Der Junge steckte am Bronnzeller Sportplatz im Schlamm fest.
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Der Junge steckte am Bronnzeller Sportplatz im Schlamm fest.

Kind steckt im Schlamm

Bronnzell: Mann rettet Achtjährigen aus Hochwasser - „Ich zieh‘ dich jetzt raus, egal was kommt“

  • Jessica Vey
    vonJessica Vey
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Ein achtjähriger Junge ist in Bronnzell im Hochwasser stecken geblieben und konnte sich alleine nicht befreien. Doch der Maberzeller Timo Röglin war zur Stelle und rettete ihn mit seinem Auto.

Bronnzell - Ein achtjähriger Junge ist am Donnerstagvormittag bei Bronnzell ins Hochwasser, das Teile Osthessens überflutet hat, geraten und konnte sich aus eigener Kraft nicht aus den Fluten befreien. Timo Röglin aus Maberzell – selbst Vater zweier Kinder – griff beherzt ein und rettete dem Jungen vermutlich das Leben.

Röglin arbeitet beim Abwasserverband. Er sollte um 8.30 Uhr die Pegelstände an den Pumpstationen in Ziegel und Bronnzell überprüfen. Als er bei der Station am Bronnzeller Sportplatz angekommen war, entdeckte er den Jungen, der hüfthoch im Wasser stand. „Er steckte im Schlamm fest, er weinte und zitterte und schien schon ziemlich unterkühlt zu sein“, erzählt der Mitarbeiter des Abwasserverbands unserer Zeitung. 

Timo Röglin rettete dem Jungen vermutlich das Leben.

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Der 38-Jährige schnappte sich Gummistiefel und ein Abschleppseil aus seinem Auto. Als er versuchte, zu dem Jungen zu gelangen, kam er nicht weit. „Ich blieb dann auch schnell stecken. Aber ich sagte zu ihm: Ich zieh‘ dich jetzt raus, egal was kommt.“ Dann warf er dem Kind das Seil zu. So zog er den Achtjährigen aus dem Wasser. „Ich habe ihn sofort in den Arm genommen und beruhigt.“ Eine Passantin hatte den Notruf gewählt und Timo Röglin übergab den durchnässten Jungen an die Sanitäter.

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Doch warum war der Junge dort ganz allein unterwegs? „Er hat mir erzählt, dass er in der Schule in Johannesberg geärgert wurde und zu seiner Oma nach Eichenzell laufen wollte. Dann ist er in das Hochwasser geraten“, so Röglin, der heilfroh ist, dass die Sache so gut ausgegangen ist. Er ist selbst Vater von zwei Töchtern (5 und 2 Jahre alt) und steht noch unter dem Eindruck der schrecklichen Nachricht vom November, als die zweijährige Timnit in Fulda nach langer Suche tot im Fulda-Kanal gefunden worden war. Der 38-Jährige sagt: „Der Junge wäre da allein nicht rausgekommen.“ Die Eltern hätten ihn nachher angerufen und „haben sich tausendmal bei mir bedankt“.

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