Matthias Höhl am Rednerpult bei seiner Verabschiedung als Direktor des Domgymnasiums.
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Matthias Höhl ist als Schuleiter des Domgymnasiums in Fulda verabschiedet worden.

Domgymnasium Fulda

Abschied nach 15 Jahren als Schulleiter: Matthias Höhl geht mit „großer Dankbarkeit“ in den Ruhestand

  • Hanna Wiehe
    VonHanna Wiehe
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15 Jahre lang war er Schulleiter der Rabanus-Maurus-Schule in Fulda. An seinem 66. Geburtstag wurde Matthias Höhl von zahlreichen Weggefährten in den Ruhestand verabschiedet. 

Fulda - Mit einem Augenzwinkern nahm Höhl in seiner Rede Bezug auf die „Welle des Abschiednehmens“, die Deutschland gerade erlebe: die Nationalmannschaft nach dem Aus bei der Fußball-Europameisterschaft, der Bundestrainer, Nationalspieler Toni Kroos, die Bundeskanzlerin. „Den richtigen Zeitpunkt zum Abschied zu wählen, sich im rechten Augenblick aus dem Spiel zu nehmen – das ist eine Kunst, um die man sich bemühen muss“, sagte er.

15 Jahre war Höhl Schulleiter des Domgymnasiums in Fulda gewesen, Pädagoge noch viel länger, wie Rita Schmidt-Schales vom Staatlichen Schulamt berichtete. 1974 absolvierte Höhl sein Abitur an dieser Schule, nach Wehrdienst und Studium sowie Stationen an der Ferdinand-Braun- und Freiherr-vom-Stein-Schule kehrte er 2006 als Schulleiter an die Rabanus-Maurus-Schule zurück. Die innige Bindung Höhls zu seiner Schule hatte zuvor auch der stellvertretende Schulleiter Sebastian Schwarz betont.

Fulda: Matthias Höhl als Schulleiter des Domgymnasiums verabschiedet

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) – die Stadt ist Trägerin der Schule – dankte Höhl für sein langjähriges Engagement. Der scheidende Schulleiter habe die Einrichtung nachhaltig geprägt und sei eng mit ihr verknüpft. Das Leitbild der Schule „MenschSeinLernen“ sei eine überzeugende Idee – brauche aber Persönlichkeiten, die diese vorlebten, sagte der OB. Höhl sei eine solche gewesen: „mit Leidenschaft, Hingabe und höchster Disziplin für Ihre Schule“.

Das belege auch eine Anekdote aus der gemeinsamen Vergangenheit, als Höhl und Wingenfeld im Feuerwehr-Orchester Dirlos gemeinsam Posaune spielten. Schon damals habe Höhl die Musiker bisweilen zur Ordnung gerufen, wenn Unruhe bei den Proben einkehrte. (Lesen Sie hier: Domgymnasium verabschiedet Abiturjahrgang 2021)

„Voller Respekt für Ihre Leistung“ blickte auch Professor Dr. Carsten Schütz für den Verein „Wir Freunde des Domgymnasiums“ auf Höhls Tun zurück. Er spielte Passagen aus Frank Sinatras „My Way“ vor und bilanzierte, nun müsse es heißen: „You Did It Your Way“.

Nach 15 Jahren: Leiter der Rabanus-Maurus-Schule geht in den Ruhestand

Mit Höhl ende eine Ära an der Schule, erklärte Christian Kirchner, Vorsitzender des Schulelternbeirats, und würdigte die Zusammenarbeit, die stets zum Wohle der Kinder, der Eltern und der Schule gewesen sei. Kirchner riet Höhl, seinen „Un-Ruhestand“ zu genießen und zu entschleunigen, bat aber auch: „Vergessen Sie Ihre alte Penne nicht“.

„Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns in ihnen“ – dieses Sprichwort von Ovid stellte Steffen Flicker ins Zentrum seiner Rede, die er für den Kreis der Schulleiter hielt. „Sie sind Zeuge dieser Entwicklung, fast 40 Jahre haben Sie dies erlebt“, sagte Flicker. Ein gutes Beispiel sei die Corona-Krise, die „uns alle“ verändert habe. Höhl sei bekannt als jemand, der sich ändernde Verhältnisse wahrnehme.

Weggefährten verabschieden Matthias Höhl

Höhl selbst erklärte in seiner Abschiedsrede, er schaue „mit großer Dankbarkeit, Zufriedenheit und auch Gelassenheit“ auf die Zeit zurück, in der er Verantwortung für das Gymnasium tragen durfte. Die Schule sei gut aufgestellt und auf „bestem Kurs“ – erheblichen Anteil daran habe die Elternschaft und die intensiv arbeitende Schülervertretung.

„Jungen Menschen dabei zu helfen, sich zu Persönlichkeiten zu entwickeln und sie in ihren Entwicklungsmöglichkeiten individuell und bestmöglich zu fördern“ – das sei das Kerngeschäft von Schule. „Richtung und Zielorientierung gewinnt man aus seinen Wurzeln und aus einem gesunden Selbstverständnis. Ich habe meine Aufgaben als Schulleiter nicht als Arbeit verstanden, sondern als erfüllenden Dienst an diesem hohen Gut.“

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