Die Ordensfrau Igna Kramp von der Congregatio Jesu wird vom Bischofshaus aus ab Februar den neuen Bereich Geistliche Prozessbegleitung leiten.
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Die Ordensfrau Igna Kramp von der Congregatio Jesu wird vom Bischofshaus aus ab Februar den neuen Bereich Geistliche Prozessbegleitung leiten.

Ab Februar

Eine Fachfrau an der Spitze: Schwester Igna Kramp übernimmt Führungsaufgabe im Bistum Fulda

Mit einer Fachfrau an der Spitze möchte die Diözese Fulda die in den kommenden Jahren anstehenden Veränderungsprozesse auch geistlich steuern. Mit dieser Aufgabe betraut das Bistum die Ordensfrau Igna Kramp (46). Sie wird im Februar ihre Tätigkeit aufnehmen. Ihr Dienstsitz: das Bischofshaus.

Fulda - Die Frau vom Orden der Congregatio Jesu (früher auch als „Maria-Ward-Schwestern“ bekannt) kommt für fünf Jahre ins Bistum Fulda. Als „Leiterin des Entwicklungsbereichs Geistliche Prozessbegleitung“ wird Schwester Igna Kramp unmittelbar Bischof Michael Gerber zugeordnet. Das teilt das Bistum in einer Pressenotiz mit. Zugleich übernimmt sie die Leitung der „Fachstelle Geistliche Begleitung und Exerzitien“, die bislang im Seelsorgeamt verortet ist. Der Orden stellt die Theologin und Historikerin, die in beiden Fächern einen Doktortitel erworben hat, für die Tätigkeit in Fulda frei. (Lesen Sie hier: Friedenslicht aus Bethlehem erreicht Fulda)

Das Bistum Fulda befinde sich, wie die Kirche in Deutschland insgesamt, in einem „gewaltigen Umbruch“, zitiert die Pressestelle Bischof Gerber. Im Bistum Fulda gebe es eine ganze Reihe von Pfarreien und Pastoralverbünden, die sich diesem Wandel engagiert stellen. Die Umbruchsituation erfasse dabei nicht nur die Bereiche Finanzen, Strukturen und Personal. „Es geht auch um die Kernfrage: Wie konkretisiert sich der Sendungsauftrag der Kirche in der Welt von heute? Wie finden Menschen – die durch das Heute geprägt sind – in eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus und seiner Botschaft?“

Schwester Igna Kramp übernimmt Führungsaufgabe im Bistum Fulda

Gerber betont, aus den Pfarreien höre er, dass Unterstützung notwendig sei, um in den Teams auch geistlich arbeiten und Veränderung gestalten zu können. Aus diesem Grund starte das Bistum zum 1. Februar 2021 den „Entwicklungsbereich Geistliche Prozessbegleitung“, dessen Leitung dann Sr. Igna Kramp übernehmen wird.

Sie habe in den zurückliegenden 18 Monaten bereits gemeinsam mit Pfarrer Florian Böth mit den Fachgruppen im Zukunftsprozess des Bistums („zusammen wachsen“) gearbeitet.

Kramp hatte als Referentin des Theologisch-Pastoralen Instituts Mainz (TPI) den Auftrag, die Gruppe der Prozessbegleiter zu begleiten und mit ihnen gemeinsam Erfahrungen zu sammeln, um so Wege in die Zukunft zu erschließen. Daraus sei der Wunsch erwachsen, die Fähigkeit zu entwickeln, Entscheidungsgremien auf diözesaner Ebene geistlich zu begleiten und entsprechende Angebote in der Fläche des Bistums zu fördern. Dafür sollen dann auch Menschen befähigt werden, die diese Kenntnisse und Erfahrungen in die Gemeinden transportieren. Er freue sich, dass man Sr. Igna Kramp habe gewinnen können, betont Gerber: „Da es sich hier um ein relativ junges Begleitungsangebot handelt, gibt es noch nicht allzu viele Menschen in Deutschland, die damit Erfahrung und diese auch so weit reflektiert haben, dass sie bereits Multiplikatorinnen oder Multiplikatoren ausbilden können.“

Schwester Igna Kramp arbeitet ab Februar im Bischofshaus

In der Mitteilung wird daran erinnert, dass Bischof Gerber seit seinem Amtsantritt wiederholt darauf hingewiesen hat, welche Bedeutung für ihn die eingeführten Beratungsformate wie Supervision, Coaching, Organisationsberatung oder Organisationsentwicklung haben. Leitungsverantwortliche in den Gremien und Teams der Kirche benötigten Formen der professionellen Unterstützung, um aktuelle Herausforderungen analysieren und Zukunftswege strukturieren zu können. „Dabei sind auch Dynamiken und Konflikte kompetent im Blick, die im menschlichen Miteinander und in intensiven Phasen der Zusammenarbeit unausweichlich sind“, so der Bischof.

Gerber verweist auch darauf, dass man in der Person der Theologin an das Wirken der Ordensgemeinschaft in der Bischofsstadt anknüpfen könne: Bleibendes Vermächtnis der Maria-Ward-Schwestern sei ja die Marienschule, die auch heute ein ganz wichtiger Ort des Lernens und Zusammenlebens von Mädchen und jungen Frauen sei.

Der Auftrag des Ordens, Jesus tiefer zu begegnen, ihm mehr nachzufolgen und an seiner Sendung mitzuwirken, solle nun in einem neuen und innovativen Bereich von Kirchenentwicklung wirksam und erfahrbar werden. (zi)

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