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RhönEnergie verschickt Abrechnungen künftig über das Jahr verteilt - Das müssen Kunden jetzt wissen

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Von: Volker Nies

Drehstromzähler
RhönEnergie-Kunden müssen ihre Zählerstände in Zukunft zu unterschiedlichen Zeiten ablesen. (Symbolbild) © Uli Deck/dpa/Symbolbild

250.000 Jahresabrechnungen hat die RhönEnergie Fulda jetzt binnen zwei Wochen verschickt. So groß war die Zahl ein letztes Mal: Beginnend mit dem Monat März werden die Abrechnungsstichtage über das Jahr verteilt. Das hat Folgen für die Abschlagszahlungen.

Fulda - „Wir waren bis jetzt einer der letzten großen Energieversorger in Deutschland, der alle Abrechnungen zum Jahreswechsel erstellt hat: Strom, Gas, Wasser, Fernwärme, Abwasser – und das für das gesamte Versorgungsgebiet“, berichtet Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Fulda. Das Problem ist nicht das Zählerablesen. Das machen die allermeisten Kunden mittlerweile selbst. 2021 haben 92 Prozent der Kunden ihre Zählerstände übermittelt.

Das Problem tritt dann auf, wenn die Kunden ihre Abrechnung erhalten und sich mit Fragen an die RhönEnergie wenden wollen. Damit die Kunden dann am Telefon nicht übermäßig lange warten müssen, baut die RhönEnergie ihr Callcenter aus – für einen Ansturm, der nur einmal im Jahr für zwei oder drei Wochen lang eintritt.

Fulda: RhönEnergie verschickt Abrechnungen jetzt übers Jahr verteilt

Deshalb ändern sich für die 80.000 Kunden der Osthessen-Netz – der Netz-Tochter der RhönEnergie – jetzt die Abrechnungsstichtage. Die RhönEnergie teilt ihr Versorgungsgebiet in acht Bereiche mit acht neuen Abrechnungsstichtagen auf. (Lesen Sie hier: Kündigung durch Billiganbieter: Neukunden müssen bei der RhönEnergie höhere Preise zahlen)

Das Verbrauchsjahr endet in Zukunft nicht mehr zum Jahresende, sondern zu acht verschiedenen Terminen, je nach Region, in der man wohnt: für Verbraucher in Petersberg Ende März, für Kunden in Großenlüder und Flieden im April und für Kunden im Kinzigtal im Mai. Die RhönEnergie feiert damit also in Zukunft achtmal Neujahr. Das Unternehmen hat seine Kunden per Brief über die Änderung informiert.

Neue Termine

Die RhönEnergie verschickt ihre Jahresabrechnungen zu neuen Terminen. Das sind die neuen Ablesemonate:

März: Fulda (südliche Stadtteile) und Petersberg

April: Süden und Westen des Landkreises

Mai: Kinzigtal und Freiensteinau

Juni: Fulda (Stadtmitte)

August: Fulda (südliche Stadt)

September: Künzell und Vogelsbergkreis

Oktober: Eichenzell und hessische Rhön

November: Fulda (nördliche Stadtteile)

Februar (erstmals im Februar 2023): Altkreis Hünfeld, Haunetal, Hohenroda, bayerische und thüringische Gemeinden

„Mit der Verteilung der Abrechnung auf acht Termine ersparen wir den Kunden, die Fragen zur Abrechnung haben, Wartezeiten“, sagt Heun. Betroffen sind alle Sparten – Strom, Gas, Trinkwasser, Fernwärme. „Der Kunde erhält die Abrechnungen für die unterschiedlichen Sparten weiter gemeinsam – aber zu einem neuen Zeitpunkt“, erklärt der RhönEnergie-Chef. Wer zwingend eine Abrechnung fürs Kalenderjahr mit Ablesung vor Silvester braucht – das gilt etwa für manche Mietwohnungen –, der bekommt seine Abrechnung weiter zum Jahreswechsel.

Kniffelig ist die Übergangszeit, also das Jahr jetzt, in dem sich die Stichtage ändern. Der Bezirk, der zuerst betroffen ist, ist der Bereich Petersberg und Fuldas südliche Stadtteile wie Bronnzell, Kohlhaus und Edelzell. 2600 Haushalte sind Osthessen-Netz-Kunden. Hier wird erstmals Ende März abgelesen. Die erste neue Rechnung kommt dann im April.

Video: Teure Preise für Strom und Gas: Welche Rechte habe ich als Verbraucher?

Das Problem für Gaskunden: Das jetzt einmal kurze Abrechnungsjahr von Januar bis März besteht nur aus kalten Monaten. Der Abschlag pro Monat ist deshalb deutlich höher als bisher – denn in den Vorjahren verteilte sich der Verbrauch auf zwölf kalte und warme Monate. „Hinter dem höheren Abschlag steckt wohlgemerkt keine Preiserhöhung, sondern nur der neue Abrechnungszeitraum“, erklärt Heun. Ab April beginnt dann das neue Jahr mit den gewohnten Abschlägen.

Glück für die Kunden in den anderen Bezirken: Je länger das kurze Abrechnungsjahr ist, desto geringer fällt der Zuschlag für die kalten Monate aus.

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