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Skybar auf dem Kerber-Dach? Stadt Fulda treibt Planungen für die Innenstadt voran

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Von: Andreas Ungermann

Das frühere Kaufhaus Kerber.
Das einstige Kaufhaus Kerber, dessen Eigentümerin inzwischen die Stadt Fulda ist, spielt in den Überlegungen zur Stadtentwicklung eine zentrale Rolle. © Charlie Rolff

2,85 Millionen Euro hat Fulda im vergangenen Jahr aus Fördermitteln von Bund und Land erhalten, um die Innenstadt aufzuwerten. Die Kerber-Immobilie spielt in den weiteren Planungen eine zentrale Rolle.

Fulda - Das Thema Attraktivierung und Entwicklung der Innenstadt steht in Fulda auch in diesem Jahr weiterhin auf der Agenda. 2,85 Millionen Euro an Fördermitteln hatte die Stadt dafür im vergangenen Jahr für einen Zeitraum von mehreren Jahren erhalten. „Die konkrete Verwendung dieser Mittel wird aktuell eingehend überprüft“, erklärt Monika Kowoll-Ferger, Pressesprecherin der Stadt Fulda, auf Anfrage.

Fulda: Skybar auf dem Kerber-Dach? Das sind die Planungen für die Innenstadt

Beworben hatte sich die Stadt um die Gelder mit Projekten aus der Online-Beteiligung der Zukunftswerkstatt, die von März bis Juni im vergangenen Jahr lief. 270 Projektvorschläge waren dazu eingereicht worden – 177 davon waren als relevant für die Innenstadt identifiziert worden. Kurzfristig sollten eine offene Kulturbühne, Marktstände oder eine Markthalle sowie eine Dachterrasse mit Bar oder Bistro umgesetzt werden.

An diesen Ideen hält die Stadt Fulda in diesem Jahr fest, kündigt Kowoll-Ferger an. Die Dachterrasse mit Bistro oder Bar, die bislang noch nicht umgesetzt wurde, soll nun weiterverfolgt werden. „Die Idee einer Skybar kam im Zuge der Zukunftswerkstatt auf. Es war aber klar, dass nur dann die Möglichkeit zu einer kurzfristigen Umsetzung besteht, wenn die Kerber-Immobilie zur Verfügung steht“, erklärt die Pressesprecherin. Seit März dieses Jahres sei dies nun der Fall. Derzeit führe die Stadt Gespräche mit möglichen Betreibern, wobei vor einer Realisierung zahlreiche Fragen geklärt werden müssten. „Beispielsweise bestehen hohe Sicherheitsanforderungen für ein solches Projekt“, betont Kowoll-Ferger.

Die Kerber-Immobilie und deren Zwischennutzung komme zudem bei mehreren Vorschlägen ins Spiel, die bei der Online-Beteiligung geäußert worden waren.

Die Idee, ein zusätzliches Marktangebot mit regionalen Produkten zu schaffen, wird etwa bei den aktuellen Planungen für die Zwischennutzung der Kerber-Immobilie aufgegriffen, kündigt Kowoll-Ferger an. Konkreter wird sie zu weiteren Vorhaben nicht, weil hier noch Gespräche liefen. Wohl aber kündigt sie eine Idee für das Quartier Löherstraße an: Dort seien für dieses Jahr „chillige Straßenmöbel“ geplant, die die Aufenthaltsqualität erhöhen sollen.

Fulda: Stadt will mehr Aufenthaltsqualität in der Löherstraße

Aufbauen will die Stadt zudem auf dem Kultursommer „Dein Sommer in Fulda“, der im Stadtschloss als „großer Erfolg“ gewertet wird. „So gibt es auch 2022 das Veranstaltungsprogramm Kultur.findet.Stadt im Museumshof sowie das Genussfestival im Schlosshof“, kündigt Kowoll-Ferger an. Die Erweiterung des Weihnachtsmarktes durch den RegioMarkt mit Ständen regionaler Anbieter sei von den Besucherinnen und Besuchern ebenfalls sehr gut angenommen worden und solle auch in diesem Jahr wieder realisiert werden.

250.000 Euro der Mittel stammten im Vorjahr aus dem Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“, das nun vergangene Woche in die zweite Runde ging. Ob sich die Stadt Fulda erneut um Mittel daraus bewirbt, wird laut Kowoll-Ferger aktuell noch ausgelotet. Die Zusammenarbeit mit dem Institut für Handelsforschung Köln (IFH) wird die Stadt unterdessen fortsetzen. „In Kürze sind weitere Workshops geplant, um gemeinsam mit den Innenstadtakteuren den Wandel der Innenstadt aktiv zu gestalten“, heißt es aus dem Stadtschloss.

Innenstadt-Entwicklung in Fulda: Kerber-Areal im Fokus

Dr. Eva Stüber, Transformationsexpertin und Mitglied der Geschäftsleitung beim Institut für Handelsforschung, bestätigt die Planung von Workshops – nun möglichst in Präsenz. Einen Fahrplan hierfür gebe es aber noch nicht. Stüber sieht in Fulda auch weiterhin Potenziale zur Förderung von Projekten aus der Zukunftswerkstatt. Daraus gebe es auch schon Vorlagen. Beispielhaft führt sie das Thema Markt an.

Generell bewertet Stüber den Erwerb des Kerber-Areals als „gute Voraussetzungen für die Umsetzung einiger Ideen aus der Zukunftswerkstatt“. Das IFH stehe dann zur Verfügung, wenn die Umsetzungsbegleitung starten kann.

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