Im Gersfelder Freibad durften sich nur 250 Besucher gleichzeitig aufhalten.
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Im Gersfelder Freibad durften sich nur 250 Besucher gleichzeitig aufhalten.

Bilanz in der Rhön

Freibäder trotz Corona geöffnet: Für die Kommunen ein Minus-Geschäft

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Neben dem Fuldaer Rosenbad haben in dieser Saison im Landkreis nur die drei Rhöner Freibäder in Hilders, Gersfeld und Wüstensachsen geöffnet. Überall war die Resonanz gut. Für die Kommune ist es allerdings ein Minusgeschäft.

Hilders/Gersfeld/Ehrenberg - Grundsätzlich sehr zufrieden mit der Freibad-Saison in Gersfeld ist Bürgermeister Dr. Steffen Korell (CDU). Das Bad werde sehr gut angenommen, nicht nur von Gersfeldern, sondern von vielen Freibadgängern aus dem gesamten Landkreis.

Coronavirus: Einschränkungen beim Badebetrieb sorgt für Minus in der Gemeindekasse

Aus Kostengründen hätte man allerdings nicht öffnen dürfen. Denn aufgrund der begrenzten Anzahl der Menschen, die wegen der coronabedingten Einschränkungen ins Bad dürfen, sowie der Aufwendungen für die Desinfektion werde ein Minus im Haushalt entstehen. Aber es sei positiv für den Tourismusort Gersfeld und werde von den Badegästen gelobt, nennt Korell auch positive Aspekte.

Das bestätigt Mark Rehm, der den Kiosk betreibt und gleichzeitig Vorsitzender des Vereins „Wir für Gersfeld“ ist. „Es ist sehr gut gelaufen. Ich habe nur positive Stimmen der Besucher gehört.“ Sie lobten das große 50-Meter-Becken und die lange Rutsche. Auch die Morgenschwimmer, die regelmäßig kommen, seien sehr zufrieden mit den Bedingungen. Sicher seien einige wenige unzufrieden gewesen, die nicht gleich ins Bad durften, weil sie am Eingang warten mussten. Zugelassen sind aufgrund der Corona-Beschränkungen nur 250 Besucher, die gleichzeitig im Bad sein dürfen. Dies sei ein Nachteil an heißen Tagen.

Hilderser Frei- und Hallenbad Ulsterwelle: Defizit von 300.000 Euro

Auch in der Hilderser Ulsterwelle, ein kombiniertes Frei- und Hallenbad, sind die Besucherzahlen bislang gut. Bis zu 500 Gäste wurden an den Spitzentagen gezählt. Ähnlich wie in Gersfeld dürfen nur 250 Menschen gleichzeitig Liegewiese und die vier Becken bevölkern. „Und die kamen aus dem gesamten Landkreis, sogar aus Nachbarkreisen“, wie Erster Beigeordneter Franz-Otto Vey (CWE) erklärt. Zudem hat Hilders noch eine Besonderheit: Neben dem Frei- ist auch das Hallenbad geöffnet, was besonders an nicht so sonnigen Tagen von Vorteil sei und auch genutzt werde.

„Wir haben uns die Entscheidung zu öffnen nicht leicht gemacht“, betont Vey. Aber als Tourismusort und als Angebot an die Bürger habe sich die Gemeinde entschieden, die Tore zu öffnen. Denn zu den üblicherweise anfallenden Kosten des Badebetriebes kämen die zusätzlichen Ausgaben durch die coronabedingten Vorgaben. So habe eine zusätzliche Person abgestellt werden müssen, sagt Vey. Die Beschränkung der Besucherzahlen führe dazu, dass die Einnahmen unter dem Ansatz bleiben werden. Im Schnitt verzeichnet die Ulsterwelle ein Defizit von 300.000 Euro pro Jahr.

Viele Besucher aus Nachbarkommunen im Wüstensachsener Freibad

Ebenfalls mit einem Defizit rechnet der Ehrenberger Bürgermeister Peter Kirchner (parteiunabhängig) für das Freibad Wüstensachsen. Die eingeplanten 12.000 Euro Eintrittsgelder würden nicht erreicht. Aber er ist zufrieden. Nach einem eher ruhigen Beginn im Juli, was mit dem durchwachsenen Wetter zu erklären sei, „ist jetzt der Zuspruch richtig gut“, berichtete er. Teilweise hätten die Badegäste sogar warten müssen, bis sie eingelassen werden konnten. Dies sei gerade in den heißen Tagen der Fall gewesen. Denn es seien aufgrund der Hygiene- und Abstandsvorschriften lediglich 180 Besucher gleichzeitig im Freibad erlaubt.

Erfreulich sei es, dass viele Besucher aus Nachbarkommunen in das Wüstensachsener Freibad kommen. Kirchner lobt den Förderverein, der sich um den Kiosk kümmere, und helfe, die Hygienemaßnahmen umzusetzen.

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