Mehr als ein Dutzend Milseburgfreunde kamen zum Jahrestag der Hüttenschließung und sangen.
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Mehr als ein Dutzend Milseburgfreunde kamen zum Jahrestag der Hüttenschließung und sangen.

Montagssänger äußern Kritik

Milseburghütte ist seit einem Jahr geschlossen: Wird der Abriss nun im November genehmigt?

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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Im August sollte die Genehmigung zum Abriss der Milseburghütte vorliegen. Jetzt signalisiert das Regierungspräsidium Kassel (RP) als zuständige Behörde, dass dies Mitte November der Fall sein soll.

Milseburg - „Für den beim Landkreis Fulda liegenden Antrag auf Baugenehmigung für den vorgesehenen Abriss und Neubau der Milseburghütte ist eine naturschutzrechtliche Befreiung von den Verboten des Naturschutzgesetzes Milseburg erforderlich“, erklärt die Pressestelle des Regierungspräsidiums in Kassel. Diese Möglichkeit der Befreiung werde von der oberen Naturschutzbehörde geprüft und erteilt.

Hierzu wurden auch Naturschutzvereinigungen angehört und die Stellungnahmen ausgewertet. Die Genehmigung, „auch im Hinblick auf eine mögliche Klage, muss gut begründet sein. Mit der Entscheidung zur Befreiung ist bis Mitte November zu rechnen“, heißt es in der Stellungnahme.

Zum Jahrestag der Schließung der Milseburghütte: Kritik der Montagssänger

Vor einem Jahr wurde die Milseburghütte geschlossen. Alle waren zuversichtlich, dass bis August, wie vom RP versprochen, eine Genehmigung erteilt würde. Doch getan hat sich offiziell wenig. Der Landkreis Fulda und die Gemeinde Hofbieber hatten bis Freitag keine Antwort vom RP in Kassel.

Zum Jahrestag der Schließung der Milseburghütte trafen sich Milseburgfreunde und Montagssänger vor der Hütte und sangen einige Lieder mit Mindestabstand. Sie zeigten sich enttäuscht und kritisierten das Regierungspräsidium. „Es ist ein Trauerspiel, dass hier innerhalb eines Jahres nichts passiert ist“, sagt Klaus Dörnert von den Montagssängern. Vor einem Jahr haben sie zum letzten Mal in der Hütte musiziert, seit dem 29. Oktober 2019 ist sie geschlossen. „Warum dauert das so lange?“, fragen sie. „Dabei ist der Milseburggipfel absolutes Highlight in der Rhön und auch wichtig für den Tourismus. Da gehört auch die Hütte hin. Das gleicht ja hier dem Berliner Flughafen“, sagt Dörnert.

Auch der 96-jährige Karl Müller aus Fulda ist zum Jahrestag der Schließung der Milseburghütte auf den Berg gewandert. Er findet es schade, dass bislang noch nichts passiert ist. „Da komme ich ganz aus dem Training“, sagt er und spielt damit auf den Weg zur 835 Meter hoch gelegenen Hütte hin. Denn die Milseburg ist nur zu Fuß erreichbar. Der gesamte Berg ist Kernzone und genießt den allerhöchsten Schutzstatus. Das ist auch der Grund für das aufwendige Prüf- und Genehmigungsverfahren.

Hofbiebers Bürgermeister hält Abriss der Milseburghütte in diesem Jahr für unwahrscheinlich

Der Hofbieberer Bürgermeister Markus Röder (parteilos) sagt, wenn die Befreiung vorliegt, müsse man erst mal wissen, welche Nebenbestimmungen es gebe. Das sei die Grundlage für einen Bauzeitenplan für den Abriss, der mit dem Architekten aufgestellt werden müsse. Danach könne die Ausschreibung und die Vergabe erfolgen. Dazu komme noch die Witterung als große Unbekannte in dieser Höhenlage. Aus all diesen Gründen hält der Bürgermeister einen Abriss noch in diesem Jahr für unwahrscheinlich.

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