Sechs Angeklagte standen gestern wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung vor Gericht. Ereignet hatte sich die Schlägerei am 24. August 2019 in der Diskothek S-Club in Fulda.
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Sechs Angeklagte standen gestern wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung vor Gericht. Ereignet hatte sich die Schlägerei am 24. August 2019 in der Diskothek S-Club in Fulda.

Anti-Gewalt-Training

Nach Schlägerei im S-Club in Fulda: Sechs Männer verurteilt

  • Sarah Malkmus
    vonSarah Malkmus
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Wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung sind sechs Angeklagte im Alter von 20 bis 32 Jahren vor dem Amtsgericht Fulda zu Geldstrafen beziehungsweise zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Die Entschuldigungen, die die Männer an die Geschädigten richteten, wirkten strafmildernd.

Fulda - Ein Disco-Besuch, der nicht folgenlos blieb: Am 24. August 2019 sollen sechs Angeklagte – so Staatsanwältin Heike Meeuw-Wilken in ihrer Anklageschrift – in den frühen Morgenstunden in der Diskothek S-Club in Fulda aktiv in eine Schlägerei verwickelt gewesen sein, bei der drei Männer verletzt wurden. Ausschlaggebend sei ein Mann gewesen, der einer jungen Frau auf der Tanzfläche ins Gesicht geschlagen habe. Das habe schließlich zu der Schlägerei geführt, die eskaliert sei und sich im weiteren Verlauf in den Außenbereich der Diskothek verlagert habe. (Lesen Sie hier: Hat der Löwe ein Comeback nach Corona?)

„Wir haben es hier mit einem komplexen Verfahren zu tun“, sagte der Vorsitzende Richter Christoph Mangelsdorf nach der Verlesung der Anklageschrift hinsichtlich der Anzahl an Beteiligten. Die Polizei habe daher Kameraaufzeichnungen in minutiöser Kleinstarbeit auswerten müssen.

Er machte darauf aufmerksam, dass sich die Verletzungen der geschädigten Personen trotz der Heftigkeit der körperlichen Auseinandersetzung im Rahmen hielten. Im Wesentlichen handele es sich um Prellungen.

Fulda: Nach einer Schlägerei im S-Club werden sechs Männer verurteilt

Die angeklagten Männer zeigten sich im Laufe der Verhandlung geständig. Im Wesentlichen führten sie ihre Neigung zur Aggressivität an diesem Abend auf den in großen Mengen geflossenen Alkohol zurück. In den Entschuldigungen, die sie an die geschädigten Männer richteten, betonten sie dies: „Es tut uns Leid, was wir gemacht haben, wir haben zu viel getrunken“, sagte einer von ihnen, ein anderer formulierte es so: „Wir waren alle besoffen. Ich hoffe, wir haben daraus gelernt.“

Die Staatsanwaltschaft forderte schließlich ein Anti-Gewalt-Training für die beiden Angeklagten, die zum Tatzeitpunkt noch jugendlich beziehungsweise heranwachsend waren, sowie 50 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Für die vier übrigen Angeklagten hingegen forderte Meeuw-Wilken eine Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen. Die Höhe des zu entrichtenden Betrags solle bei jedem vom individuellen Einkommen abhängig gemacht werden, sagte sie.

Geldstrafen, gemeinnützige Arbeit und Anti-Gewalt-Training

Im Wesentlichen entsprachen die Plädoyers der Verteidiger Artak Gaspar, Jochen Kreissl und Hans J. Hauschild hinsichtlich des Strafmaßes den Forderungen der Staatsanwältin.

Vorsitzender Richter Mangelsdorf entschied sich schließlich dazu, den zum Tatzeitpunkt noch jugendlichen Angeklagten sowie den zum Tatzeitpunkt als heranwachsend zu bezeichnenden Angeklagten zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit sowie jeweils einem Anti-Gewalt-Training zu verurteilen. Die vier übrigen Angeklagten verurteilte er zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 10 beziehungsweise zu je 30 Euro. Zugunsten der Angeklagten wertete Richter Mangelsdorf, dass die Männer geständig waren, sich entschuldigten sowie die Tatsache, dass sie keine Vorstrafen hatten.

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