Der Vorstand der Sparkasse Fulda zieht eine positive Bilanz des Jahres 2020 - trotz der Belastungen für die Mitarbeiter und die Wirtschaft durch die Coronakrise (von links): Christian Markert, Uwe Marohn und Horst Habermehl.
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Der Vorstand der Sparkasse Fulda zieht eine positive Bilanz des Jahres 2020 - trotz der Belastungen für die Mitarbeiter und die Wirtschaft durch die Coronakrise (von links): Christian Markert, Uwe Marohn und Horst Habermehl.

Rückblick auf 2020

Trotz Corona-Krise: Positive Bilanz der Sparkasse Fulda - Kunden sparen viel mehr

Die Sparkasse Fulda blickt auf ein ungewöhnliches Jahr zurück. Das Institut bot ihr gewohntes Dienstleistungsspektrum an und musste zugleich die Herausforderungen der Coronakrise meistern. Vorstandschef Uwe Marohn zieht eine positive Bilanz.

Fulda - „Wir haben in Anbetracht der Umstände gute Geschäftszahlen zu verzeichnen, wissen zugleich um die vielen Unwägbarkeiten der vor uns liegenden Monate“, äußert Marohn. Das Coronavirus habe auch im Sparkassengeschäft in Fulda Spuren hinterlassen und zudem Entwicklungen beschleunigt, die sich in den Jahren zuvor bereits angedeutet hatten. Getragen worden sei die Geschäftsentwicklung insbesondere durch stark gestiegene Kundeneinlagen. Diese wuchsen um fast 240 Millionen Euro - also etwa acht Prozent - auf über 3,3 Milliarden Euro.

Vorstandsmitglied Christian Markert betont: „Das ist ein im Mehrjahresvergleich deutlich überdurchschnittliches Wachstum, das die Bilanzsumme der Sparkasse erstmals über vier Milliarden Euro klettern ließ.“ Die Menschen hätten angesichts der belasteten wirtschaftlichen Lage vorsichtig agiert, würden Konsum aufschieben und legten stattdessen Geld zurück. Ein großer Teil davon sei in Wertpapierdepots gelandet. Die Kunden kauften für mehr als 290 Millionen Euro Aktien, Investmentfonds oder Schuldverschreibungen, erklärte Markert. (Lesen Sie hier: Sparkasse Fulda: Christian Markert komplettiert Führungstrio).

Fulda: Sparkasse zieht trotz Corona-Krise positive Bilanz - Kunden sparen viel mehr

Am Jahresende hätten Wertpapiere im Wert von 898 Millionen Euro in den Depots der Sparkassenkundschaft gelegen - über sieben Prozent mehr als zu Jahresbeginn. „Immer mehr Anleger entdecken Aktien und Fonds für sich, um mit akzeptablen Risiken bei guter Streuung langfristig eine positive Rendite zu erzielen“, betont Markert.

Auf das gewerbliche Kreditgeschäft hätten unterschiedliche Einflüsse gewirkt, erklärt das Institut. Einerseits habe der konjunkturelle Einbruch im Frühjahr in vielen Branchen die Investitionsbereitschaft und damit deren Finanzierungsbedarf gedämpft. Andererseits habe es gegolten, mit zahlreichen Kunden kurzfristige individuelle Lösungen zu finden, um Liquidität zu sichern und Umsatzeinbußen zu kompensieren. Die Sparkasse habe hierfür eigene Mittel bereitgestellt, habe den Weg für die zinsvergünstigten Corona-Hilfsprogramme der KfW-Bank geebnet und habe bei Bedarf Zins- und Tilgungsaussetzungen vereinbart. Insgesamt seien die Darlehenszusagen an Unternehmen und Selbstständige im Vorjahresvergleich um 21 Prozent auf 226 Millionen Euro gestiegen.

Uwe Marohn: „Von größeren Kreditausfällen blieb die Sparkasse 2019 verschont“

„Von größeren Kreditausfällen blieb die Sparkasse 2019 verschont“, sagt Marohn. Viele Unternehmen hätten in den Vorjahren vorausschauend Rücklagen für Krisen gebildet. Allerdings stehe der Wirtschaft vermutlich ein längerer Erholungsweg bevor. Die Darlehenszusagen an Privatkunden erhöhten sich nicht zuletzt dank der anhaltenden Sonderkonjunktur im Wohnungsbau um 13 Prozent auf 135 Millionen Euro.

Corona beeinflusste und veränderte das Kundenverhalten auch in anderer Hinsicht, erklären die drei Vorstandsmitglieder: Der persönliche Kontakt zu den Beraterinnen und Beratern der Sparkasse sei über weite Teile des Jahres 2020 stark eingeschränkt gewesen. Umso stärker gefragt seien telefonische und digitale Angebote gewesen. „Unser Kundenservicecenter in Hünfeld hatte insgesamt 230.000 Anrufe“, berichtet Vorstandsmitglied Horst Habermehl.

Sparkasse Fulda: Online-Banking bei den privaten Girokonten mittlerweile der Normalfall

Selbst bei den privaten Girokonten sei das Online-Banking mittlerweile der Normalfall (64 Prozent aller führen ihr Konto online), mehr als 47.000 Kunden nutzten das elektronische Postfach. Deutliche Zuwachsraten habe auch das kontaktlose Zahlen im Handel mit Sparkassen-Card oder Smartphone verzeichnet. Habermehl: „Unsere Sparkasse hat die Weichen für Online- und Mobile-Banking sowie neue Zahlungstechniken schon früh gestellt. Den durch Corona ausgelösten Digitalisierungsschub aber hätten wir selbst mit den besten Werbekampagnen nicht hinbekommen.“

„Den Geschäftsbetrieb in einem Ausnahmejahr wie 2020 so gut wie möglich weiterlaufen zu lassen, war nur mit sehr viel Flexibilität, Engagement und Verständnis bei Kunden und Mitarbeitern möglich“, lobt Marohn. Mit seinen Vorstandskollegen freue er sich auf „hoffentlich bald wieder normale Zeiten“. Marohn: „Das persönliche Gespräch gehört einfach zur DNA der Sparkasse.“ (Lesen Sie hier: Sparkasse Fulda öffnet ab Montag zwölf Filialen wieder). (vn)

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