Fotos: Jacqueline Kleinhans
+
Machten sich beim Tag des Tischlerhandwerks stark für die Azubi-Aktion (von links): Gabriele Leipold, Harald Persch, Hermann-Josef Klüber, Marco Gretsch, Markus Meysner, Hermann Hubing, Thorsten Krämer, Michael Brand und Thomas Hering

Statt Besuchern

Der Beruf des Schreiners: Politiker informieren sich beim Tag des Tischlerhandwerks

  • Jacqueline Kleinhans
    vonJacqueline Kleinhans
    schließen

Zum Tag des Tischlerhandwerks haben am Sonntag Vertreter aus Politik und Kreishandwerkerschaft bei Marco Gretsch, Obermeister der Schreiner-Innung sowie Geschäftsführer von Inspirationen aus Holz, einen Einblick über die Arbeit des Tischlers bekommen.

Fulda - Wegen der Corona-Krise lief der Tag des Tischlerhandwerks in diesem Jahr anders ab: Zwar hatte Marco Gretsch seine Werkstatt geöffnet, auf Besucher musste er jedoch verzichten. Dafür kamen Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber (CDU), Hermann Hubing, Hauptgeschäftsführer Fachverband Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz, die Landtagsabgeordneten Markus Meysner und Thomas Hering. Auch der Bundestagsabgeordnete Michael Brand (alle CDU), Harald Persch, stellvertretender Schulamtsleiter, Gabriele Leipold, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft sowie Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer schauten vorbei, um dem Tischler-Team von Marco Gretsch über die Schulter zu schauen.

Viele wüssten nicht, dass Schreiner und Tischler derselbe Beruf ist und was man als solcher tut. Das betonte auch Hermann Hubing und verwies auf eine Umfrage. Um dem Imageproblem des Tischlers entgegenzuwirken, gebe es beispielsweise Azubi-Botschafter, die in den Schulen über den Beruf aufklären.

Politiker informieren sich beim Tag des Tischlerhandwerks über den Beruf des Schreiners

Der Fachkräftemangel sei weiterhin ein aktuelles Thema, erklärte RP Hermann-Josef Klüber. „Daher ist es wichtig, dass das Handwerk gestärkt und beworben wird“, so Klüber. Gerade bei den Innungen der Fleischer und Bäcker, Zimmerer, Dachdecker und im Bauhandwerk gebe es noch zahlreiche freie Ausbildungsplätze, wie Gabriele Leipold sagte.

Im Vergleich zu anderen Innungen kämpfe die Schreiner-Innung nicht so stark mit Nachwuchsproblemen, sagte Marco Gretsch. „Es ist allerdings schwieriger, die Lehrlinge später zu halten, da viele ihren Meister absolvieren oder Innenarchitektur studieren.“

Gerade Frauen blieben den Betrieben aus diesen Gründen selten erhalten. Einen Nachteil sieht der Obermeister darin, dass „der Schreiner immer öfter zum Monteur mutiert. Die Menschen kaufen fertige Produkte und der Schreiner soll es montieren. Dabei geht aber das Wissen des Handwerkers verloren“, erklärt Gretsch. Dabei habe der Beruf viele Facetten, der ihn für Jugendliche so attraktiv mache.

Fachkräftemangel ist beherrschendes Thema

„Sie können sich kreativ ausleben und herausfinden, ob sie lieber Bau- oder Möbeltischler werden möchten“, sagt Marco Gretsch, bei dem zurzeit drei Auszubildende tätig sind. „Mit dem Material Holz umgehen zu können, ist etwas Wertvolles.“ Dass Schreiner für Innovation und Kreativität stehen, bekräftigte auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand.

Teilnahme an der Azubi-Aktion

Die Aktion „Azubi 2020 – Fit für eine komplexe Welt“ ist ein gemeinsames Projekt der Kreishandwerkerschaft (KH), Industrie- und Handelskammer (IHK) und unserer Zeitung. Teilnehmen können Azubis aller Lehrjahre. Die Betriebe können ihre Azubis bis zum 5. Oktober anmelden.

Das Formular dafür gibt es auf unserer Homepage: azubi.fuldaerzeitung.de. Die Azubis erhalten ab dem 1. November vier Wochen lang unsere Zeitung – nach Wunsch inklusive kostenlosem E-Paper. Das Abo endet automatisch am 30. November und kostet 44,90 Euro. Nach den Anmeldungen schicken wir jedem Azubi einen Teilnahmebogen zu. Auf diesem trägt er die Antworten zu den Fragen ein, die wir im November täglich auf der ersten Lokalseite stellen.

Erreichen mehrere Azubis die volle Punktzahl, werden die ersten drei Sieger bei der Preisverleihung im Januar per Quiz ermittelt. Für die Azubis gibt es Geldpreise im Gesamtwert von 3700 Euro zu gewinnen: 1. Preis: 500 Euro, 2. Preis: 300 Euro, 3. Preis: 200 Euro. Das übrige Preisgeld wird unter allen anderen Teilnehmern mit voller Punktzahl aufgeteilt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Bei einem Rundgang durch die Werkstatt, in der 19 Mitarbeiter beschäftigt sind, erklärte Marco Gretsch, wie in seinem Betrieb gearbeitet wird und welche Besonderheiten die unterschiedlichen Holzarten aufweisen. Anschließend informierten sich die Politiker noch über die Azubi-Aktion, ein Gemeinschaftsprojekt der IHK, Kreishandwerkerschaft und unserer Zeitung, an der alle Azubis der Schreiner-Innung laut Gretsch teilnehmen werden. Im Rahmen der Aktion lesen Azubis vier Wochen lang unsere Zeitung, um ihr Allgemeinwissen zu stärken und über ihre Region informiert zu sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema