Elisabeth Hirsch aus Bimbach hat ein großes Herz bewiesen: Die Siebenjährige spendete 28 Zentimeter ihrer Haare an die Deutsche Krebshilfe.
+
Elisabeth Hirsch aus Bimbach hat ein großes Herz bewiesen: Die Siebenjährige spendete 28 Zentimeter ihrer Haare an die Deutsche Krebshilfe.

Entschluss stand mit fünfeinhalb

Kleines Mädchen mit großem Herzen - Elisabeth Hirsch (7) spendet ihren Zopf an Krebshilfe

  • Marcus Lotz
    VonMarcus Lotz
    schließen

Kleines Mädchen mit großem Herzen: Elisabeth Hirsch aus Bimbach ist zwar erst sieben Jahre alt, hat aber schon eine gute Tat vollbracht. Sie spendet ihren 28 Zentimeter langen Zopf der Deutschen Krebshilfe.

Fulda - „Ein bisschen Kribbeln“ hatte die kleine Elisabeth schon, als sie am vergangenen Samstag in den Friseursalon von Susanne Hauer in Großenlüder (Kreis Fulda) kam, um ihren Zopf zu spenden. Der Friseurmeisterin gegenüber ließ Elisabeth sich das aber nicht anmerken. „Sie war voll entschlossen“, erzählt Hauer. Dann ging es ans Abschneiden. Skrupel, einem Kind so viele Haare abzuschneiden, hat die Friseurmeisterin nicht. „Es kommt ja etwas Schönes dabei heraus, und zwar in beide Richtungen: Ein anderer Mensch bekommt die Haare, und die neue Frisur sieht super aus.“

Dieser Meinung ist auch Elisabeth, deren Mutter Kristin versichert: „Es ist keine einzige Träne geflossen. Sie war sehr tapfer.“ Ob sie gar nicht traurig darüber ist, so viele Haare verloren zu haben? Elisabeth überlegt, hält dann Daumen und Zeigefinger nah aneinander und meint: „Ein bisschen.“ Das kann ihre kleine Schwester so nicht stehen lassen und sagt: „Ich vermisse deine langen Haare.“

Fulda: Siebenjährige beweist Mut - Zopf-Spende an Deutsche Krebshilfe

Doch Elisabeth hat ihren Zopf gerne weggegeben – den Entschluss dazu hatte sie bereits mit fünfeinhalb Jahren gefasst. Damals hatte sich die 15-jährige Nachbarin der Familie die Haare abschneiden lassen, um sie Menschen zu spenden, die durch eine Chemotherapie ihr Haar verloren hat. Für Elisabeth ein Vorbild. (Lesen Sie hier: Rhöner Feuerwehren spenden für Menschen im Katastrophengebiet)

„Wir haben ihr damals gesagt, dass sie das machen kann, wenn sie möchte. Natürlich habe ich gedacht, dass sie noch einen Rückzieher macht. Aber sie hatte es sich in den Kopf gesetzt“, erzählt ihre Mutter. Vater Björn ergänzt: „Deshalb sind wir ja auch so stolz auf sie: Weil es ihre eigene Idee und ihre eigene Entscheidung war, ohne dass wir sie da irgendwie beeinflusst haben.“ Soziales Engagement sei der Familie ohnehin ein wichtiges Anliegen. Und von der Nachbarin weiß Mutter Kristin: „Sie ist stolz darauf, ein so junges Mädchen dazu inspiriert zu haben.“

Video: Haare spenden für Kranke

Darum geht es nun auch Elisabeth, denn ihre Geschichte weiterzuerzählen, sei auch ihre Idee gewesen, berichten ihre Eltern. „Sie hofft, dass dadurch vielleicht auch andere Mädchen auf die Idee kommen, ihr nachzueifern“, sagt Mutter Kristin.

Die Haare sind nun auf dem Postweg zur Deutschen Krebshilfe. Dort wird aus ihnen zusammen mit drei bis vier weiteren Haar-Spenden eine Perücke gefertigt, die einer Krebspatientin zukommt. (Lesen Sie hier: Flutkatastrophe im Westen - Mutter und Tochter aus dem Main-Kinzig-Kreis helfen)

Haar-Spende

Wer Haare spenden möchte, kann diese entweder selbst abschneiden und per Post verschicken oder dies über einen Friseur erledigen. Der Zopf sollte mindestens 25 Zentimeter lang sein, damit er weiterverarbeitet werden kann. Ab 30 Zentimetern erhält die Deutsche Krebshilfe eine Spende ihres Kooperationspartners. Gefärbte Haare können ebenfalls gespendet werden – sie sind allerdings meist nur für die Reparatur älterer Perücken verwendbar. Dreadlocks, Haare mit chemischer Dauerwelle oder dauerhaft geglättetes Haar sind nicht geeignet. Den Empfänger oder die Empfängerin zu treffen, ist aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Weitere Infos gibt es im Internet unter haare-spenden.de .

Das könnte Sie auch interessieren