Für Wanderer bleibt die Hüttentür seit dem 29. Oktober 2019  verschlossen.  Sie müssen sich noch gedulden, bis eine neue Hütte gebaut ist und sie dann dort einkehren können.
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Für Wanderer bleibt die Hüttentür seit dem 29. Oktober 2019 verschlossen. Sie müssen sich noch gedulden, bis eine neue Hütte gebaut ist und sie dann dort einkehren können.

Regierungspräsidium prüft

Entscheidung bis Mitte August: Wird die Milseburghütte noch in diesem Jahr abgerissen?

  • Rainer Ickler
    vonRainer Ickler
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In das Thema Abriss und Neubau der Milseburghütte kommt Bewegung. Die Gemeinde Hofbieber hat einen Antrag beim Regierungspräsidium Kassel (RP) gestellt, damit die Hütte, die im Landschaftsschutzgebiet steht, abgebaut und an gleicher Stelle neu errichtet werden kann. Ziel ist der Abriss noch in diesem Jahr.  

Hofbieber - Einer der am häufigsten besuchten Berge der Rhön ist die Milseburg. Viele Wanderer stehen dort oben vor der verschlossenen Hütte und fragen sich, wie es weitergeht. In guter Erinnerung ist ihnen eine Einkehr in die urige Milseburghütte nach dem Aufstieg oder nach dem Gipfelbesuch – ein Hauch von alpenländischem Flair. Doch schon seit 29. Oktober ist die Hütte geschlossen.

Der Grund: Die Gebäudesubstanz ist marode. Die Gemeinde Hofbieber als Eigentümerin und der Landkreis Fulda entschlossen sich zu einem Neubau auf dem Fundament der bestehenden Hütte.

Entscheidung bis Mitte August: Kann der Neubau der Milseburghütte beginnen?

Das hört sich einfach an, ist es aber nicht. Denn das Gebäude steht in einem Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet mit dem größten Schutzstatus, der Kernzone, in der nichts verändert werden darf. „Abriss und Neuaufbau in einem solch sensiblen Naturschutzgebiet sind an strenge rechtliche Vorgaben gekoppelt“, erklärt der Hofbieberer Bürgermeister Markus Röder (parteilos). Die Gemeinde hat jetzt einen Befreiungsantrag für den Rückbau und die Neuerrichtung der Milseburghütte beim Regierungspräsidium gestellt. Das RP wird den Antrag prüfen und auch die Naturschutzverbände beteiligen.

„Das gemeinsame Ziel von Gemeinde und Landkreis ist es, die Hütte noch in diesem Jahr zurückzubauen. Auf den Fundamenten der alten Hütte soll dann der Ersatzneubau errichtet werden“, sagt Lisa Laibach, Pressesprecherin des Landkreises Fulda. Ob dies noch in diesem Jahr begonnen werden könne, hänge von der Genehmigung des RP ab. „Für die Anhörung ist eine Frist bis Mitte Juli vorgesehen, so dass – falls keine erheblichen Bedenken vorgetragen werden – mit einer Entscheidung Anfang bis Mitte August gerechnet werden kann“, erklärt Katrin Walmanns, Pressesprecherin beim RP.

Die Gelder sind vorhanden - jetzt fehlt die Prüfung

Für Bürgermeister Röder ist ein Abriss in diesem Jahr realistisch, wenn es zu keinen weitreichenden Einsprüchen kommt. An einen Neubau sei aber erst kommendes Jahr zu denken, denn dafür müssten umfangreiche Förderanträge gestellt werden. Im Haushalt der Gemeinde sind dafür schon Gelder ausgewiesen.

Doch bis es dazu kommt, stehen noch viele Prüfungen durch das Regierungspräsidium an. Walmanns nennt die naturschutzfachlichen und rechtlichen Auswirkungen des Vorhabens auf die verschiedenen Bereiche wie Naturschutzgebiet mit Geotop und Kernzone, Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebiet mit den nach EU-Recht besonders geschützten Lebensraumtypen Wald und Felsfluren sowie Arten- und Vogelschutzgebiet.

Planungen sehen Abriss und Neubau der Milseburghütte vor

Aufgrund dieser Besonderheiten sei eine Befreiung von den Verboten der Verordnung erforderlich, erklärt das RP. Das heißt, es muss genau festgelegt werden, wo zum Beispiel das Material gelagert wird, welche Fahrzeuge und welche Wege überhaupt genutzt werden dürfen und welche Bereiche absolut tabu sind für die am Bau beteiligten Firmen.

Der derzeit vorliegende Antrag betrachtet ausschließlich den Abriss und Neubau der Hütte ohne eine zentrale Ver- und Entsorgung, erklärt die Pressesprecherin.

Versorgungslage weiterhin unklar

Geplant war ursprünglich eine unterirdische Bohrung, die Klarheit darüber bringen sollte, ob über eine Versorgungsleitung unter der Erde Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen bis zur Hütte verlegt werden können. Die Genehmigung der Bohrung ist ebenfalls Thema einer Untersuchung, die noch beim RP anhängig ist.

Weil dieses zeitaufwendige Verfahren die Realisierung der Hütte in die Länge gezogen hätte, wird zunächst mit dezentraler Ver- und Entsorgung geplant.

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