem Video auch Oberarzt Takanori Sasaki. Er erklärte, dass Wärme ein wichtiger Faktor bei dem Transport von Neugeborenen sei. Diese bleibe durch den Inkubator, der die Temperatur im Mutterleib simuliere, während des Transports erhalten. „Kinder verlieren sonst schnell Wärme, dann atmen sie schlechter.“

Krankenwagen für Neugeborene: Spezieller Inkubator simuliert Wärme im Mutterleib

Professor Dr. Reinald Repp, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, erklärte, dass der Baby-KTW in drei Aufgabengebieten zum Einsatz kommen werde: „Er versorgt die Krankenhäuser in der Region, wenn eine Verlegung ins Perinatalzentrum notwendig wird, weil sich eine Frühgeburt abzeichnet. Dann kommt er bei der Verlegung zurück in das Krankenhaus, das näher am Wohnort der Eltern liegt, zum Einsatz. Das dritte Aufgabengebiet ist die Verlegung in Spezialzentren, zum Beispiel ins Kinderherzzentrum in Gießen.“

Dr. Thomas Menzel, Vorstandssprecher des Klinikums, ergänzte, dass das Team von Repp Spitzenergebnisse in der Kinderklinik erbringe. „Das Perinatalzentrum in Fulda war immer unter den besten zehn Prozent in Deutschland. Jetzt ist es das allerbeste, was das Überleben und das komplikationsarme Überleben von Frühchen angeht.“ Abgerechnet würden die Einsatzfahrten über die Krankenkassen der Familien. Weiter erklärte er, dass der Baby-KTW in der ländlichen Region benötigt werde und in einem Umkreis von bis zu 70 Kilometern zum Einsatz komme.

Anschaffung des Baby-Krankenwagens durch Spenden unterstützt

Ähnlich äußerten sich die Präsidentin des DRK, Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, und Susanne Möller, Vorsitzende des Fördervereins Känguru, die sich für die Spenden bedankte, mit denen der Baby-KTW unterstützt wurde. Kinderklinikdirektor Repp hofft, dass der Wagen nicht so häufig zum Einsatz fahren muss. „Wenn doch, wünsche ich unseren kleinen Patientinnen und Patienten eine reibungslose Fahrt.“

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