Günther Elm und die Filiale von Galeria Kaufhof in Fulda (Collage)
+
Günther Elm hat ein Mundart-Gedicht zum Aus von Kaufhof (Kerber) verfasst.

Kaufhof in Fulda schließt

„Kerbersch Koarl“ ist unvergessen: Günther Elm schreibt Gedicht

Für viele Menschen in der Region war die Meldung ein Schock: Galeria Kaufhof in Fulda schließt. Der Heimatdichter, Theaterschauspieler, Fuldaer Ex-Prinz und Büttenredner Günther Elm hat ein Gedicht zu „seinem“ Kerbersch Karl verfasst; natürlich in Mundart.

Fulda - Es sei ein Schock gewesen, als er in unserer Zeitung über die Schließung des Traditionskaufhauses Galeria Kaufhof in Fulda las, berichtet Foaset-Urgestein Günther Elm. Das Geschäft sei für ihn und viele andere Menschen in der Region auch ein Stück Fuldaer Geschichte.

Günther Elm erinnert sich: Schon als kleiner Junge sei er „beim Kerber“ rumgesprungen. Für ihn und seine Freunde sei es immer ein Erlebnis gewesen, in das Kaufhaus zu gehen. Denn: Schon für einen Groschen konnten sie etwas Nützliches kaufen. Und schon Oma, Opa und die Eltern kauften dort ein.

Später habe er „wundervollen Feiern“ im Kerber erlebt, sagt Elm. Mit dem Leiter der Lebensmittelabteilung und späteren Prinzen, Egon Freiwald, wurde die Fete „Ra-Ra-Ri“ (Randstaaten Raritäten Ringelpiez) ins Leben gerufen. Mit Büttenreden und Tänzen feierten die Karnevalisten und die Honoratioren der Stadt in den Verkaufsräumen.

Viele Erinnerungen sind Günther Elm durch den Kopf gegangen. Er hat sie zu Papier gebracht - und für unsere Zeitung vor laufender Kamera vorgetragen. Entstanden ist ein Stück Erinnerung an Kerber und Kaufhof. (trp, zen)

Günther Elms Kerber-Gedicht

Doss dott weh!

Erschrocke läs ich dän Bericht: „Galeria Kaufhof“ macht jetz dicht! So stett's in onserer FZ ohne dee gett's bei mir nett

Dee leit om Freehstecksdiesch parat on alles boss passiert im Staat on erscht recht bei ons in Foll doss konn mer sich doa ruis gehol.

„Galeria Kaufhof“ seärt mir nischt fier Fulder ess doss au kei Pflicht, mir geenge, boss hee gaanz normal immer nur zum „Kerbersch Koarl“

Allei dee Iekaufsdäsch hat Pfiff, dee „Kerbersch Dott“ woar en Begriff! Im Urlaub, au in ferne Lande, hott mer Liet getroffe on Bekannte

mit de „Kerbersch Dott“ om Oarm. Doa wurds äm ems Herz gaanz woarm on ess Heimweh noach Föllsch Foll, macht sich bemerkbar – ess woar doll!

Noch in de Moartsroß, doamoals klei, feehlt mer beim Kerber sich dehei. Beim „Karbersch Koarl“ woarsch immer eng, doch boss mer brucht konnt mer gefeng.

Dee Diele honn on ville Flecke, stoark geknoarrt on in de Ecke, loage noch boar Flocke drenn, boo de mo mit geölt woarn senn.

Där Neubau hatt jo nie dän Flair, doch goab de „Koarl“ sinn Noame her, ess hott zwoar besser dort geroche, doch wurd mit Tradition gebroche.

Bees widderscht gett? Ich weiß von nischt, doch mein ich halt ess wär mie Pflicht, bann hee in onser Fulder Welt, eh Denkmal jetzt vom Sockel fällt. Boss doch fier ons so ville Joahr, geschätzt on selbstverständlich woar.

Das könnte Sie auch interessieren