Bild vom Fuldaer Schützenfest
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Die Fuldaer müssen in diesem Jahr auf ihr geliebtes Schützenfest verzichten: Erst 2021 soll das Volksfest zurückkehren. (Archivbild)

„Das trifft uns sehr hart“

Schützenfest abgesagt: Unternehmerfamilie Distel hatte Hoffnung und bereits alles geplant

Das Fuldaer Schützenfest, zu dem normalerweise 80.000 Besucher kommen, setzt wegen der Corona-Krise aus. Das gaben die Veranstalter am Mittwoch bekannt. Jetzt äußert sich die Unternehmerfamilie Distel gegenüber unserer Zeitung und sagt: „Die Absage trifft uns sehr hart.“

Update, 12. Juni: Generalunternehmer Heiner Distel hatte sich mit der Entscheidung, das Schützenfest abzusagen, lange Zeit gelassen. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagt er: „Die Absage trifft uns sehr hart.“

Unternehmer zum Schützenfest in Fulda: Wir hatten noch Hoffnung

Eigentlich hätte das Schützenfest, das jedes Jahr rund 80.000 Besucher anzieht, Ende Juli auf der Ochsenwiese stattfinden sollen. Doch in Hessen bleiben Großveranstaltungen laut der neuesten Verordnung des Landes mindestens bis Mitte August untersagt. „Wir haben uns mit der Entscheidung lange Zeit gelassen, weil wir gehofft hatten, das Fest mit kleineren Auflagen ausrichten zu können“, erklärt Distel. Nun hätten aber die Vorbereitungen für den Aufbau beginnen müssen.

Veranstaltung war komplett geplant

Die Veranstaltung war bereits komplett geplant; nun müssen alle Verträge annulliert werden. Das Schützenfest ist nach dem Pfingstfest in Alsfeld die zweite der beiden Veranstaltungen, die das Münchener Unternehmen selbst veranstaltet. An zahlreichen weiteren Festen, darunter dem Lullusfest in Bad Hersfeld und dem Kiliani-Fest in Würzburg, ist das Unternehmen mit seinem Autoscooter beteiligt. „Das Lullusfest im Oktober ist die einzige Veranstaltung, die bisher noch nicht abgesagt wurde“, berichtet Distel. „Das sind für uns Verluste in Höhe von 100 Prozent. Wir haben momentan absoluten Stillstand.“

Verhandlungen über finanzielle Unterstützung für die Branche

Für die Monate März bis Juni hat das Unternehmen eine Sofort-Hilfe des Bundes erhalten. „Das hat gut funktioniert, aber ohne weitere Hilfen durch den Staat wird es nicht gehen.“ Derzeit verhandele der Deutsche Schaustellerbund über eine weitere Unterstützung für die Branche.

Seit 1948 noch nie ausgefallen

Heiner Distel ist enttäuscht über die Absage des Schützenfests: „Wenn man ein solches Fest als Familienbetrieb so lange und erfolgreich durchführt, hängt daran auch Herzblut.“ Im Jahr 1948 hatte sein Großvater Eugen Distel der Stadt Fulda vorgeschlagen, ein Volksfest zu organisieren: „Seitdem ist das Schützenfest noch nie ausgefallen.“

Absage erfolgte am Mittwoch: „Aufgrund der Einschränkungen nicht möglich“

Erstmeldung, 10. Juni: „In enger Abstimmung mit der Stadt Fulda sehen wir uns gezwungen auf Grund der aktuellen Verordnung zum Infektionsschutz der hessischen Landesregierung das diesjährige Schützenfest abzusagen", bestätigen Sprecher der Distel GmbH, die Veranstalter des Schützenfestes ist , die Absage des Sommer-Highlights vieler Fuldaer.

Das Schützenfest, als ein regionales Veranstaltungshighlight, bringt jährlich einen Freizeitpark mitten ins Stadtgebiet und begrüßt circa 80.000 Besucher an 10 Tagen. „Eine Durchführung mit weitreichenden Einschränkungen zum Infektionsschutz, mit Abstandsgeboten ist unserer Einschätzung nach nicht möglich“, heißt es weiter in der Mitteilung.

Oberbürgermeister: „Entscheidung war unvermeidbar“

Von Seiten der Stadt Fulda drückte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld großes Bedauern über die Absage aus: „Das Schützen- und Volksfests gehört seit 1948 ohne Unterbrechung zum Veranstaltungskalender in unserer Stadt. Aber natürlich haben wir Verständnis für die Entscheidung der Familie Distel, die vor dem Hintergrund der aktuell gültigen Corona-Verordnung unvermeidbar war. Wir wünschen den betroffenen Schaustellerbetrieben Mut und Durchhaltevermögen in dieser für sie schwierigen Zeit und hoffen auf ein Wiedersehen auf der Ochsenwiese im kommenden Jahr.“

akh, sam

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