Rhönbahn
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Die Rhönbahn, die von Gersfeld über Eichenzell nach Fulda führt, ist oft überfüllt.

Im Schülerverkehr

Heftige Kritik an Gedränge in Rhönbahn: „Gesundheit der Kinder gefährdet“

  • Volker Nies
    VonVolker Nies
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Die Gemeindevertreter sind sich einig: Die Zustände im Schülerverkehr in der Rhönbahn sind nicht akzeptabel. Die Kapazitäten reichten überhaupt nicht. Auch in Bussen stünden Schüler dicht an dicht, betonten die Vertreter in ihrer jüngsten Sitzung. 

Eichenzell - Joachim Weber, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste, zog in der Sitzung im Bürgerzentrum Rothemann heftig vom Leder: „Busse und Züge sind überfüllt. Ein coronakonformer Schülerverkehr ist nicht im Ansatz möglich. Das ist katastrophal“, sagte er. Die Fraktionen der Bürgerliste und der CDU hatten das Thema mit jeweils eigenen Eilanträgen auf die Tagesordnung der Vertretung gesetzt

Diese wurde entsprechend geändert: Aus den Anträgen der zwei Fraktionen wurde dann ein gemeinsamer Antrag aller fünf Fraktionen, den die Vertreter einstimmig beschlossen. „Mit diesem gemeinsamen Antrag geben wir ein klares Signal an die zuständigen Stellen: Wir akzeptieren die Zustände im morgendlichen Schülerverkehr nicht mehr“, erklärte Weber.

Fulda: Heftige Kritik an Gedränge im Schülerverkehr

„Die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen wird auf unverantwortliche Weise gefährdet“, warnte er, „vor allem vor dem Hintergrund, dass Kinder unter zwölf Jahren nicht geimpft sind“. (Lesen Sie hier: Bleibt Präsenzunterricht trotz steigender Corona-Inzidenz? Kultusminister Lorz zeigt sich optimistisch)

Dass der Mangel an Waggons bei der Rhönbahn und ihrem Betreiber Hessische Landesbahn Hauptauslöser des Problems ist, das sei den Verantwortlichen für den Nahverkehr im Landkreis Fulda und beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) schon seit Juli bekannt, sagte Bürgermeister Johannes Rothmund (CDU). „Wir haben wiederholt Verbesserungen angemahnt – ohne Ergebnis.“

In der Gemeindeverwaltung im Schlösschen häuften sich die Anrufe wütender Eltern. „Der Protest ist absolut berechtigt. Vielleicht würde sich aber mehr bewegen, wenn die Eltern nicht bei der Gemeinde, sondern bei der Hessischen Landesbahn anrufen würden“, betonte der Bürgermeister. Er habe den Eindruck, dass die Verantwortlichen für den Nahverkehr, insbesondere der RMV, im Falle von Beförderungsproblemen im Ballungsraum Frankfurt sehr viel schneller reagierten als bei Problemen in Osthessen.

„Die Schüler stehen dicht an dicht, Nase an Nase in den Zügen. Das wäre auch in Zeiten unzumutbar, in denen Corona kein Problem ist“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Julian Rudolf. Es sei gut, dass sich die Gemeindeverwaltung schon eingeschaltet habe. Der Gemeindevorstand solle bei den zuständigen Stellen weiter darauf hinwirken, dass die Rhönbahn die erforderlichen Waggons bereitstelle. „Dabei darf es nicht bei etwaigen Bekenntnissen zu einer geplanten Verbesserung bleiben“, forderte Rudolf. Die Eltern und auch die Gemeindevertreter verlangen jetzt Taten.

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„Es besteht ohne jeden Zweifel dringender Handlungsbedarf“, sagte auch SPD-Fraktionsvorsitzender Lutz Köhler. Das betreffe die Schüler aller Ortsteile entlang der Bahnlinie von Gersfeld nach Fulda: „Die Kapazität der Rhönbahn ist so gering, dass die Schüler schon in Lütter, Rönshausen und Welkers kaum noch in die Waggons gelangen können. In Eichenzell fährt ja dann am frühen Morgen wenigstens noch ein Bus im Schienenersatzverkehr – aber eben erst ab Eichenzell. Das reicht nicht.“

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