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RhönEnergie Fulda senkt Zuschlag: Etwas bessere Tarife für die Opfer von Billiganbietern

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Von: Volker Nies

Die RhönEnergie senkt die Preise in besonderen Grundversorgertarifen.
Die RhönEnergie senkt die Preise in besonderen Grundversorgertarifen. © Andrea Warnecke/dpa

Strom- und Gasverbraucher aus Osthessen, die im Dezember von Billiganbietern vor die Tür gesetzt wurden, können etwas aufatmen: Die RhönEnergie Fulda senkt den Zuschlag für diese Neukunden.

Region - Im Dezember spielten die Energiemärkte verrückt: Für Versorger wurde der kurzfristige Energieeinkauf extrem teuer. Einige Billiganbieter wie Stromio und Gas.de fanden eine für sie einfache Lösung: Sie warfen ihre Kunden einfach hinaus. In Osthessen waren 2200 Strom- und 1000 Gaskunden betroffen.

Die RhönEnergie war verpflichtet, diese Kunden aufzunehmen. Doch der Versorger aus Fulda musste für die neuen Kunden Strom und Gas teuer einkaufen – und gab den hohen Preis an diese neuen Kunden weiter. Für diese Neukunden entwickelte die RhönEnergie – wie viele andere Grundversorger in Deutschland – einen eigenen Tarif.

Fulda: RhönEnergie senkt Zuschlag - Etwas bessere Tarife für die Opfer von Billiganbietern

Jetzt veröffentlicht die RhönEnergie neue Tarife zum 1. April: Die Senkung bei Strom beträgt 19 Prozent, bei Gas 30 Prozent. Die RhönEnergie erklärt die Senkung so: „In den vergangenen Wochen mussten wir Neukunden in der Grundversorgung sowie Kunden in der Ersatzversorgung die extrem hohen Beschaffungskosten an den Energiebörsen weitergeben. Zwar ist das Energiepreisniveau weiter ungewöhnlich hoch, doch die Preise steigen inzwischen weniger rasant.“

Das erlaube der RhönEnergie, die Preise der Grund- und Ersatzversorgung zum 1. April deutlich zu senken. Die Energiemärkte seien aber weiter sehr wechselhaft.

Die Preisunterschiede zwischen den alten und neuen Grundtarifen sind aber weiter hoch, sagte die RhönEnergie. „Im Strom liegen die beiden Tarife um 22,61 Cent und im Gas um 8,65 Cent pro Kilowattstunden auseinander.“

Video: Teure Preise für Strom und Gas: Welche Rechte habe ich als Verbraucher?

Mit Gerichtsurteilen habe ihre Preispolitik nichts zu tun, erklärt das Unternehmen. Das Landgericht Frankfurt hatte der Mainova eigene Tarife für Neukunden untersagt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

„Die Sache ist längst nicht eindeutig entschieden“, sagt die RhönEnergie. Sie verweist auf ein entgegengesetztes Urteil: Das Landgericht Köln hat die Rechtmäßigkeit separater Grundversorgungstarife bestätigt. Die klagende Verbraucherzentrale NRW unterlag.

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