1. Fuldaer Zeitung
  2. Fulda

Schlossgarten wird auf Blindgänger untersucht: Sondierung ergab bislang keine auffälligen Funde

Erstellt:

Die Kampfmittelsondierung im Zusammenhang mit der geplanten Schlossgarten-Sanierung in Fulda hat bislang keine auffälligen Funde ergeben. Noch dauern die Arbeiten aber an.

Update vom 16. Februar, 17.04 Uhr: Die seit einer Woche laufenden Sondierungsarbeiten im Fuldaer Schlossgarten haben bislang keinerlei Hinweise auf Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ergeben. Das gab die Stadt in einer Pressemitteilung bekannt. Die Arbeiten, die im Zusammenhang mit der geplanten denkmalgerechten Schlossgarten-Sanierung stehen, werden jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Die Oberflächensondierung hat derzeit rund 80 Prozent der gut zwei Hektar großen Untersuchungsfläche im vorderen Teil des Schlossgartens erfasst – bislang ohne jeden auffälligen Befund. Gleichzeitig hatte auch die Tiefensondierung/Bohrsondierung begonnen und vier Verdachtsstellen genauer unter die Lupe genommen, die aufgrund von historischen Luftbildern als mögliche Blindgänger-Orte identifiziert worden waren.

Fulda: Bomben im Schlossgarten? Kampfmittelsondierung ergeben keine Hinweise

Inzwischen haben alle vier Bohrsondierungen auf der Orangerieterrasse, der Kaisersaalterrasse und im Schlossgarten-Parterre keine Anomalien ergeben. Die Orangerieterrasse ist bereits komplett als kampfmittelfrei gemeldet. Die übrigen 20 Prozent der Fläche für die Oberflächensondierung müssen zum Teil noch von Metallresten aus den Beetumrandungen befreit werden und können erst dann untersucht werden. Mit einem Abschluss der Sondierung wird am Ende der nächsten Woche gerechnet.

Obwohl sich derzeit abzeichnet, dass sich vermutlich keine aktuelle Gefährdungslage ergeben wird, hatte die Stadt Fulda vorsorglich einen Führungsstab und einen Verwaltungsstab ins Leben gerufen, die sich inzwischen formiert haben.

In enger Abstimmung mit dem Landkreis Fulda, der Polizei und anderen involvierten Institutionen erarbeiten die Stäbe Einsatzszenarien, die auch bei künftigen Bombensondierungen im Innenstadtgebiet in angepasster Form Anwendung finden könnten. „Insofern sind die gegenwärtigen Sondierungsarbeiten im Schlossgarten auch eine gute Übung für das Zusammenwirken alle beteiligten Stellen in der Gefahrenabwehr“, sagte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld.

Lesen Sie hier die Erstmeldung vom 9. Februar: Fulda - Bevor der Schlossgarten wie geplant saniert und zum spätbarocken „Garten-Juwel“ werden kann, muss das Areal in Fulda nach möglichen Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht werden. Die Sondierungsarbeiten, für die Teile des Schlossgartens gesperrt werden müssen, haben jetzt begonnen.

Die Sondierung sei eine Routinemaßnahme und bei Bauvorhaben im öffentlichen Raum üblich, sagte Johannes Heller, Sprecher der Stadt Fulda, bei einem Vor-Ort-Termin am Mittwoch.

Alte Luftbilder und Augenzeugenberichte wiesen darauf hin, dass der Bereich vor der Orangerie und die Kaisersaal-Terrasse im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurden.

Fulda: Kampfmittelsondierung soll mögliche Blindgänger aufspüren

Explodierte Bomben seien heute ungefährlich - bei der Sondierung gehe es darum, mögliche Blindgänger aufzuspüren. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei allerdings sehr gering. Die Maßnahme sei nicht mit dem Rauschenberg, wo im November zwei Bomben entschärft beziehungsweise gesprengt werden mussten, vergleichbar. Denn der Rauschenberg, so Heller, sei ein „viel intensiveres Abwurfgebiet“ gewesen.

Im September 1944 wurde der Schlossgarten bei Luftangriffen in Mitleidenschaft gezogen.
Im September 1944 wurde der Schlossgarten bei Luftangriffen in Mitleidenschaft gezogen. © Stadtarchiv Fulda/Steyer

Mit der Kampfmittelsondierung wurde die PD Bohr- und Sondiergesellschaft mbH aus Schwarzach bei Kitzingen beauftragt. Die Firma hat am Mittwoch zunächst mit der Oberflächensondierung begonnen. Diese wird einige Tage andauern. Solange sind die entsprechenden Bereiche gesperrt.

Die Sondierungsfirma hat am Mittwoch ihre Arbeit im Schlossgarten aufgenommen. Zunächst wird das Gelände vor der Orangerie abgesucht.
Die Sondierungsfirma hat am Mittwoch ihre Arbeit im Schlossgarten aufgenommen. Zunächst wurde das Gelände vor der Orangerie abgesucht. © Emilia Krack

Sollte bei der Auswertung am PC eine Anomalie festgestellt werden, wird eine Tiefensondierung - dafür muss bis zu fünf Meter tief gebohrt werden - durchgeführt. Laut Heller wäre diese Maßnahme nach rund drei Wochen abgeschlossen.

Sondierung vor Sanierung: Schlossgarten soll zur Landesgartenschau fertig sein

Nach der Sondierung ist vor der Sanierung: Der Schlossgarten soll im Bereich zwischen Orangerie und Stadtschloss so gestaltet werden, wie er einst im Spätbarock zu Beginn des 18. Jahrhunderts aussah.

Die Arbeiten kosten rund 2,9 Millionen Euro und sollen zur Landesgartenschau, die im April 2023 beginnt, fertiggestellt sein. (sob, lio, tw)

Auch interessant